VonMoritz Bletzingerschließen
Erdbeben-Nacht in Italien: Eine Reihe von Beben traf die Provinz Neapel. Um 2 Uhr nachts begann der Albtraum, erst am Morgen beruhigte sich die Erde.
Neapel – Mit einer Stärke von 2,8 setzte ein Beben am Freitagmorgen (18. August) um 6.22 Uhr den Schlussakkord einer unruhigen Nacht in Italien. Eine Serie von Erschütterungen hatte die Provinz Neapel die ganze Nacht über beschäftigt. Experten nennen das Phänomen auch Erdbeben-„Schwarm“.
Italien-Erdbeben zählen zu den stärksten der letzten 20 Jahre in der Region Neapel
Alle Beben ereigneten sich im selben Gebiet, die Phlegräischen Felder im Westen von Neapel wurden fünfmal getroffen, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Schon am 15. August wurden Erdbeben mit Stärken von 2,4 und 2,6 registriert.
Il Messagero spricht sogar von den stärksten Erdbeben der letzten 20 Jahre in der Region. Nach Information der Zeitung hatte das heftigste Beben eine Stärke von 3,3. Sie bezieht sich auf Daten des nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie. Häufig unterscheiden sich die Daten verschiedener Institute zu Erdbeben, sie werden im Nachgang üblicherweise korrigiert. Vor Kurzem hatte ein Beben der Stärke 4,4 die Adria erschüttert.
Erdbeben-Nacht in Italien: Die Chronologie der Erschütterungen bei Neapel
- 1.58 Uhr: Stärke 2,0
- 2.00 Uhr: Stärke 1,5
- 4.11 Uhr: Stärke 2,0
- 5.31 Uhr: Stärke 1,3
- 6.10 Uhr: Stärke 2,5
- 6.18 Uhr: Stärke 3,3
- 6.22 Uhr: Stärke 2,8
- 6.56 Uhr: Stärke 1,8
Die Erschütterungen waren auch in Neapel deutlich zu spüren. Italienische Medien sprechen von Angst unter der Bevölkerung. Menschen in Pozzuoli und anderen Orten im Phlegräischen Gebiet wurden mitten in der Nacht geweckt. Viele stürmten auf die Straße.
Menschen berichten von Erdbeben-Albtraum: „Es war sehr stark, meine Beine zittern immer noch“
In den sozialen Medien berichten Menschen über die Erdbeben-Nacht. „Es war sehr stark, meine Beine zittern immer noch“, „es war, als würde man in einem Schaukelstuhl sitzen“, „vier in zwanzig Minuten, immer und immer wieder“, zitiert Il Messagero von verschiedenen Plattformen. Der Katastrophenschutz gab derweil Entwarnung. Es wurden keine Schäden festgestellt.
In den Phlegräischen Feldern kommt es immer wieder zu Erdbeben. Das ist aber nicht die einzige Naturgefahr in der Region. Der Vulkan Ätna gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt, seit dieser Woche spuckt er Feuer, Asche und Lava. Bei Pozzuoli befindet sich außerdem auch der größte aktive Supervulkan Europas. (moe)
