Beim Versuch, ihren Hund aus einem reißenden Gletscherfluss zu retten, sind zwei Bergwanderinnen in den italienischen Alpen in einen Stausee mitgerissen worden und dort untergegangen.
Update vom 24. August, 15.26 Uhr: Jetzt gibt es traurige Gewissheit: Bei einer erneuten Suchaktion am heutigen Donnerstag (24. August) wurden die Leichname der beiden Frauen gefunden. Fünf Bergretter, die sich auf die Rettung aus verschiedenen Provinzen spezialisiert haben sowie neun Techniker der Alpinen Rettungsstation Valm der Finanzwache suchten mit Hilfe eines Hubschraubers am Vormittag das Gebiet am Fellaria-Gletscher in drei Suchzonen ab.
Ziemlich bald fanden sie eine der beiden vermissten Frauen etwa 200 Meter unterhalb der Brücke und die zweite etwa 150 Meter oberhalb des Stausees Alpa Gera. Die Leichname der beiden Frauen wurden geborgen und ins Tal geflogen.
Erstmeldung vom 24. August 2023, 11:34 Uhr: Sondrio - Durch das Bergfilmdrama Die weiße Hölle vom Piz Palü mit Leni Riefenstahl in einer der Hautrollen ist 1929 der 3900 Meter hohe Berg in der Berninagruppe nahe der schweizerisch-italienischen Grenze 1929 im deutschen Sprachgebiet berühmt geworden. Am Mittwoch spielte sich an seinem Fuß in Italien eine Tragödie ab. Nicht die einzige, die Italien zuletzt heimsuchte.
Zwei Italienerinnen im Alter von 54 und 60 Jahren aus der Provinz Lecco am Comer See waren gegen Mittag in einer Wandergruppe unterwegs, die gemeinsam einen Weg zum See am Fuße des Osthangs des Fellaria-Gletschers am Fuß des Piz Palü entlang gingen. In einer Höhe von 2500 Metern in der Nähe einer Eisenbrücke nahe der Bignami-Schutzhütte riss sich der Hund einer der beiden Frauen los und stürzte in den Bergbach. Das berichtet die Zeitung La Stampa.
Hitzewelle in Italien macht Gletscherbach zu reißendem Fluss
Der Bergbach ist wegen der großen Hitze, die den Gletscher in Rekordtempo schmelzen lässt, zum reißenden Fluss geworden. Beim Versuch, das keuchende Tier mit einem Ast zu bergen, rutschte auch die Besitzerin aus. Das Frauchen stürzte ins Wasser, als ihre Freundin ihr zu Hilfe eilte, rutschte auch sie in die reißenden Fluten..
Darin zu schwimmen war unmöglich, die beiden Frauen wurden wie der Hund von dem reisenden Gletscherfluss mitgerissen, der in den Stausee Alpe Gera mündet. Sie verschwanden aus den Augen ihrer Gruppe. Der Rest der Gruppe holte sofort Hilfe, doch die Suchaktion der Bergrettung von Sondrio, Feuerwehrtauchern und den freiwilligen Bergwachten des Veltlin und Valchiavenna konnten die Frauen und den Hund nicht ausfindig machen.
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Frauen dürften in Stausee Norditaliens getrieben sein
Die Suchaktionen entlang des Baches zwischen der Brücke und dem stromabwärts gelegenen Stausee wurden den ganzen Tag fortgesetzt. Das trübe Wasser machte die Suche schwierig. Dabei kamen auch mit Wärmescannern ausgerüstete Drohnen und zwei Hubschrauber zum Einsatz. Am späten Abend wurde am Bachufer ein Trekkingrucksack gefunden. Die Retter fürchten, dass die beiden Frauen ertrunken sind.