VonMoritz Bletzingerschließen
Trotz Winterfahrverbot war der Lkw unterwegs. Dann der Unfall. Nach der Fast-Katastrophe fordern Politiker in Österreich ein Fahrverbot und härtere Strafen.
Hohentauern – Auf schlittriger Straße verlor der 40-Tonner auf der Triebener Straße die Kontrolle. Durch den Matsch rutscht der vollbeladene Lkw in einen Schneehaufen, der Schlimmeres verhindert. Ein Unfall mit Nachwirkungen in Österreich.
Empörung nach Lkw-Unfall in Hohentauern – Grüne fordern ganzjähriges Fahrverbot
Denn auf der B114 bei Hohentauern gilt im Winter eigentlich ein Fahrverbot für Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen. Das oft ignoriert wird. Immer wieder ereignen sich hier teils schwere Unfälle. Schieres Glück, dass der Schlitter-Abgang des 40-Tonners glimpflich ausgegangen ist, Politiker von Grünen und NEOS schäumen.
„Es ist ein Wunder, dass niemand verletzt wurde. Aber wir können und dürfen uns nicht auf Wunder verlassen“, sagt Grünen-Verkehrssprecher Lambert Schönleitner bei meinbezirk.at. Die Grünen fordern jetzt ein ganzjähriges Fahrverbot für Lkw. „Ganzjährige Verbote sind in den Köpfen nachweislich stärker verankert als saisonale“, erklärt Schönleitner.
Fahrverbots-Diskussion in Österreich: NEOS wollen höhere Strafen
Unerlaubt war der Sattelschlepper auf der gefährlichen Straße unterwegs. Die kolportierte Strafe für den Fahrer ist eher mickrig. 125 Euro muss er laut Informationen der Kleinen Zeitung für die missglückte Fahrt bezahlen. Im Kommentarbereich des Portals herrscht Empörung. Die Forderungen der Leser reichen von lebenslangem Fahrverbot bis zur Haftstrafe für den Unfallfahrer.
Und auch Politiker fordern härtere Strafen für Fahrverbots-Vergehen. Die NEOS unterstützen den Vorstoß der Grünen. „Wir müssen in dieser Frage endlich weiterkommen – und zwar, bevor etwas Schlimmeres passiert“, sagt Robert Reif zu meinbezirk.at. Das Ergebnis soll sich allerdings nicht negativ auf Einheimische auswirken: Es brauche „mehr Informationen für Speditionen und andererseits höhere Strafen“, so Reif. Er mahnt, ein pauschales Fahrverbot könne auch lokale Firmen lähmen.
Gegen rücksichtslose Autofahrer geht Österreich derweil knallhart vor, ab März 2024 gelten neue Strafen. Und da müssen auch Besucher aus dem Ausland aufpassen: Fahrverbote sollen bald EU-weit gelten. (moe)
