Starkregen, Erdrutsche, Überschwemmungen

Heftige Unwetter in Österreich: Mure trifft wichtige Bundesstraße in Tirol

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Heftige Unwetter in den Alpen. Durch Starkregen werden Gemeinden überflutet, Straßen blockiert. Vor allem Tirol und Niederösterreich sind stark betroffen.

Update vom 19. August, 13.55 Uhr: Die Erdrutsch-Schäden an der Arlbergstraße sind noch größer, als anfangs wohl gedacht. Die wichtige Verbindungsroute zwischen Tirol und Vorarlberg bleibt lange gesperrt – und das mitten in den bayerischen Sommerferien. Für Urlauber bedeutet das große Umwege auf dem Weg in den Süden, weil auch der Arlbergtunnel derzeit still gelegt ist. Umleitungen führen über das Tiroler Lechtal oder Bayern.

Erstmeldung vom 17. August, 8.08 Uhr: St. Anton – Über 90 Einsätze in Tirol, Hunderte in Niederösterreich. Bei schweren Unwettern hatten die Feuerwehren im Alpenland in der Nacht auf Samstag (17. August) alle Hände voll zu tun. Gewitter mit Starkregen lösten Überschwemmungen und Erdrutsche aus.

Unwetter verwüstet St. Anton in Tirol: Fotos zeigen Ausmaß der Erdrutsch-Katastrophe

Ein Nobel-Ort in Trümmern: Bei einem schweren Unwetter in der Nacht auf Samstag (17. August) gingen mehrere Muren auf St. Anton am Arlberg ab und der Steißbach schwoll zu einem reißenden Fluss aus Schlamm an.
Ein Nobel-Ort in Trümmern: Bei einem schweren Unwetter in der Nacht auf Samstag (17. August) gingen mehrere Muren auf St. Anton am Arlberg ab und der Steißbach schwoll zu einem reißenden Fluss aus Schlamm an. © BFV LANDECK
Bei starkem Regen schossen die Fluten durch St. Anton, kaum mehr als Bäche zu erkennen.
Bei starkem Regen schossen die Fluten durch St. Anton, kaum mehr als Bäche zu erkennen. © Screenshot/X
Selbst meterhohe Wände konnten die Wassermassen nicht aufhalten.
Selbst meterhohe Wände konnten die Wassermassen nicht aufhalten.  © Screenshot/X
Die verheerenden Folgen des Unwetters zeigen sich im Ortskern. Straßen komplett unter Wasser, Autos werden teils mitgeschwemmt.
Die verheerenden Folgen des Unwetters zeigen sich im Ortskern. Straßen komplett unter Wasser, Autos werden teils mitgeschwemmt. © Screenshot/Facebook
Insgesamt 35 Häuser in St. Anton wurden bei der Sturzflut beschädigt, teilt die Gemeinde mit. Vollgelaufene Keller dabei noch die kleinsten Schäden.
Insgesamt 35 Häuser in St. Anton wurden bei der Sturzflut beschädigt, teilt die Gemeinde mit. Vollgelaufene Keller dabei noch die kleinsten Schäden. © Freiwillige Feuerwehr Fiss
Erdrutsche haben das gesamte westliche Ortsgebiet getroffen. Das sind: Mooserkreuz, Ortsteil Stadle, Oberdorf und beide Kreisverkehre. Die Muren gingen beim Steißbach, auf der Kandahar und im Jungbrunntobel ab.
Erdrutsche haben das gesamte westliche Ortsgebiet getroffen. Das sind: Mooserkreuz, Ortsteil Stadle, Oberdorf und beide Kreisverkehre. Die Muren gingen beim Steißbach, auf der Kandahar und im Jungbrunntobel ab. © Landesfeuerwehrverband Tirol
Erdmassen, Steine, Schlamm, Gehölz. Die Muren türmen sich in St. Anton. Jetzt laufen die Aufräumarbeiten im verwüsteten Ferienort.
Erdmassen, Steine, Schlamm, Gehölz. Die Muren türmen sich in St. Anton. Jetzt laufen die Aufräumarbeiten im verwüsteten Ferienort.  © BFV LANDECK
Während die Einsatzkräfte in St. Anton retten, was zu retten ist, bittet die Gemeinde, Abstand von den Baustellen zu halten.
Während die Einsatzkräfte in St. Anton retten, was zu retten ist, bittet die Gemeinde, Abstand von den Baustellen zu halten. © Landesfeuerwehrverband Tirol
Schäden auch außerhalb des Ortes in Tirol. Mehrere Straßen wurden von Muren getroffen. Darunter die wichtige Arlberg-Bundesstraße.
Schäden auch außerhalb des Ortes in Tirol. Mehrere Straßen wurden von Muren getroffen. Darunter die wichtige Arlberg-Bundesstraße.  © Anton Mattle
Anspannung im Lagezentrum. Die Unwetterlage in Tirol ist wohl noch nicht überstanden. Die Region befürchtet weitere Regenfälle am Sonntag (18. August).
Anspannung im Lagezentrum. Die Unwetterlage in Tirol ist wohl noch nicht überstanden. Die Region befürchtet weitere Regenfälle am Sonntag (18. August). © Landesfeuerwehrverband Tirol

„Es schaut schlimm aus“: St. Anton in Tirol bei Unwetter überschwemmt – Wasser reißt drei Autos mit

Dramatische Wetter-Szenen vor allem am Arlberg im Westen von Österreich. Die Gemeinde St. Anton, auch bekannt als „Wiege des alpinen Skilaufs“, stand tief unter Wasser. Mehrere Bäche waren über die Ufer getreten, Keller und Garagen liefen voll. Dazu ging laut Tiroler Tageszeitung auch noch eine gewaltige Mure am Jungbrunntobel ab. „Es schaut schlimm aus“, sagte Bürgermeister Helmut Mall dem Blatt.

Schlimm sah es auch am Ufer der Rosanna aus. Hier schossen die Wassermassen über einen Parkplatz und rissen mindestens drei Autos mit. Bilder zeigen, wie die Feuerwehr die Fahrzeuge mit einer Hebebühne aus dem tosenden, braunen Fluss zieht.

Erdrutsch verlegt wichtige Verbindung in Tirol: Arlberg-Bundesstraße stundenlang gesperrt

Eine Schlammlawine schoss am Freitagabend gegen 19 Uhr über die Arlberg-Bundesstraße (B197) bei St. Anton. An mehreren Stellen verlegten Muren die wichtige Zubringerstraße auf Tiroler Seite bei St. Anton. Die gute Nachricht: Bei den teils heftigen Erdrutschen wurde offenbar niemand verletzt.

Die schlechte Nachricht für Autofahrer am Freitag: Die B197 musste zwischen St. Christoph und Alpe Rauz gesperrt werden. Weil auch der Arlbergtunnel derzeit gesperrt ist, waren also beide Verbindungen von Vorarlberg nach Tirol am Arlberg dicht. Umfahrungen waren nur großräumig über das Lechtal oder über Deutschland möglich. „Die Sperre wird mehrere Stunden andauern“, teilt der Tourismusverband am Freitagabend mit. Neue Informationen gibt es nicht, wie auf der Webcam des Lands Tirol zu sehen ist, scheint der Verkehr allerdings wieder zu laufen.

Überschwemmungen in Österreich: Starkregen trifft Bezirk Hollabrunn – Volksfest evakuiert

In Niederösterreich hat es vor allem den Bezirk Hollabrunn schwer erwischt. Wie Wetter.at berichtet, brach hier gegen 19 Uhr ein starkes Unwetter los. 80 Millimeter Regen innerhalb kürzester Zeit.

Das Bezirksfeuerwehrkommando schreibt von über 100 Einsätzen, bei denen rund 50 Feuerwehren beteiligt waren. Straßen wurden gesperrt, zwei Katastrophenzüge alarmiert. Laut Feuerwehr stand das Wasser in Hollabrunn stellenweise einen Meter hoch.

Außerdem findet in Hollabrunn derzeit das Volksfest „Augustwiesn“ statt. Die Veranstaltung wurde am Freitag evakuiert, Besucher im Stadtsaal untergebracht. (moe)

Rubriklistenbild: © OBI Ing. Stefan Obritzhauser/Manuel Hauser

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