„Verunsichert“

„Kann Ängste auslösen“: Was Gen Z und Millennials als Eltern gemeinsam haben

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Junge Eltern zweifeln an sich und leiden an einem hohen Druck, perfekt zu sein. Das kann nicht nur ihrer Psyche, sondern auch der ihrer Kinder schaden.

Die Dreijährige möchte ihre Regenjacke nicht anziehen und der große Bruder bekommt im Supermarkt einen Wutanfall: Der Alltag als Eltern kann herausfordernd sein. Wie sich junge Eltern dabei fühlen, hat die Pronova BKK in einer neuen Studie herausgefunden. Die Ergebnisse zeigen: Vor allem die jungen Eltern, die Teil der Generation Z sind, zweifeln an sich.

2.000 Mütter und Väter ab 18 Jahren mit mindestens einem eigenen Kind unter 16 Jahren im Haushalt wurden zu ihrem Erziehungsstil und den Belastungen als Eltern befragt. Das Ergebnis: Jede zweite Mutter stellt ihre Eignung regelmäßig infrage – bei den Papas ist es nicht einmal jeder dritte. Die Mütter leiden am „Mom-Impostor Syndrom“ – so bezeichnet die Online-Therapieplattform HelloBetter das unter ihnen weit verbreitete Gefühl, nicht gut genug zu sein.

Laut der Studie reagiert fast jeder 2. Elternteil oft oder manchmal gereizt bei kleinen Missgeschicken.

Eltern übertragen Kindern „unbeabsichtigt“ ihre Ängste

Der Austausch von Eltern in der Millennial-Generation (zwischen 1980 und 1995 geboren) zu Erziehungsthemen spielt sich heute mehr auf Social Media und weniger auf dem Spielplatz ab. Welche Folgen das hat, weiß Katharina Hübner. Sie ist Erzieherin, Familienberaterin und selbst Millennial-Mom von drei Kindern. „Viele Eltern melden sich bei mir und sagen: Der Druck ist so hoch“, sagt Hübner BuzzFeed News Deutschland von IPPEN.MEDIA. Wenn das Kind weint, würden viele Eltern denken, sie hätten etwas falsch gemacht. Dabei sei es normal, dass Kinder weinen und wütend sind. „Diese Momente werden auf Social Media aber nicht gezeigt.“

Eltern teilen nicht nur die ersten Löffel Brei auf Instagram, sondern informieren sich auch im Internet zu Erziehungsmethoden, Hochbegabungen und Krankheiten. Dass alle Informationen heutzutage ungefiltert erreichbar seien, „kann bei Eltern und Kindern Ängste auslösen“, sagt der Kinderarzt Burkhard Voigt BuzzFeed News Deutschland. Eltern würden häufig ihre Ängste auf ihre Kinder übertragen. Das passiere „unbeabsichtigt“, weil vielen nicht klar sei, „dass Kinder emotionale Antennen haben, die auf alles reagieren“.

„Maximal verunsichert“: So schlägt sich die Gen Z als Eltern

Die Gen Z war noch jünger, als das Social-Media-Zeitalter mit Facebook, TikTok, Instagram und Co. begann und zweifelt noch mehr an sich als die Millennials. 47 Prozent der Gen-Z-Eltern zweifeln regelmäßig an ihrer Eignung als Mutter oder Vater und haben den Anspruch, alles perfekt zu machen, zeigen die Ergebnisse der Pronova BKK-Studie.

Im Jahr 2025 werden die ersten aus der Generation Z (1995–2010) dreißig Jahre alt. Einige von ihnen sind bereits Eltern und dokumentieren jeden Meilenstein ihrer Kinder auf Social Media. Doch nicht nur, wenn ihr Kind etwas Tolles mache, werde die Gen Z „das Handy draufhalten“, weiß der Generationenforscher Rüdiger Maas. „Die Gen Z wird zu Eltern werden, die alles er-googeln oder er-ChatGTPen: Wenn das Kind 40 Grad Fieber hat, wird sofort das Smartphone befragt“, sagt er BuzzFeed News Deutschland. Das sei eine „maximal verunsicherte Elternschaft.“

Rubriklistenbild: © imagebroker/Imago

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