VonMarkus Christandlschließen
Der Plöckenpass führt von Kärnten aus nach Italien und dann geht es über Udine weiter an die Adria. Doch nach einem Felssturz auf 1200 Metern Höhe kann der Pass nicht mehr befahren werden.
Lienz/Udine - Der massive Felssturz am Monte Croce ereignete sich in der Nacht zum 1. Dezember. Auto große Brocken und Geröll rissen die Steinschlaggalerie auseinander, zertrümmerten die Straße und machten diese unpassierbar. Ein etwa 15 Tonnen schwerer Block blieb noch in einem Fangnetz hängen, ein weiterer riss aber eine Stützmauer mit.
Wichtige Route zur Adria dicht: 2000 Fahrzeuge sind normalerweise auf dem Pass unterwegs
Für die Gemeinde und die Region sei die Sperre eine Katastrophe, sagte der Bürgermeister von Kötschach-Mauthen im Bezirk Hermagor (Österreich), Josef Zoppoth im ORF: „Wir haben sehr viele Handelsbetriebe, vor allem im Holzbereich, die mit Italien Geschäfte machen, die jetzt natürlich massive Umwege fahren müssen. Das ist ein wirtschaftlicher Faktor.“ Es gebe aber auch sehr viel touristischen Verkehr in beide Richtungen. Bis zu 2000 Fahrzeuge sind an guten Tagen auf dem Plöckenpass unterwegs.
Italiens Straßenverwaltung arbeitet bereits an dem Schaden. 500 Kubikmeter Fels dürften abgebrochen sein. Sowohl auf österreichischer als auch italienischer Seite hofft man auf eine schnelle Sanierung. „Der Pass ist eine entscheidende Infrastruktur für das Leben der gesamten Region“, hieß es von der Handelskammer Pordenone-Udine und sie fordert die Installierung eines Kommissars, der etwaige bürokratische Hürden bei der Sanierung schnell beseitigt.
Trotzdem dürfte es Monate dauern, die zerstörten Abschnitte wieder herzustellen. Und inzwischen gibt es bereits Stimmen, den Plöckenpass dauerhaft aufzugeben. „Die Straße könnte nicht mehr sicher befahrbar gemacht werden“, wird etwa Massimo Mentil, ehemaliger Bürgermeister von Paluzza, zitiert. Für den Tourismus wäre verheerend. Wie es wirklich weitergeht, wird sich aber wohl erst in den kommenden Monaten zeigen.
Die Grenze ist noch zu erreichen, dann ist Schluss – Felssturz zerstört Tunnel
Laut des österreichischen Verkehrsclubs ÖAMTC ist der Plöckenpass noch bis zur Passhöhe bzw. Grenze befahrbar. „Für Fahrten nach Italien muss man allerdings großräumig ausweichen: über die B100 Sillian-Arnbach, bzw. über die B111 Hermagor und das Nassfeld, oder über die Autobahn A2 Villach-Tarvis.“
Erst vor kurzem war auch eine wichtige Route zum Gardasee wegen einer Geröll-Lavine gesperrt. Italiens Küste soll übrigens nach einer neuen Messung tausende Kilometer länger sein.
Rubriklistenbild: © Protezione Civile della Regione Autonoma FVG/Facebook


