Kilometerhohe Aschewolke

Eruption und Lavaströme an Stromboli und Ätna: Alarmstufe Rot auf italienischer Vulkaninsel

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Italiens Vulkane Stromboli und Ätna zeigen erhöhte Aktivität: Bilder zeigen Lavaströme, der Zivilschutz intensiviert die Überwachung und warnt die Bewohner.

Stromboli – Der Stromboli-Vulkan sorgt durch seine ungewöhnlich hohe Aktivität am Freitagmorgen (5. Juli) für Aufsehen in Italien. Laut der italienischen Zeitung La Repubblica folgt darauf die höchste Alarmstufe Rot für alle Bewohner der Insel. Frühwarnsysteme wurden aktiviert, um die Bevölkerung auf der äolischen Insel Stromboli vor den massiven Auswirkungen von Lava und Asche zu schützen.

Vulkanische Eruptionen auf Stromboli: Pyroklastische Ströme und ihre Bedrohung

Ein starker pyroklastischer Strom hat sich am Donnerstag (4. Juli) entlang der Sciara del Fuoco gebildet und sich bis ins Meer ausgedehnt. Diese Ströme, eine Mischung aus heißen Gasen und Asche, sind äußerst gefährlich. Am Stromboli entstand zudem ein Lavastrom, der sich aus etwa 700 Metern über dem Meer vom Vulkan bis zur Küste bewegte, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa.

Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) meldet eine zwei Kilometer hohe Aschesäule über der Sciara del Fuoco. Diese Aschewolke kann nicht nur den Flugverkehr beeinträchtigen, sondern auch ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen, insbesondere Atemwegserkrankungen.

Pyroklastischer Strom

Ein pyroklastischer Strom ist eine schnell fließende, dichte Mischung aus heißem Gas, Magmafetzen, Kristallen und Gesteinsfragmenten, die der Topographie folgend die Erdoberfläche entlangströmt. Er kann durch den Kollaps von Eruptionswolken oder durch Explosionen und den Zusammenbruch von Lavadomen entstehen. Diese Ströme hinterlassen Ablagerungen wie Ignimbrite und Block-und-Asche-Ablagerungen.

Quelle: Lexikon der Geowissenschaften (www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/pyroklastischer-strom)

Alarmstufe am Stromboli erhöht: Behörden ordnen Schutzmaßnahmen an

Angesichts dieser Situation hat der Zivilschutz die Alarmstufe nochmal erhöht, wie ansa.it berichtet. Das bedeutet eine verstärkte Überwachung und bessere Kommunikation zwischen Wissenschaft und operativen Einheiten des Nationalen Zivilschutzes. Verschiedene Kompetenzzentren, darunter das INGV und das CNR-Irea, haben diese Entscheidung unterstützt.

Das Advanced Operations Centre (COA) des Nationalen Zivilschutzes wurde aktiviert. Experten koordinieren mit den örtlichen Behörden, um den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten. Der Bürgermeister von Lipari hat bereits Schutzmaßnahmen angeordnet und wird laufend über die Lage informiert.

Bewohnerinnen und Bewohner von Stromboli werden aufgefordert, sich kontinuierlich über die aktuellen Entwicklungen zu informieren und den Anweisungen des Katastrophenschutzes zu folgen. Die Gefahr weiterer vulkanischer Ereignisse besteht jederzeit, weshalb die Bevölkerung bereit sein muss, im Notfall evakuiert zu werden.

Der Stromboli gehört zu den besonders aktiven Vulkanen. Jetzt rumort es auf der Mittelmeer-Insel gerade wieder besonders. Die Behörden sind alarmiert.

Ätna ebenfalls verstärkt aktiv: Aschewolke über Catania - Luftraum teilweise gesperrt

Auch der Ätna auf Sizilien zeigt verstärkte Aktivität. Eine Eruption am Südosthang erzeugte eine fast fünf Kilometer hohe Aschewolke, die Catania und Umgebung bedeckte. Der Flughafen musste teilweise den Luftraum sperren und den Flugverkehr beschränken, berichtet die italienische Tageszeitung La Repubblica.

Das INGV und andere wissenschaftliche Einrichtungen überwachen kontinuierlich die Vulkane Stromboli und Ätna. Seismische Messungen und geophysikalische Untersuchungen sind entscheidend, um die Aktivität der Vulkane zu analysieren und Warnungen auszusprechen, heißt es auf der offiziellen Website der italienischen Zivilschutzbehörde. Ein auffälliger Anstieg der seismischen Amplitude auf Stromboli deutet auf eine anhaltend hohe Aktivität hin.

„Unabhängig von den lokalen vulkanischen Phänomenen, die häufig Schwankungen aufweisen können, besteht weiterhin eine Situation des verstärkten vulkanischen Ungleichgewichts. Die Bevölkerung der Insel wird daher aufgefordert, sich zu informieren und die Hinweise der örtlichen Katastrophenschutzbehörden genau zu beachten“, so die Zivilschutzbehörde.

Aufnahmen aus dem Helikopter: Die durch das Meerwasser erkaltende Lava verursacht eine dicke Wolke aus Wasserdampf, Kohlendioxid bzw. -monoxid und Schwefeldioxid.

Stromboli und Ätna: Auswirkungen auf die Region

Die vulkanischen Aktivitäten auf Stromboli und Ätna können eine Bedrohung für die betroffenen Regionen darstellen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und Behörden arbeiten zusammen, um die Lage zu überwachen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Die Region um Stromboli und Ätna ist regelmäßig in den Schlagzeilen aufgrund ihrer vulkanischen Aktivität. Beide Vulkane gehören zu den aktivsten in Europa, neben denen in Island, berichtet go-etna.de. Die Entwicklung der Situation bleibt abzuwarten, während die betroffenen Regionen wachsam bleiben müssen. (ls)

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