Von Erbrechen bis Durchfall

Norovirus-Ausbruch am Gardasee: Zahlreiche Menschen infiziert – Warnzeichen und Symptome

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Hunderte Menschen werden am Gardasee vom Norovirus befallen. Die Symptome machen sich teilweise erst nach rund zwei Tagen bemerkbar.

Verona – Am Gardasee scheint das Leben unbeschwert zu sein. Gerade viele Deutsche nutzen den größten See in Italien, um dem Alltag für einige Zeit zu entfliehen und in ihrem Urlaub die Sonnenseite des Lebens zu genießen.

Doch nun könnte auch ihnen das Norovirus einen Strich durch die Rechnung machen. Rund um die Gemeinde Torri del Benaco am östlichen Ufer wurden unter Einheimischen und Touristen mehr als 900 Fälle von Magen-Darm-Erkrankungen registriert. Für rund 300 Menschen endeten die Beschwerden im Krankenhaus.

Norovirus am Gardasee: Symptome wie Erbrechen und Übelkeit sorgen für Klinikaufenthalte

Die Ursache war zwar zunächst nicht bekannt, im Verdacht steht jedoch das Trinkwasser. Über diesen Weg soll sich das Virus ausgebreitet haben. Zur Sicherheit wird daher empfohlen, Wasser im Supermarkt zu kaufen, statt Leitungswasser zu trinken. Helfer verteilen gratis Wasser, das als sicher gilt.

Das Norovirus kann aber auch über das Essen verbreitet werden. Dafür gab es aber am Gardasee zunächst keine Hinweise. Als Warnzeichen gilt ein plötzlich auftretender, heftiger Brechdurchfall. In Italien führten vor allem Symptome wie Erbrechen, Übelkeit, Bauchkrämpfe und Fieber zu Klinikeinweisungen.

Unsichtbare Gefahr am Gardasee: In der beliebten Urlaubsregion in Nord-Italien breitet sich das Norovirus aus.

Symptome von Norovirus: Auch Kopf- und Muskelschmerzen sowie Mattigkeit möglich

Laut Robert Koch-Institut (RKI) beträgt die Inkubationszeit – also der Zeitraum, bis zu dem sich der Virenbefall nach der Ansteckung bemerkbar macht – sechs bis 50 Stunden. Menschen können das Norovirus also schon zwei Tage in sich tragen, bevor Symptome auftreten.

Während der akuten Erkrankung sind die Personen hoch ansteckungsfähig. Das Norovirus kann demnach in der Regel auch nach sieben bis 14 Tagen und in Einzelfällen sogar nach Wochen noch beim Stuhlgang ausgeschieden werden. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Sanitär- und Händehygiene.

Das RKI verweist in der Frage der Symptome vor allem auf schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle, ein erhebliches Flüssigkeitsdefizit sei möglich. Häufig seien Schmerzen im Bauchbereich, Übelkeit, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Mattigkeit. Zwar kann die Körpertemperatur leicht erhöht sein, zu hohem Fieber kommt es aber meistens nicht.

Die Symptome halten zwischen zwölf und 48 Stunden vor, solange keine begleitenden Grunderkrankungen vorliegen. Möglich sind aber auch leichtere oder asymptomatische Verläufe.

Schmerzhafte Folgen des Norovirus-Befalls: Erkrankte plagen sich diversen Symptomen herum.

Verbreitung des Norovirus: Von Hand zu Hand oder über verunreinigte Gegenstände

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert, Erkrankte sollten sich körperlich schonen und den Kontakt mit anderen Personen möglichst einschränken. Das Norovirus kann auch durch eine Schmierinfektion übertragen werden, etwa von Hand zu Hand oder über verunreinigte Gegenstände wie Türgriffe, Handläufe oder Armaturen.

Wichtig ist im Fall von Durchfall oder Erbrechen auch, viel zu trinken. Die Nahrung sollte leicht verdaulich sein und ausreichend Salz beinhalten. Am besten werden Bettwäsche, Waschlappen und Handtücher gewaschen.

Es gibt keine Impfung gegen Noroviren, Antibiotika sind unwirksam. Daher geht es im Falle einer Infektion einzig darum, die Beschwerden zu lindern.

Als besonders gefährdet gelten Kinder unter fünf Jahren und Senioren über 70 Jahren. Kleinkinder und Senioren sollten ebenso wie Schwangere und geschwächte Menschen ärztlich behandelt werden. Dies gilt besonders bei oft auftretendem oder über mehr als zwei bis drei Tage anhaltendem Durchfall sowie, wenn Fieber und Erbrechen hinzukommen. (mg)

Rubriklistenbild: © Gudrun Holland/RKI/Robert-Koch-Institut/dpa, IMAGO / Bihlmayerfotografie

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