Die Bevölkerung von Harare besteht aus rund 1,6 Millionen Einwohnern. Die Hauptstadt ist das Zentrum von Geschichte, Politik und Kultur Simbabwes.
Harare – Die Hauptstadt Simbabwes hat eine interessante Geschichte und wurde im 19. Jahrhundert als Sitz der damaligen britischen Kolonialregierung gegründet. Heute hat die Stadt eine Bevölkerung von rund 1,6 Millionen Einwohnern und ist damit die größte Stadt in Simbabwe.
Harare: Geographie und wichtige Daten
Simbabwes Hauptstadt liegt im Nordosten des Binnenstaates im südlichen Afrika, dessen Nachbarstaaten Südafrika, Botswana, Sambia und Mosambik sind. Harare liegt im sogenannten Mashonaland, welches den nördlichen Teil Simbabwes abdeckt, ist aber eine eigene Provinz in Simbabwes administrativer Ordnung. 1,6 Millionen Menschen leben in der Hauptstadt, die erst Ende des 19. Jahrhunderts als Sitz der britischen Kolonialregierung unter dem Namen Salisbury gegründet wurde. Die Geschichte der Kolonialisierung reicht in Simbabwe bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Die Größe der Bevölkerung stagniert jedoch seit Beginn dieses Jahrtausends. Die Fläche der Stadt beträgt 872km², womit sie mit der deutschen Hauptstadt Berlin in Konkurrenz tritt. Im Punkt Einwohnerzahl hat Berlin mit 3,7 Millionen Einwohnern jedoch deutlich die Nase vorn.
Harare hat ein subtropisches Hochlandklima. Da es auf einem Plateau auf etwa 1500 Meter Höhe liegt, ist das Klima hier deutlich milder als in den tieferen Ebenen. Auf dieser Ebene befindet sich die Vegetationszone der Trockensavanne und die Temperaturen liegen im Jahresmittel bei 18,5 Grad Celsius. Die Jahreszeiten teilen sich in einen warmen, feuchten Sommer, einen kalten, trockenen Winter und eine heiße Trockenzeit auf.
Harare: Frühe Geschichte
Bis zu 500.000 Jahre alt sind die ältesten Artefakte, die Archäologen in Simbabwe entdecken konnten. Dieser Bereich in Süd-Ost Afrika wird oft als die Wiege der Menschheit betrachtet und archäologische Funde, wie die in Simbabwe unterstützen die Anhänger der Geschichte, die besagt, dass die Menschen aus Afrika in den Rest der Welt migriert sind.
Etwa vor 2000 Jahren kamen die ersten historisch bekannten Völker ins Gebiet Simbabwe. Wie in dieser Region oftmals der Fall, waren diese Völker Bantu. Der Begriff Bantu umfasst verschiedene Völker, vorrangig in Zentral- und Ostafrika, die Bantu Sprachen sprechen. Noch heute gibt es in Afrika etwa 200 Millionen Bantu.
Der aufkommende Handel mit der arabischen Halbinsel führte ab dem 10. Jahrhundert zur Gründung verschiedener Königreiche auf dem Boden des heutigen Simbabwe. Das erste größere Königreich was das Königreich Simbabwe, welches sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts mehrere kleinere Königreiche einverleibte. Im 15. Jahrhundert und bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts beherrschte das Königreich Mutapa große Teile Simbabwes und Mosambiks. Ab dem 15. Jahrhundert versuchten auch die ersten Europäer, in diesem Falle Portugiesen, Handelsposten und Einfluss auf die Politik zu etablieren, sowie Landesteile einzunehmen. Dies scheiterte jedoch zunächst.
Im Jahr 1821 stellte der Zulu-General Mzilikazi eine Armee zusammen und rebellierte gegen den amtierenden König der Rozwi. Er gründete seinen eigenen Clan der Ndebele, der fortan die Macht in Simbabwe innehatte. Dieser Vorgang der Geschichte startete die sogenannte Mfecane. Die Mfecane ist die Beschreibung der Bevölkerung für die Zeit der Unruhe und Krisen in Afrika von 1817 bis 1840.
Harare: Kolonialzeit und Folgejahre
Im Jahr 1880 kam der bekannte britische Unternehmer Cecil Rhodes zum ersten Mal in die Region der Ndebele. Nur acht Jahre später schaffte es Rhodes dem damaligen König der Nedebele, König Lobengula, die Bergbaurechte für seine Region abzukaufen. Diese Bergbaukonzession war der benötigte Fuß in der Türe für die Kolonisation Simbabwes. Rhodes beorderte britische Truppen und Ingenieure nach Simbabwe, um Fort Salisbury, das spätere Harare, zu errichten. Der Ort, an dem das ehemalige Fort stand, ist noch heute in der Stadt als ‚African Union Square‘ gekennzeichnet. Im Jahr 1894 besiegten die britischen Truppen die Ndebele mithilfe neuer automatischer Waffen. Die Überlebenden wurden versklavt und man nannte die daraufhin neu gegründete Kronkolonie zu Ehren von Cecil Rhodes Rhodesien. Später wurde das Gebiet unterteilt und das heutige Simbabwe war als Südrhodesien bekannt.
In der Geschichte beider Weltkriege kämpften Truppen aus Südrhodesien für die Briten. Im relativen Vergleich kamen aus Südrhodesien die meisten Soldaten. Prozentual zur Bevölkerung sogar mehr als aus Großbritannien. Im Jahr 1923 annektierte die Politik das Gebiet zum britischen Staatsgebiet und Südrhodesien wurde eine sogenannte selbst verwaltende Kolonie.
Nachdem bereits einige andere afrikanische Länder ihre Unabhängigkeit wiedererlangen konnten, kam es in Südrhodesien zu Unruhen. Besonders die Unabhängigkeit des benachbarten Sambia, welches ebenfalls eine britische Kolonie gewesen war, ließ die Forderung nach eigener Unabhängigkeit aufkommen. Es entbrannte ein Bürgerkrieg und die weiße Regierung sah sich Angriffen von Guerillas ausgesetzt. Es kam so weit, dass Südrhodesien einseitig die Unabhängigkeit ausrief, was von den Briten als ein Akt der Rebellion gewertet wurde.
Man einigte sich später jedoch temporär. Auf Grundlage der Absprachen bei der Lancaster-Konferenz im Jahr 1979 wurde Südrhodesien als Simbabwe 1980 vom heutigen König Charles III. feierlich in die Unabhängigkeit entlassen. Die Hauptstadt hieß bis zu diesem Zeitpunkt noch immer Salisbury, was mit der Unabhängigkeit in Harare geändert wurde. Man wollte damit den ehemaligen Häuptling der Region mit selbem Namen ehren und sich von der kolonialen Geschichte distanzieren.
Der aktuelle Bürgermeister der Hauptstadt Harare, Jacob Mafume (2022) sieht sich mit ständigen Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Generell ist die gesamte Politik, die ihren Sitz in Harare hat, mit Vorwürfen internationaler Organisationen konfrontiert. So schlagen verschiedene politische Indizes Alarm für das Land mit der Geschichte als britische Kolonie. Im Fragile States Index belegt das Land einen der zehn hinteren Plätze, was das Land als instabil einstuft. Ebenso gilt die Lage für die Pressefreiheit als schwierig und im Korruptionswahrnehmungsindex ist das Land auf Platz 158 von 180 der Welt.
Das politische System ist offiziell eine präsidentielle Republik, in der die Bevölkerung alle fünf Jahre den Staatspräsidenten wählen darf. In Wirklichkeit war Robert Mugabe 37 Jahre lang an der Macht und sah sich mit dem Vorwurf der Wahlfälschung konfrontiert. Seit 2017 ist Emmerson Mnangagwa durch einen Militärputsch in das Präsidentenamt gekommen.
Harare: Wirtschaft
Die Hauptstadt ist das führende Handelszentrum des Landes. Hier werden vor allem Tabak, Mais, Baumwolle und Zitrusfrüchte gehandelt. Der Großteil der Bevölkerung arbeitet in der Textil-, Stahl-, Chemie- oder Bergbaubranche.
Die Stadt hat massiv mit der Abwanderung gut ausgebildeter Facharbeiter zu kämpfen. Dieser ‚Brain Drain‘ ist so groß wie in kaum einem anderen Schwellen- oder Entwicklungsland. So wandern auch Unternehmer und potenzielle Investoren in andere Länder ab. Gründe dafür sind die schlechte Bezahlung vor Ort, sowie die politischen Verhältnisse.
Harare: Traditionelle Küche
Die Küche Simbabwes ist einfach und hat viele britische Einflüsse, was sich aus der Geschichte des Landes erschließt. Es gibt im Stadtbild Harares viele Restaurants, die typisch britisches Essen anbieten. Überraschenderweise haben es aber auch niederländische Einflüsse in die traditionelle Küche der Bevölkerung Simbabwes geschafft. Die beliebtesten Speisen in Simbabwe und der Hauptstadt Harare sind:
- Sadza: Dieses Grundnahrungsmittel besteht aus Maismehl und wird in Simbabwe in jeglicher Form verzehrt. Der Brei wird oft zu Bällchen gerollt und zu Fleisch, Fisch oder Gemüse mit verschiedenen Soßen gereicht.
- Mopane Würmer: Werden entweder als Snack gegessen oder Sadza gegessen. Ein sehr eiweißreicher Snack, der auch oft frittiert wird.
- Boerewors: Diese Wurst besteht aus Rindfleisch und ist traditionell gerollt. Wie der Name vermuten lässt, hat sie niederländische Wurzeln.
- Mapopo Candy: Eine Süßspeise aus gekochter und gezuckerter Papaya, die man wunderbar nach dem Essen oder zwischendurch genießen kann.