Bevölkerung lebt in der Zange

Forscher sorgt sich um Vesuv und Campi Flegrei in Italien – „Beide Vulkane sind reif für eine Eruption“

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Die Vulkane Vesuv und Campi Flegrei sind im Visier der Forschung. Einer der Vulkane ist unruhig, beim anderen gab es ungewöhnlich lange keinen Ausbruch.

Neapel – Italien zählt gemeinsam mit Griechenland zu den geologisch aktivsten Regionen Europas. Derzeit machen gleich drei italienische Vulkane auf sich aufmerksam: Der Stromboli, der Vesuv und der wahrscheinlich unbekannteste von allen: die Phlegräischen Felder, in Italien unter dem Namen „Campi Flegrei“ bekannt. Vor allem die Region um die Großstadt Neapel ist von Vulkanen geprägt.

„Die Bevölkerung dort lebt auf einem aktiven Vulkan oder eigentlich in der Zange zwischen zwei aktiven Vulkanen. Das sind der Vesuv und Campi Flegrei“, erklärt Thomas R. Walter vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) gegenüber Merkur.de von IPPEN.MEDIA und fährt fort: „Beide Vulkane sind reif für eine Eruption.“ Bei Campi Flegrei sehen die Forscher Veränderungen, während beim Vesuv derzeit „keine größeren Änderungen“ zu vermelden sind.

Vulkan in Italien: Campi Flegrei ist unruhig

„Derzeit ist es am Vesuv wirklich ruhig, während wir am Campi Flegrei alle Anzeichen dafür haben, dass Magma in Bewegung ist“, weiß Walter. Allerdings könne man derzeit nicht sagen, in welche Richtung sich das geschmolzene Gestein bewege. „Unter Campi Flegrei und dem Vesuv gibt es in rund acht oder neun Kilometern Tiefe eine Art Reservoir, wo das aufsteigende Magma sich noch einmal sammelt. Und die große Frage, die jetzt im Raum steht, ist: Steigt es von dort weiter an die Oberfläche auf oder nicht? Das kann derzeit niemand beantworten“, so der Forscher. Derweil zeigt eine Simulation die verheerenden Folgen einer Eruption.

In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Erde an Campi Flegrei um knapp einen Meter gehoben. Was für Laien nach einer massiven Hebung klingt, ist für die Wissenschaft noch kein Warnsignal. „Das ist natürlich schon viel, aber bei vergangenen Eruptionen wurde rekonstruiert, dass sich Erhebungsraten von mehreren Metern innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten ereignen“, ordnet Walter ein.

Campi Flegrei bei Neapel sieht nicht aus wie ein gefährlicher Vulkan, doch er ist „reif für eine Eruption“, sagt Vulkanexperte Thomas R. Walter.

Italien-Vulkane in Bewegung: „In Campi Flegrei kann niemand hineinschauen“

Die Phlegräischen Felder zu erkunden, ist derzeit schwierig. „In Campi Flegrei kann niemand hineinschauen. Man kann auch nicht hineinbohren jetzt in dieser Situation, um mögliche Proben zu bekommen“, betont Walter. „Was man machen kann, ist, die Daten der Stationen an der Oberfläche zu interpretieren, zu modellieren.“ Dazu erstellen Wissenschaftler „digitale Zwillinge“ am Computer, mit deren Hilfe verschiedene Szenarien durchgerechnet werden.

In erster Linie geht es dabei um die Frage, wie lange es bis zum nächsten Vulkanausbruch dauert, Vorzeichen zu deuten und die Lage genau vorherzusagen. „Wenn sich eine große Hebung ereignen sollte, dann ist es natürlich wichtig zu wissen, wie lange die Vorlaufzeiten sind. Dazu muss man wissen, wie lange der Aufstiegsweg des Magmas noch ist. Sind es nur zwei Kilometer bis an die Oberfläche oder haben wir acht Kilometer Wegstrecke?“, erläutert Walter. „Dazu werden derzeit neue Daten erhoben. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bald eine Antwort darauf haben.“

Der Vulkan Vesuv bei Neapel ist seit 80 Jahren nicht mehr ausgebrochen – ein ungewöhnliches Verhalten.

Stromboli und Ätna brechen häufiger aus – deshalb gibt es gute Prognosen

Bei italienischen Vulkanen wie dem Stromboli oder dem Ätna gibt es gute Erfahrungswerte, da die Vulkane häufiger ausbrechen. „Ätna eruptiert jedes Jahr zwei bis drei Mal und man hat einen riesigen Katalog, auf den man zurückblicken kann. Bei Veränderungen der Aktivität kann man sehr schnell schauen, wie es in der Vergangenheit war und daraus stets verbesserte Modelle für Prognosen entwickeln“, sagt Walter.

Der letzte Ausbruch von Campi Flegrei war dagegen vor knapp 500 Jahren – es gibt also keine präzisen Messdaten, auf die sich die Wissenschaft beziehen kann. Die Forscher gehen allgemein davon aus, dass vor einem Ausbruch die Alarmsignale – beispielsweise Hebung, Erdbeben, Entgasung – deutlich zunehmen werden. „Das ist ein Grund, warum bei den jüngsten Beben bei Pozzuoli die vulkanologische Gemeinschaft etwas nervös geworden ist. Man fragte sich, ist das jetzt der Beginn, sind das Vorboten eines Ausbruchs?“, sagt Walter und fährt gleich fort: „Derzeit muss man abwarten, was sich weiter tut.“

Größere Erdbeben fanden an den Phlegräischen Feldern in Italien statt

Tatsächlich hat sich am Campi Flegrei schon einiges getan: Es gab größere Erdbeben, bei denen eine Fläche von weit über einem Quadratkilometer zerbrochen ist. „Aber es wurden noch keine Veränderungen in der Entgasungstätigkeit, Temperatur und so weiter an der Oberfläche vermessen“, weiß Walter und gibt „erst einmal vorsichtige Beruhigung, aber man schaut da sehr genau drauf.“ Erst im Sommer zeigte eine Studie, dass die Phlegräischen Felder anfälliger für Risse geworden sind, wodurch ein Ausbruch wahrscheinlicher wird.

Der Vulkan Stromboli in Italien bricht regelmäßig aus – deshalb gibt es für ihn auch gute Vorhersagemodelle. (Archivbild)

Während der Experte am Vesuv keine veränderte Aktivität sieht, ist es beim Vulkan Stromboli anders: Der habe bereits seit 2002 eine erhöhte Aktivität, seit einem größeren tektonischen Erdbeben in diesem Jahr sei der Stromboli „unberechenbarer geworden“, konstatiert Walter. „Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich das noch verstärkt.“ Eine Verbindung zwischen dem Stromboli, Vesuv oder den Phlegräischen Felder gibt es jedoch nicht. „Sie sind weit auseinander. Sie haben entkoppelte Magmakammern und Aufstiegswege.“

Lava und Aschewolken: Diese 25 Vulkane auf der Welt sind aktiv – einer sticht besonders heraus

Vulkanausbruch auf La Palma, Aschewolke, Lava, Insel, Spanien
Vulkan im spanischen La Palma: Mehr als drei Monate lang hatte der Vulkan 2021 Rauch, Asche und mehr als 1000 Grad heiße Lava ausgespuckt. Es war der längste Ausbruch in der Geschichte der Insel. Seitdem gab es keine neuen größeren Eruptionen mehr. © Emilio Morenatti/dpa
Kirche Chiesetta Magazzeni, SantAlfio, Vulkan Ätna, Sizilien, Italien
Der Ätna in Italien ist seit 2020 wieder sehr aktiv. Immer wieder kam es seitdem zu Ascheauswürfen und kleineren Lavaströmen. © Michael Weber / Imago
Auf der Reykjanes-Halbinsel in Island ereigneten sich seit Dezember 2023 mehrere Spalteneruptionendie durch eine Serie von Erdbeben und die Ansammlung von Magma im Untergrund ausgelöst wurden. Diese Eruptionen sind typischerweise basaltisch und weniger explosiv, was bedeutet, dass sie in der Regel nur geringe Ascheemissionen verursachen und den Flugverkehr nicht beeinträchtigen, jedoch stellen sie eine Gefahr für die nahegelegene Stadt Grindavík dar, die mehrfach evakuiert wurde.
Auf der Reykjanes-Halbinsel in Island ereigneten sich seit Dezember 2023 mehrere Spalteneruptionendie durch eine Serie von Erdbeben und die Ansammlung von Magma im Untergrund ausgelöst wurden. Diese Eruptionen sind typischerweise basaltisch und weniger explosiv, was bedeutet, dass sie in der Regel nur geringe Ascheemissionen verursachen und den Flugverkehr nicht beeinträchtigen, jedoch stellen sie eine Gefahr für die nahegelegene Stadt Grindavík dar, die mehrfach evakuiert wurde. © IMAGO / Cover-Images
Der Merapi, ein Stratovulkan auf Java, Indonesien, zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt mit durchschnittlich einer Eruption alle sieben Jahre und 67 dokumentierten Ausbrüchen in den vergangenen Jahrhunderten. Seine explosive Aktivität, charakterisiert durch pyroklastische Ströme, Lavaströme und Aschewolken, stellt eine ständige Bedrohung für die dicht besiedelte Umgebung dar, einschließlich der etwa 35 km entfernten Großstadt Yogyakarta mit 1,5 Millionen Einwohnern in der Metropolregion.
Der Merapi, ein Stratovulkan auf Java, Indonesien, zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt mit durchschnittlich einer Eruption alle sieben Jahre und 67 dokumentierten Ausbrüchen in den vergangenen Jahrhunderten. Seine explosive Aktivität, charakterisiert durch pyroklastische Ströme, Lavaströme und Aschewolken, stellt eine ständige Bedrohung für die dicht besiedelte Umgebung dar, einschließlich der etwa 35 km entfernten Großstadt Yogyakarta mit 1,5 Millionen Einwohnern in der Metropolregion. © IMAGO/Antonius Jagad SR
Der Mauna Loa auf Hawaii, der größte aktive Vulkan der Welt, brach am 27. November 2022 nach fast 40 Jahren Ruhe wieder aus und erzeugte Lavafontänen sowie Aschewolken, die eine Gefährdung für die umliegenden Gebiete darstellten. Die Eruption führte zu einer vorübergehenden Warnstufe „Rot“, wurde jedoch schnell auf „Orange“ herabgestuft, da die Lavaaktivität abnahm und keine unmittelbare Gefahr für Infrastruktur oder Bevölkerung mehr bestand.
Der Mauna Loa auf Hawaii, der größte aktive Vulkan der Welt, brach am 27. November 2022 nach fast 40 Jahren Ruhe wieder aus und erzeugte Lavafontänen sowie Aschewolken, die eine Gefährdung für die umliegenden Gebiete darstellten. Die Eruption führte zu einer vorübergehenden Warnstufe „Rot“, wurde jedoch schnell auf „Orange“ herabgestuft, da die Lavaaktivität abnahm und keine unmittelbare Gefahr für Infrastruktur oder Bevölkerung mehr bestand. © IMAGO / Depositphotos
Vulkanausbruch Stromboli, Vulkaninsel, Italien, Sizilien
Ebenfalls sehr aktiv in Italien: der Stromboli. Die Vulkaninsel befindet sich nordöstlich von Sizilien. Die Lavaströme des mehr als 900 Meter hohen Vulkans fließen oft bis zur Küste. Die anhaltende strombolianische Aktivität setzt sich fort. © Ingv/dpa
Der Vulkan Sakurajima ist einer der aktivsten Vulkane Japans und befindet sich in der Präfektur Kagoshima auf der Insel Kyūshū. Er hat eine Höhe von 1117 Metern und ist bekannt für seine kontinuierliche vulkanische Aktivität, die seit seiner letzten großen Eruption im Jahr 1914, als er mit der Ōsumi-Halbinsel verbunden wurde, immer wieder auftritt.
Der Vulkan Sakurajima ist einer der aktivsten Vulkane Japans und befindet sich in der Präfektur Kagoshima auf der Insel Kyūshū. Er hat eine Höhe von 1117 Metern und ist bekannt für seine kontinuierliche vulkanische Aktivität, die seit seiner letzten großen Eruption im Jahr 1914, als er mit der Ōsumi-Halbinsel verbunden wurde, immer wieder auftritt. © Kuri2000/Imago
Whakaari/White Island, ein aktiver Vulkan vor der Küste Neuseelands, ist bekannt für seine phreatischen Eruptionen, bei denen Dampf und vulkanische Gase explosionsartig freigesetzt werden. Der Vulkan zeigt regelmäßig Anzeichen von Unruhe, wie erhöhte seismische Aktivität, Gasemissionen und gelegentliche Aschewolken, was zu einer ständigen Überwachung und wiederholten Anpassungen des Alarmstatus‘ führt.
Whakaari/White Island, ein aktiver Vulkan vor der Küste Neuseelands, ist bekannt für seine phreatischen Eruptionen, bei denen Dampf und vulkanische Gase explosionsartig freigesetzt werden. Der Vulkan zeigt regelmäßig Anzeichen von Unruhe, wie erhöhte seismische Aktivität, Gasemissionen und gelegentliche Aschewolken, was zu einer ständigen Überwachung und wiederholten Anpassungen des Alarmstatus‘ führt. © Gudella / Imago
Der Sabancaya-Vulkan in Peru zeigt eine hohe eruptive Aktivität mit etwa 40 explosiven Eruptionen pro Tag, die Vulkanasche bis zu 2000 Meter über den Krater ausstoßen. Gleichzeitig wächst im Krater ein aktiver Lavadom, während die Warnstufe auf Orange bleibt und die Öffentlichkeit aufgefordert wird, einen Sicherheitsradius von 12 Kilometer einzuhalten.
Der Sabancaya-Vulkan in Peru zeigt eine hohe eruptive Aktivität mit etwa 40 explosiven Eruptionen pro Tag, die Vulkanasche bis zu 2000 Meter über den Krater ausstoßen. Gleichzeitig wächst im Krater ein aktiver Lavadom, während die Warnstufe auf Orange bleibt und die Öffentlichkeit aufgefordert wird, einen Sicherheitsradius von 12 Kilometer einzuhalten. © IMAGO / Depositphotos
Der Nyiragongo ist ein 3470 Meter hoher Vulkan in der Demokratischen Republik Kongo, der für seine extrem dünnflüssige Lava und seinen permanenten Lavasee bekannt ist. Er gilt als einer der gefährlichsten Vulkane Afrikas, der mehrfach verheerende Ausbrüche hatte, bei denen Teile der nahe gelegenen Stadt Goma zerstört und zahlreiche Menschen getötet wurden.
Der Nyiragongo ist ein 3470 Meter hoher Vulkan in der Demokratischen Republik Kongo, der für seine extrem dünnflüssige Lava und seinen permanenten Lavasee bekannt ist. Er gilt als einer der gefährlichsten Vulkane Afrikas, der mehrfach verheerende Ausbrüche hatte, bei denen Teile der nahe gelegenen Stadt Goma zerstört und zahlreiche Menschen getötet wurden. © Argentique /Imago
Mount Erebus, Antarktis, Vulkan, Lava
Der Mount Erebus in der Antarktis gilt seit 50 Jahren als südlichster aktiver Vulkan der Erde. Eine Forschungs-Station überwacht die Aktivitäten. Die letzte Eruption wurde 2018 registriert. Die Aktivität hält an, mit einem persistenten Lavasee im Krater. © Werner Stambach / Imago
Der Fuego in Guatemala produziert derzeit strombolianische Eruptionen. Diese strombolianische Aktivität ist charakteristisch für den Vulkan.
Der Fuego in Guatemala produziert derzeit strombolianische Eruptionen. Diese strombolianische Aktivität ist charakteristisch für den Vulkan. © IMAGO
Popocatépetl, Mexiko, Vulkan, aktiv, Lava
Der Popocatépetl in Mexiko ist seit 1994 wieder aktiv. Seitdem ist es verboten, den Gipfel des Vulkans zu besteigen. Immer wieder kommt es zu explosionsartigen Ausbrüchen und Aschewolken. © Omar Contreras / Imago
Der Eyjafjallajökull, ein Stratovulkan in Island, erlangte 2010 weltweite Bekanntheit durch seinen Ausbruch, der den europäischen Flugverkehr tagelang lahmlegte und massive wirtschaftliche Auswirkungen hatte. Die Eruption zeichnete sich durch eine Kombination aus Lavaströmen und explosiven Aschewolken aus, wobei die Interaktion zwischen heißem Magma und der Gletscherkappe des Vulkans zu besonders feinen Aschepartikeln führte, die eine ernsthafte Gefahr für Flugzeugtriebwerke darstellten.
Der Eyjafjallajökull, ein Stratovulkan in Island, erlangte 2010 weltweite Bekanntheit durch seinen Ausbruch, der den europäischen Flugverkehr tagelang lahmlegte und massive wirtschaftliche Auswirkungen hatte. Die Eruption zeichnete sich durch eine Kombination aus Lavaströmen und explosiven Aschewolken aus, wobei die Interaktion zwischen heißem Magma und der Gletscherkappe des Vulkans zu besonders feinen Aschepartikeln führte, die eine ernsthafte Gefahr für Flugzeugtriebwerke darstellten. © IMAGO/Atli Mar Hafsteinsson
Vulkanausbruch auf Hawaii, Kilauea, Lava, Magma
Der aktivste Vulkan der Welt ist der Kīlauea auf der Insel Big Island in Hawaii. Seit 1983 fließt hier kontinuierlich Lava, was ihn zu einem der aktivsten Vulkane weltweit macht. Kīlauea hat eine Höhe von 1247 Metern und ist bekannt für seine effusiven Ausbrüche, bei denen Lava in Form von Lavaströmen aus dem Erdinneren austritt. © Uncredited/U.S. Geological Survey/AP/dpa
Der Krakatau in Indonesien ist für seinen katastrophalen Ausbruch von 1883 berühmt, bei dem über 36.000 Menschen starben und massive geologische Veränderungen ausgelöst wurden. Seit 1927 wächst der Anak Krakatau (Kind des Krakatau) durch kontinuierliche vulkanische Aktivität und zeigt regelmäßig strombolianische Eruptionen mit Asche- und Gaswolken sowie gelegentlichen Lavaströmen.
Der Krakatau in Indonesien ist für seinen katastrophalen Ausbruch von 1883 berühmt, bei dem über 36.000 Menschen starben und massive geologische Veränderungen ausgelöst wurden. Seit 1927 wächst der Anak Krakatau (Kind des Krakatau) durch kontinuierliche vulkanische Aktivität und zeigt regelmäßig strombolianische Eruptionen mit Asche- und Gaswolken sowie gelegentlichen Lavaströmen. © IMAGO / Cover-Images
Der Piton de la Fournaise auf der französischen Insel La Réunion ist mit 2632 Metern Höhe einer der aktivsten Vulkane der Welt und wird seit 2010 als UNESCO-Weltnaturerbe gelistet. Der Vulkan bricht durchschnittlich alle neun Monate aus, wobei die meist ungefährlichen effusiven Eruptionen flüssige Lava freisetzen und ein einzigartiges Naturschauspiel bieten, das die Landschaft mit schwarzem Gestein und kontrastierender grüner Vegetation prägt.
Der Piton de la Fournaise auf der französischen Insel La Réunion ist mit 2632 Metern Höhe einer der aktivsten Vulkane der Welt und wird seit 2010 als UNESCO-Weltnaturerbe gelistet. Der Vulkan bricht durchschnittlich alle neun Monate aus, wobei die meist ungefährlichen effusiven Eruptionen flüssige Lava freisetzen und ein einzigartiges Naturschauspiel bieten, das die Landschaft mit schwarzem Gestein und kontrastierender grüner Vegetation prägt. © IMAGO / Pond5 Images
Erta Ale, Äthiopien, Afrika, Vulkan, Lavasee
Der Erta Ale (übersetzt: „Berg, der raucht“) im Nordosten Äthiopiens ist gut 613 Meter hoch. 2017 gab es starke Aktivitäten innerhalb des Lavasees. © Matthew Bailey / Imago
Der Sinabung, ein 2460 Meter hoher Stratovulkan im Norden Sumatras, erwachte 2010 nach 400 Jahren Ruhe und zeigt seitdem anhaltende explosive Aktivität mit pyroklastischen Strömen, Aschewolken und Lavadomen. Seine Ausbrüche haben zahlreiche Dörfer zerstört, Todesopfer gefordert und Zehntausende Menschen zur Evakuierung gezwungen, wodurch der Sinabung als einer der gefährlichsten Vulkane Indonesiens gilt und unter ständiger Beobachtung steht.
Der Sinabung, ein 2460 Meter hoher Stratovulkan im Norden Sumatras, erwachte 2010 nach 400 Jahren Ruhe und zeigt seitdem anhaltende explosive Aktivität mit pyroklastischen Strömen, Aschewolken und Lavadomen. Seine Ausbrüche haben zahlreiche Dörfer zerstört, Todesopfer gefordert und Zehntausende Menschen zur Evakuierung gezwungen, wodurch der Sinabung als einer der gefährlichsten Vulkane Indonesiens gilt und unter ständiger Beobachtung steht. © IMAGO/Kusuma Wijaya
Vesuv, Europa, Vulkan, Italien, aktiv
Der Vesuv: Europas einziger aktiver Vulkan auf dem europäischen Festland brach das letzte Mal im März 1944 – seitdem befindet der knapp 1300 Meter hohe Vulkan offiziell in einer „Ruhephase“. Obwohl er als ruhend gilt, wird er weiterhin genau überwacht. © Stefan Rousseau/dpa
Der Ebeko-Vulkan auf der Kurileninsel Paramushir in Russland ist einer der aktivsten Vulkane der Region und zeigt häufige phreatische Eruptionen, bei denen Asche bis zu 3.500 Meter hoch ausgestoßen wird. Die jüngsten Aktivitäten, die im Februar 2024 stattfanden, führten zu einer Warnung für den Flugverkehr aufgrund der Aschewolken.
Der Ebeko-Vulkan auf der Kurileninsel Paramushir in Russland ist einer der aktivsten Vulkane der Region und zeigt häufige phreatische Eruptionen, bei denen Asche bis zu 3.500 Meter hoch ausgestoßen wird. Die jüngsten Aktivitäten, die im Februar 2024 stattfanden, führten zu einer Warnung für den Flugverkehr aufgrund der Aschewolken. © IMAGO/KURIL BAND
Dukonu, Vulkan, Indonesien, Eruption, Lava
Der Dukonu in Indonesien ist knapp 1200 Meter hoch. Zwar ereignete sich die letzte schwere Eruption bereits im Jahr 1550, seit 1933 ist er jedoch kontinuierlich aktiv – und einer der aktivsten weltweit. Er zeigt kontinuierliche Aktivität mit häufigen Ascheeruptionen. © Westend61 / Imago
Der Shiveluch-Vulkan auf der Kamtschatka-Halbinsel in Russland ist einer der aktivsten und explosivsten Vulkane der Welt, der am 10. April 2023 mit einer massiven Eruption ausbrach, die eine Aschewolke bis zu 16 Kilometer hoch schleuderte und eine Fläche von etwa 108.000 Quadratkilometern bedeckte. Diese explosive Aktivität führt zur Bildung von Lavadomen und pyroklastischen Strömen, während die Warnstufe für den Luftverkehr auf Rot angehoben wurde, um die umliegenden Städte und Dörfer vor den Gefahren der vulkanischen Emissionen zu schützen.
Der Shiveluch-Vulkan auf der Kamtschatka-Halbinsel in Russland ist einer der aktivsten und explosivsten Vulkane der Welt, der am 10. April 2023 mit einer massiven Eruption ausbrach, die eine Aschewolke bis zu 16 Kilometer hoch schleuderte und eine Fläche von etwa 108.000 Quadratkilometern bedeckte. Diese explosive Aktivität führt zur Bildung von Lavadomen und pyroklastischen Strömen, während die Warnstufe für den Luftverkehr auf Rot angehoben wurde, um die umliegenden Städte und Dörfer vor den Gefahren der vulkanischen Emissionen zu schützen. © IMAGO/Kamchatka branch of RAS Geophysi
Der Sangay-Vulkan in Ecuador, mit einer Höhe von 5.230 Metern, ist einer der aktivsten Vulkane Südamerikas und zeigt seit 1934 nahezu ununterbrochene eruptive Aktivität, die durch regelmäßige Asche- und Felsauswürfe gekennzeichnet ist. Seine Eruptionen, die alle 15 bis 60 Minuten stattfinden, führen zur kontinuierlichen Bildung eines Vulkankegels und stellen eine ständige Gefahr für die umliegenden Gebiete dar.
Der Sangay-Vulkan in Ecuador, mit einer Höhe von 5.230 Metern, ist einer der aktivsten Vulkane Südamerikas und zeigt seit 1934 nahezu ununterbrochene eruptive Aktivität, die durch regelmäßige Asche- und Felsauswürfe gekennzeichnet ist. Seine Eruptionen, die alle 15 bis 60 Minuten stattfinden, führen zur kontinuierlichen Bildung eines Vulkankegels und stellen eine ständige Gefahr für die umliegenden Gebiete dar. © IMAGO / Pond5 Images
Masaya, Nicaragua, Vulkan, Lava, Gestein
Der Masaya in Nicaragua: 2015 bildete sich ein Krater mit einem Lavasee. Messversuche mit einer Wärmebildkamera ergaben dort Temperaturen von etwa 1200 Grad Celsuis. © dimarik / Imago

Vesuv ist seit 80 Jahren nicht mehr ausgebrochen – das ist ungewöhnlich

Eine Sache beunruhigt die Forschung jedoch, wenn es um die italienischen Vulkane geht: Seit 80 Jahren ist der Vesuv nicht mehr ausgebrochen. „Zwischen der Eruption, die 79 nach Christus Pompeji zerstört hat und dem Ausbruch 1944 hatte der Vesuv im 19. Jahrhundert im Mittel alle zwölf Jahre einen Ausbruch. Und jetzt seit fast acht Jahrzehnten nicht mehr“, bilanziert Walter.

Insgesamt, so der Experte, komme es beim Blick auf die italienischen Vulkane auf den Blickwinkel an: Schaue er sich als Geologe die Jahrtausende währende Entwicklung eines Vulkans an, dann sei das, was man am Stromboli, Vesuv oder den Phlegräischen Feldern sehe, „durchaus normal. Die Vulkane haben immer wieder Phasen von erhöhter Aktivität oder lange Phasen der Ruhe.“ Anders sehe es dagegen aus, wenn man „aus unserem sehr kleinen zeitlichen Maßstab“ auf die italienischen Vulkane blicke. „Dann ist das schon sehr ungewöhnlich“, betont der Vulkan-Experte. (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/imageBROKER/Günter Gräfenhain

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