Italien

„Langwierige und schwierige“ Bergung: Basejumperin stürzt am Gardasee in den Tod

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In den Gardaseebergen ist am Samstagmorgen eine Basejumperin in den Tod gesprungen. Die Kanadierin galt als erfahrene Sportlerin. Die Bergung der Toten war sehr kompliziert.

Riva del Garda - Basjejumping ist ein Hobby für Menschen, die den Adrenalinkick lieben – und wie ein Vogel zu fliegen. Von Bergklippen oder Hochhäusern zu springen und dann in einem fledermausartigen Jumpsuit in die Tiefe zu rauschen, um dann im letzten Moment den Fallschirm zu ziehen, fasziniert – und ist in vielen Fällen tödlich. Am Samstag kostete ein Sprung einer Kanadierin in den Gardaseebergen im Norden Italiens das Leben.

Der Becco dell‘Aquila von unten gesehen. Hier starben schon Dutzende Basejumper.

Die Becco dell‘Aquila (zu deutsch: Der Adlerschnabel) am 1545 Meter hohen Monte Brento etwa 18 Kilometer nördlich des Gardasees ist einer der beliebtesten Spots für Basejumper aus der ganzen Welt.

Über 15 000 Basejumper springen jährlich von Klippe am Gardasee

Von einer extrem steilen Klippe kann man sich 400 Meter senkrecht in die Tiefe fallen lassen, das heißt fast zehn Sekunden freier Fall. Insgesamt beträgt der Höhenunterschied 1200 Meter. Jährlich werden hier rund 15.000 Sprünge absolviert. Die Felsplattform am Absprungort ist 15 mal fünf Meter groß und leicht zum Tal der Sarca geneigt. In YouTube-Videos kann man zusehen, wie Basejumper von diesem Hotspot in die Tiefe springen.

Vom vielen Betreten durch Basejumper ist sie inzwischen glatt poliert und rutschig. Der Landepunkt befindet sich bei einem Parkplatz an der Staatsstraße SS bis Gardesana Occidentale.

Kanadierin hatte schon über 600 Sprünge: Dieses Mal öffnete sich der Fallschirm zu früh

Am Samstag (6. April) wollte die Kanadierin Haley P. (41) springen. Die Frau hat laut ildolomiti.it schon 600 Basejumps absolviert, ist Mitglied der Kanadischen Sport-Fallschirmspringer-Vereinigung Canadian Sport Parachuting Association. Am frühen Morgen setzte sie gegen 7.40 Uhr setzte sie zu ihrem Sprung in die Tiefe an. Doch sie machte einen verhängnisvollen Fehler. Nach einigen Hundert Metern öffnete sie laut Bergrettung Trentino ihren Schirm zu früh. Sie wurde gegen die Felsen geschleudert und blieb an einem Vorsprung hängen.

Die Bergung der abgestürzten Basejumperin aus der Steilwand war sehr kompliziert.

Ein Hubschrauber wurde alarmiert. „Die hilflose Frau befand sich an einem äußerst schwer zu erreichenden Punkt unter einigen steilen Klippen, was den Hubschrauber dazu zwang, sechs Retter auf den darunter liegenden Felsvorsprung abzusetzen“, so die Bergrettung Trient.

Retter müssen sich 60 Meter Weg in der Steilwand bauen

Eine Basejumperin ist in Norditalien in den Tod gestürzt (Archivfoto).

Die Bergretter musste sich einen 60 Meter langen Weg mit einzeln eingeschlagenen Haken und Seilen zu der Verunglückten bahnen, die schon keine Lebenszeichen mehr von sich gab. „Eine langwierige und schwierige Aufgabe, die ein weiteres Eingreifen des Hubschraubers erforderte, um den Rettern das gesamte für den Anflug erforderliche Material zu besorgen, das gegen 14.30 Uhr endete, als die Gruppe den Springer erreichte, der nach dem starken Aufprall bereits gestorben war“, heißt es weiter.

Nachdem die Carabinieri von Riva del Garda die Genehmigung für den Abtransport der Leiche erteilt hatten, wurde die Tote in Richtung des Felsvorsprungs abgesenkt, damit sie schließlich per Hubschrauber talwärts transportiert werden konnte. Die Bergung endete um 18 Uhr. Nach der im Internet geführten Liste der Basejump-Todesopfer ist Haley P. das 476. Opfer des Sports seit 1981. Alleine am Becco dell‘Aquila wurden seit 1980 schon 23 tote Basejumper gezählt.

Erst im Februar stürzte am Comer See der Italiener Alessando F. in den Tod. 2022 sprang ein deutscher Basejumper in der Schweiz von einer Bergklippe und starb. (jw)

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