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Kilian Bäuml- Anna-Lena Kiegerl
Sarah Neumeyer
Karolin Schaefer
In Italien sorgen schwere Regenfälle für Überschwemmungen, umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller. Zahl der Toten steigt auf sechs.
Update vom 04. November, 06.56 Uhr: Nach schweren Unwettern in Teilen Italiens drohen auch am Samstag weitere Gewitter mit Regen und Sturm. In der Nacht zu Freitag gab es Überschwemmungen in der bei Urlaubern beliebten Toskana, bei denen mindestens sechs Menschen ums Leben kamen. Zudem gab es Berichten zufolge einige Vermisste. Weite Teile der betroffenen Region sind noch überschwemmt, während in anderen Gegenden der Toskana bereits die Aufräumarbeiten laufen.
Noch bis zum frühen Freitagabend galt die vom Zivilschutz ausgerufene Warnstufe Orange. Der Regen hatte zwar im Laufe des Tages nachgelassen, den Einsatzkräften machte jedoch der sehr starke Wind bei den Aufräum- und Sucharbeiten zu schaffen. . Meteorologen zufolge könnten am Wochenende erneut Gewitter mit starkem Regen und Wind über die Region ziehen. Die Behörden und Menschen in der betroffenen Gegend wappnen sich für mögliche Folgen
Historische Unwetter in Italien: Toskana geflutet – Feuerwehr-Video zeigt Ausmaß
Update vom 3. November, 19.40 Uhr: Die Anzahl der durch das Orkantief Ciarán verursachten Todesfälle im Norden Italiens ist nach Angaben der Behörden auf sechs gestiegen. „Was heute Nacht in der Toskana geschah, hat einen Namen: Klimawandel“, so der Regionalgouverneur Eugenio Giani am Freitag (3. November). Die italienische Regierung erklärte für die Toskana den Notstand.
Unter den Toten war ein 85-jähriger Mann, der in seiner überfluteten Wohnung in der Gemeinde Montemurlo nordwestlich von Florenz ertrank. Eine weitere Einwohnerin des Ortes, eine 84-jährige Frau, starb infolge eines Schwächeanfalls. In der Gemeinde wurden innerhalb weniger Stunden 20 Zentimeter Niederschlag gemessen, ein Rekord seit Beginn der Aufzeichnungen.
Das Auswärtige Amt in Berlin riet in einer Reisewarnung davon ab, unnötige touristische Reisen in die italienische Region Friaul-Julisch-Venetien zu unternehmen. Zudem wurde empfohlen, in den besonders betroffenen Gebieten auf Autofahrten zu verzichten. In Florenz sei die Situation „kritisch“, erklärte Bürgermeister Dario Nardella in der Nacht im Onlinedienst X (vormals Twitter). Der Sturm erreichte auch Venedig, wo laut lokalen Medien zwei Menschen vermisst wurden.
Feuerwehr-Video zeigt das Ausmaß der Unwetter in Italien
Update vom 3. November, 16.09 Uhr: Ein Video der Feuerwehr auf der Plattform X (vormals Twitter) zeigt das Ausmaß der schweren Unwetter in der Toskana in Italien. Auf den Aufnahmen, die aus einem Hubschrauber heraus gefilmt wurden, sind die überschwemmten Gebiete zwischen Empoli, Vinci und Lamporecchio zu sehen. Alle Straßen und Wege sind mit braunem Wasser überflutet. Einsatzkräfte suchen dort aktuell nach zwei vermissten Menschen.
#Maltempo #Toscana, ricognizione aerea dell’elicottero AW139 Drago 140 dei #vigilidelfuoco sulle aree alluvionate tra Empoli, Vinci e Lamporecchio dove sono in corso le ricerche delle due persone disperse#3novembre #alluvione pic.twitter.com/X2yeecCgxA
— Vigili del Fuoco (@vigilidelfuoco) November 3, 2023
Schwerster Regen seit 50 Jahren in der Toskana
Update vom 3. November, 13.41 Uhr: Wie rainews.it berichtet, handelt es sich laut der italienischen Behörde „Consiglio Nazionale delle Ricerche“, bei den Regenfällen in der Toskana um die stärksten seit 50 Jahren. Innerhalb von drei Stunden fielen dort 190 mm Regen. Auch heute Nachmittag soll die Lage angespannt bleiben.
Eine der vermissten Personen konnte unterdessen lebend wiedergefunden werden. Dabei handelt es sich um einen 72-jährigen, der bei Durchsuchungen in Campi Bisenzio entdeckt wurde.
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Update vom 3. November, 10.52 Uhr: Die Zahl der Toten in der Toskana ist auf fünf angestiegen, das berichtet die italienische Zeitung la Repubblica. Bei den Sucharbeiten wurden zwei Leichen gefunden. Vier Personen werden weiterhin vermisst. Entwarnung gibt es derweil in Florenz. Denn wie Präsident Giani in den sozialen Medien berichtet, ist die Überschwemmung des Arno hier ohne größere Probleme vorübergegangen.
Update vom 3. November, 9.47 Uhr: Die Lage in Italien bleibt weiterhin kritisch. Wie die italienische Tageszeitung la Repubblica berichtet, steht der Höhepunkt der Ereignisse in einigen Regionen noch bevor. So teilt der Präsident der Toskana Giani mit, dass der Fluss Arno den Scheitelpunkt des Hochwassers noch erreichen wird. „Es ist ein Schock, mir ist zum Weinen zumute“, erklärt der Bürgermeister von Prato nach der Sichtung der Schäden der Nacht. Auch in Rom ist die Situation heikel. Die Küste ist von starkem Seegang betroffen. Erst am Vormittag soll der Höhepunkt, mit Wellen von bis zu 3,5 Metern, erreicht werden.
Update vom 3. November, 7.46 Uhr: Durch ein schweres Unwetter sind in der Toskana in Italien drei Menschen gestorben, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Eine Person wurde demnach in einem überfluteten Raum im Erdgeschoss eines Hauses gefunden. In der Region Venetien wird eine Person vermisst. „Ich habe den regionalen Notstand ausgerufen“, teilte der Präsident der Region Toskana, Emilio Giani, am Abend mit. „Die Lage ist wirklich sehr ernst.“ Auf X (ehemals Twitter) teilte er Videos und Bilder der Überflutung. In die Gebiete, die durch die Wassermassen nur schwer erreichbar waren, wurden Schlauchboote geschickt, teilte Giani mit. Auch Mailand war in Folge starker Regenfälle von Hochwasser betroffen.
Auch in Südtirol ist der Bevölkerungsschutz ist in erhöhter Alarmbereitschaft, berichtet stol.it. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich von Fließgewässern und Unterführungen fernzuhalten. Es gab zahlreiche Feuerwehreinsätze aufgrund von Überschwemmungen, umgestürzten Bäumen und Fahrzeugbergungen. Nach einem Erdrutsch ist die Straße ins Sarntal gesperrt. Aufgrund der aktuell sinkenden Schneefallgrenze werden Autofahrer dazu angehalten, ihre Winterausrüstung im Auto mitzuführen.
Schwere Unwetter in Italien: Sturzfluten reißen in der Toskana Autos mit
Update vom 2. November, 22.36 Uhr: In Italien wüten noch immer schwere Unwetter. Nachdem bereits Mailand infolge starker Regenfälle von Hochwasser betroffen war, kam es nun auch in der Toskana zu Sturzfluten. Bilder auf X (vormals Twitter) zeigen, wie Wassermassen in der Stadt Prato mehrere Autos mit sich reißen. Zuvor hatte es über mehrere Stunden hinweg heftigen Niederschläge gegeben.
dramatic situation right now in Prato (Tuscany), where a flash flood emergency is occurring after nearly stationary very heavy precipitation for a number of hours
— Unwetter-Freaks (@unwetterfreaks) November 2, 2023
©️ Paolo Tronconi via Tornado in Italia pic.twitter.com/cB9HQmsnSm
Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, trat zudem der Fluss Bisenzio am Donnerstagabend (2. November) an zwei Stellen in der Stadt Campi Bisenzio (Florenz) über die Ufer. Der Bürgermeister, Andrea Tagliaferri, ordnete daraufhin die Schließung von Schulen an und forderte die Bürger auf, sich in die oberen Stockwerke der Gebäude zu begeben. Auch sämtliche Schulen in Neapel, Caserta, Benevento und Salerno sollen am Freitag (3. November) geschlossen bleiben.
Schwere Unwetter im Norden Italiens: Fluss in Mailand tritt über die Ufer
Erstmeldung vom 31. Oktober, 11.03 Uhr: Mailand – Erneut wird Italien von schweren Unwettern heimgesucht. Zuletzt verwüstete ein Tornado Häuser in einem Alpen-Ort. Nun tobte in der Nacht zu Dienstag (31. Oktober) ein heftiges Gewitter über Mailand und rund um die Brianza.
Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, trat angesichts starker Regenfälle der Fluss Seveso am Dienstagmorgen über die Ufer. Infolgedessen wurde Mailands Stadtteil Niguarda im Norden sowie die wichtige Hauptstraße Viale Fulvio Testi überflutet. Innerhalb weniger Stunden regnete es mehr als ein Drittel des Monatsdurchschnitts.
Zudem sei der Lambro-Park aufgrund des steigenden Wassers des gleichnamigen Flusses vorsorglich evakuiert worden. Dem Stadtrat zufolge werden die Überschwemmungen in der Mode-Metropole noch einige Stunden andauern.
Überschwemmungen in Italien: Bilder aus Mailand zeigen Ausmaß des Unwetters
In den sozialen Medien teilen Anwohner Bilder und Videos aus Mailand, die das Ausmaß des Unwetters im Norden Italiens erahnen lassen. Straßen haben sich regelrecht in reißende Flüsse verwandelt, Brunnen laufen über, Autos und Straßenbahnen stecken in den Wassermassen fest.
#Milano, esondazione del Seveso. Ora in via Ca Granda, quartiere Niguarda @RaiNews pic.twitter.com/ctUpUP8SXc
— Paolo Maggioni (@paolomaggioni) October 31, 2023
„Seit gestern verfolgen wir im Ministerium Stunde für Stunde die Wetterlage und die Auswirkungen auf Infrastruktur und Verkehr“, teilte Verkehrsminister Matteo Salvini beim Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) mit. Die Einsatzkräfte befänden sich seit Montag (30. Oktober) im Einsatz.
Unwetter in Nord-Italien: Zweitgrößter Bahnhof in Mailand unter Wasser
Wie die örtliche Zeitung Milano Today mitteilte, stehe auch der Porta Garibaldi, der zweitgrößte Bahnhof Mailands, vollständig unter Wasser. Eine zu den Gleisen führende Unterführung war ebenfalls vollgelaufen. Der Zivilschutz empfiehlt Anwohnern, zu Hause zu bleiben und sich von Unterführungen fernzuhalten. In einigen Gebäuden ist infolge des Unwetters sogar der Strom ausgefallen.
Kurz bevor der Fluss Seveso am Morgen über die Ufer trat, hatte er einen Pegelstand von 2,26 Metern erreicht, eine Dreiviertelstunde später wurden bereits Pegelstände von über drei Metern gemeldet. Umstürzende Bäume machen die Situation besonders kritisch. Vor einer Grundschule im Osten der Stadt sei ein Baum auf den Eingang einer Grundschule gestürzt, berichtete Milano Today. Dabei seien zwei Erwachsene leicht verletzt worden. In Mediglia wurde eine Frau mit ihren beiden Kindern in ihrem Auto eingeklemmt, als ein Baum wegen des starken Windes umgestürzt war. Die Feuerwehr konnte die Familie aus dem Fahrzeug befreien.
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Unwetter fegt über den Norden Italiens: Weitere Regenfälle erwartet – Brennerautobahn gesperrt
Das Wetter in Mailand wird im Tagesverlauf am Dienstag zumindest vorerst aufklaren. Doch schon am Donnerstag (2. November) werden laut dem Meteorologen Edoardo Ferrara von 3Bmeteo neue Regenfälle erwartet. Auch Gewitter seien möglich, die bis in die Nacht zu Freitag (3. November) andauern könnten.
Die Lagunenstadt Venedig dagegen blieb von dem Hochwasser verschont, obwohl am Süddamm ein Höchststand von 1,54 Metern erreicht wurde, berichtete Ansa. Durch die Flutschutztore konnte der Pegel im Inneren der Lagune niedrig gehalten werden. An der Grenze zu Österreich traf ein Erdrutsch die Brennerautobahn, die deshalb in Richtung Norden gesperrt ist.
In der Region Venetien wurden mehr als 80 Feuerwehreinsätze wegen umgestürzter Bäume, Erdrutschen und Wasserschäden gemeldet. Auch das Tal Veltlin an der Grenze zur Schweiz sowie das Alpental Valchiavenna wurden von dem Unwetter heimgesucht. Es gab angesichts des Starkregens kleine Erdrutsche. Zudem drohen Bachläufe überzulaufen. Auch in Frankreich hatte kürzlich ein schwerer Sturm erhebliche Schäden verursacht. (kas/kiba/dpa)
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