Italien im Unwetter-Chaos: Mauer stürzt auf Autos – tückisches „Tornado“-Phänomen
VonRichard Strobl
schließen
Massive Regenfälle und starke Unwetter haben in Italien zu beträchtlichen Schäden geführt. Gerade Ligurien versinkt teils im Chaos.
Genua – In nur knapp zwölf Stunden fielen bis zu 200 Millimeter Regen. Italien wird aktuell von heftigen Unwettern heimgesucht. Besonders betroffen ist die Region Ligurien.
Von „massiven Beeinträchtigungen“ durch die schweren Unwetter berichtet das Wetter-Portal il meteo. Besonders in der Region Genua hätte ein „extrem starkes Unwetter“ gewütet. Massive Regenfälle führten zu Erdrutschen, Schlammlawinen und von Geröll übersäten Straßen. Die Behörden haben eine Unwetter-Warnung herausgegeben und warnen zu äußerstes Vorsicht bei Fahrten und Reisen im Allgemeinen.
Italien von massiven Unwettern getroffen: Mauer stürzt auf Straße
Bilder aus der Region Genua zeigen den Grund für die drastischen Warnungen. In Pegli, einem Ort am westlichen Rand Genuas drangen die Wassermassen in die Stützmauer eines Gartens ein. Die Mauer gab nach und Steine und Schlamm stürzten auf die darunterliegende Straße. Die dort geparkten Autos wurden mitgerissen. Verletzt wurde bei dem Vorfall Gott sei Dank niemand. Dennoch musste die Straße gesperrt werden, Steine und Erde müssen abtransportiert werden.
Auch in der Region Imperia gab es durch den Regen erhebliche Überschwemmungen, wie Rai berichtet. Dazu kamen Hagel und starke Windböen. In Dolceaqua stürzte ein Baum auf eine Stromleitung und kappte die Versorgung für mehrere Haushalte. In ganz Ligurien führten die enormen Wassermengen zu Überflutungen. Kleine Bäche traten über die Ufer und überschwemmten Straßen, Plätze und Unterführungen.
Strände, Städte, kulturelle Highlights: Die schönsten Urlaubsorte in Italien
Besonders drastisch war die Lage am Samstag italienischen Berichten nach westlich von Genua zwischen Voltri und Sampierdarena. Hier sorgte zudem ein tückisches Wetterphänomen für weitere Schäden. Rai berichtet von einem „Tornado“. Dabei handelte es sich aber wohl um einen Fallwind, bei dem eine Luftsäule mit rasanter Geschwindigkeit aus einer Gewitterwolke absinkt und sich nach dem Auftreffen auf dem Boden in alle Richtungen ausdehnt und starke Windböen erzeugt. Hierdurch gab es laut dem Sender „beträchtliche Schäden“: Lieferwagen kippten um, Bäume wurden entwurzelt und Müllcontainer kippten.
Doch auch südlich von Genua gab es massive Regenfälle. In der Region um Carrara wurden Straßen zu reißenden Flüssen. Der Verkehr war massiv beeinträchtigt. In einzelnen Straßen schwappte das Wasser bis zu den Autotüren und blockierte die Fahrzeuge. Die Insassen mussten in ihren Fahrzeugen ausharren, bis der Regen nachließ.
Gegen Samstagabend zog das Unwetter dann weiter. Doch auch für Sonntag sind neue Warnungen herausgegeben worden. Mit der Warnfarbe orange gilt laut Rai die höchste Warnstufe für Gewitter. Auch in der Toskana sowie in Teilen der Lombardei, der Emilia-Romagna und Venetiens gilt am Sonntag eine Wetterwarnung wegen starken Regens und Gewittern.