Neue Wetterwarnung

Italien-Ort „von allen im Stich gelassen“: Toskana-Wut nach Unwetter – Bewohner sprechen von „Schande“

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Heftige Unwetter haben in Teilen Italiens für Verwüstungen gesorgt. Ein Ort fühlt sich komplett im Stich gelassen. Und es droht neue Gefahr.

Florenz - Sieben Tote, eine weiter vermisste Person und geschätzt 300 Millionen Euro Schaden - allein in der Toskana. Das ist die bittere Bilanz der Unwetter, die in Teilen Italiens für große Verwüstung gesorgt haben. Dabei muss man sagen: Es ist eine Zwischenbilanz, denn es drohen neue Unwetter in Italien.

Besonders hart getroffen hat es die bei vielen Urlaubern besonders beliebte Region Toskana.

Toskana ächzt nach Italien-Unwettern: Bewohner sprechen von „Schande“

Tausende Haushalte in der Toskana sind ohne Strom. Einheiten des Energiekonzerns Enel hätten ihre Arbeiten fortgesetzt, um die vom Netz getrennten Haushalte mit Strom zu versorgen, teilte Toskana-Präsident Giani mit. Auch die Trinkwasserversorgungen sei in manchen Gegenden eingeschränkt.

Schwere Unwetter haben in Teilen Italiens gewütet. Besonders hart getroffen hat es die Toskana. (Collage)

Unterdessen machen die Anwohner den Behörden schwere Vorwürfe. „Wir sind seit anderthalb Tagen unter diesen Bedingungen, wo ist der Katastrophenschutz? Wo ist die Hilfe? Wir haben kein Wasser, Häuser und Geschäfte sind überflutet“, berichtet ein Einwohner der Gemeinde Figline nahe Florenz gegenüber der Repubblica. Ihnen sei gesagt worden, dass die Armee kommen würde, um zu helfen. Doch es seien bislang keine Einheiten eingetroffen. Die Bewohner kämpfen mithilfe einiger Polizisten mit Schaufeln gegen Schlamm und Trümmer. Dem Bericht nach macht sich Wut und Müdigkeit breit.

Sturmtief „Ciaran“ verwüstet Europa: Aufnahmen verdeutlichen die Wucht des Orkans

Vielerorts hat der Orkan „Ciaran“ an der Küste für Meter hohe Wellen gesorgt, die auf das Land geprallt sind.
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In der Region Asturien (Spanien) hat Sturmtief „Ciaran“ („Emir“) riesige Wellen verursacht.
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In Italien sorgte Sturmtief „Ciaran“ vielerorts für heftige Überschwemmungen.
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Sturmtief „Ciaran“ bringt heftige Unwetter in die Toskana (Italien).
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Ein Passagier der „Mein Schiff 3“ dokumentiert auf Facebook, wie Sturmtief „Ciaran“ über den Dampfer hinwegfegt. (Foto-Montage)
Ein Passagier der „Mein Schiff 3“ dokumentiert auf Facebook, wie Sturmtief „Ciaran“ über den Dampfer hinwegfegt. (Foto-Montage) © Facebook/Knud Jetten
Sturm-Gefahr auf dem Brocken: Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten von über 100 Km/h machen es Wanderern schwer, sich auf dem Berg in Sachsen-Anhalt aufrecht zu halten.
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Die Dackelhündin Susi jagt am Strand nach umherfliegenden Gräsern. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Sturmwarnung für Teile der Nordseeküste herausgegeben.
Die Dackelhündin Susi jagt am Strand nach umherfliegenden Gräsern. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Sturmwarnung für Teile der Nordseeküste herausgegeben. © Sina Schuldt/dpa
Angeschwemmte Boote liegen am Strand in der Bretagne (Frankreich) im Sand.
Angeschwemmte Boote liegen am Strand in der Bretagne (Frankreich) im Sand. Das Orkantief „Ciaran“ bedroht Teile von Europa mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 180 Km/h, heftige Regenfälle und riesige Wellen trafen in der Nacht auf die französische Atlantikküste. © Jeremias Gonzalez/dpa
Schaum und Gischt fließen über eine Straße in Westfrankreich (2. November 2023), als der Sturm „Ciaran“ über die Region zieht.
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Ein Mann geht durch das Hochwasser in Nordirland, wo Sturmtief „Ciaran“ tagelange heftigen Regenfällen brachte.
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Sturm-Gefahr auf dem Brocken: Tief Emir hat den Harzerreicht.
Sturm-Gefahr auf dem Brocken: Tief Emir hat den Harzerreicht. Auf dem Brocken herrschen starke Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern. Wanderer hatten Mühe sich bei dem Wind aufrecht bau halten. © Matthias Bein/dpa

Bis auf die helfenden Hände der Polizei habe man „wenig oder gar nichts, nicht einmal Sandsäcke“, macht eine Frau ihrem Ärger Luft. Sie habe noch einen Meter Wasser im Haus und keinen Strom, berichtet sie und meint: „Es ist eine Schande, wir fühlen uns von allen im Stich gelassen“.

Italien von Unwettern hart getroffen: Wettervorhersage warnt Toskana erneut

Auch das Wetterwarnsystem hatte im Vorgang zu den Unwettern versagt. Die Behörden müssen sich unangenehmen Fragen stellen.

Am Samstag war in vielen Gemeinden das Wasser nach den Überschwemmungen zurückgegangen. In einigen Orten steht das Wasser jedoch unverändert hoch. Insbesondere die Ortschaften, durch die der über die Ufer getretene Fluss Bisenzio fließt, kämpfen weiter gegen die gewaltigen Wassermassen. Wie auf Drohnenaufnahmen der Feuerwehr zu sehen war, steht etwa auch die Gemeinde Campi Bisenzio immer noch unter Wasser. Zu Aufräumarbeiten kommen die Bewohner noch nicht. „Das Wasser kam von allen Seiten, von hier, von da, man konnte es nicht aufhalten. Wir haben alles verloren“, sagte ein Mann aus dem Ort im italienischen Fernsehen.

Unterdessen droht neue Gefahr: Meteorologen des privaten Wetterdienstes ilmeteo.it erwarten am Wochenende weitere teils schwere Unwetter mit Regen und Sturm in der Toskana. Die Regenfront soll allerdings auch die nördlicheren Regionen Venetien und die Lombardei erreichen. Der Leiter des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio, warnte vor dem Regen, der am Nachmittag kommen sollte, und rief zur Vorsicht auf. Zivilschutz-Experten machen sich Sorgen, da durch die Regenfälle der vergangenen Tage die Böden „gesättigt“ seien und kaum weitere Niederschläge aufnehmen können. Es bestehe ein erhöhtes Risiko neuer Überschwemmungen und Erdrutsche. (rjs/dpa)

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