Nach schwerem Regen in Italien könnte jetzt Sturm Ciarán für weitere Unwetter sorgen. In zehn Regionen des Landes gilt am Donnerstag Warnstufe Gelb.
Mailand – Während der letzten Tage wurde Italien bereits von heftigen Regenfällen getroffen. Doch vorerst wird sich die Wetterlage im Land nicht entspannen. Ganz im Gegenteil: Von England in Richtung Süden nähert sich Sturm Ciarán – ein laut der italienischen Wetterseite iLMeteo „sehr tiefer und ausgedehnter Zyklonwirbel mit Druckwerten nahe 960 Hektopascal“. Das Portal warnt für Donnerstag (2. November) vor Überschwemmungen.
Wie das Wetterportal weiter berichtet, ist bereits am Vormittag Vorsicht geboten. Dann sollen erste stärkere Regenfälle die zentralwestlichen Alpengebiete, die Lombardei, Ligurien und Teile der Toskana treffen. In den darauffolgenden Stunden sei damit zu rechnen, dass sich die Regenfälle intensivieren und auch den Rest Norditaliens erreichen. Schon im Sommer mussten 36.000 Menschen in der Region aus ihren Häusern fliehen.
Neue Unwetterfront: Italiens Region Friaul-Julisch Venetien reagiert mit Schulschließungen
Die schlimmste Phase der neuen Unwetterfront hat laut iLMeteo am Mittag begonnen und soll fast die ganze Nacht andauern. In den Alpen- und Voralpenregionen, Ligurien, Venetien und Friaul-Julisch Venetien müsse demnach mit Niederschlagsmengen von über 200 Millimetern Höhe gerechnet werden. Bei diesen Regenmengen sei das Überschwemmungsrisiko exponentiell erhöht, so das italienische Wetterportal. Der Süden des Landes sowie der Großteil der Adriaküste werde von den schweren Unwettern nicht betroffen sein, heißt es weiter.
Wie der italienische Sender Rai News berichtet, bleiben in der Region Friaul-Julisch Venetien – mit Ausnahme von Triest – die Schulen geschlossen. Zudem werden der öffentliche Nahverkehr eingestellt.
Sturm Ciarán rollt an: Italiens Katastrophenschutz-Ministerium gibt Wetterwarnung heraus
Auch die Winde müsse man laut iLMeteo im Auge behalten. Über einem großen Teil der Adria-Region sollen diese in den kommenden Stunden deutlich an Stärke gewinnen. Zudem seien im tyrrhenischen Gebiet Sturmfluten möglich. Anzeichen einer Beruhigung der Wetterlage seien frühestens am späten Freitagvormittag bzw. Freitagnachmittag zu erwarten.
In Absprache mit den möglicherweise von den Unwettern betroffenen Regionen hat das italienische Ministerium für Katastrophenschutz eine „Warnung vor ungünstigen Wetterbedingungen“ herausgegeben. Für die Aktivierung der Katastrophenschutzsysteme in den betroffenen Gebieten sind in Italien die Regionen verantwortlich.
- Für fast ganz Friaul-Julisch Venetien sowie einen Teil Venetiens gilt am Donnerstag die Warnstufe Rot
- Für einen großen Sektor der Emilia-Romagna, den Osten Liguriens, den Norden der Toskana, das zentral-südliche Venetien, ein Teil der nördlichen Lombardei, die autonomen Provinzen Trient und Bozen sowie einige Becken von Friaul-Julisch Venetien gilt am Donnerstag die Warnstufe Orange
- Für die übrigen Sektoren der Emilia-Romagna, der Lombardei, der Toskana, Liguriens sowie für Umbrien, Latium, große Teile von Molise, einen Teil des Piemont und der Abruzzen sowie für Westkampanien gilt am Donnerstag die Warnstufe Gelb
Nachdem ein Sturm in der Nacht von Montag auf Dienstag in Mailand zu einer Überschwemmung des Flusses Seveso geführt hatte, kehrt dort wieder die Normalität zurück. Das berichtet das italienische Nachrichtenportal Rai News. Da jedoch neue Regenfälle drohen, wurde die gelbe Warnstufe ausgerufen. (phf)
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