Widersprüche um ARD-Moderator

Louis Klamroths Liebe zu Luisa Neubauer: Pikante Kehrtwende - WDR wusste wohl doch mehr

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Kurz vor der Sitzung des WDR-Rundfunkrats wird ein delikates Detail publik. Die Einrichtung soll bereits deutlich früher von Klamroths Beziehung gewusst haben.

Köln – Seit ein paar Tagen wackelt der Stuhl vom neuen „Hart aber fair“-Moderator Louis Klamroth. Schon kurz nach seinem Debüt als Nachfolger von Frank Plasberg wird seine Neutralität als Moderator hinterfragt. Denn nach der Unterzeichnung seines Vertrages mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) wurde seine Beziehung zur populären Klimaaktivistin Luisa Neubauer publik. Bisher gab der WDR an, nichts davon gewusst zu haben. Kurz vor der entscheidenden Sitzung des Rundfunkrates kommen nun widersprüchliche Details ans Tageslicht.

„Hart aber fair“: WDR wusste offenbar doch von Klamroths Beziehung zu Klimaaktivistin Neubauer

Trotz der teils guten Kritiken Klamroths für seine bisherige „Hart aber fair“-Moderation behandelt der WDR-Rundfunkrat am Dienstag, 31. Januar, seine Personalie. Im schlimmsten Falle droht Klamroth eine Kündigung, mit seiner Verschwiegenheit könne er gegen Compliance-Regeln des Senders verstoßen haben. Bisher vermittelte der WDR, dass Klamroth seine Partnerschaft verschwieg. Doch kurz vor der Sitzung des Rates will focus.de ein delikates Detail kennen, dass die Causa Klamroth wesentlich verändert.

Er bangt um seinen Job, der WDR um sein Image.

„Louis Klamroth hat den WDR Ende August vergangenen Jahres über seine Beziehung informiert, deutlich vor Abschluss des Vertrages.“ Diese Aussage einer WDR-Sprecherin gegenüber focus.de steht in Widerspruch zur bisherigen Kommunikation der Medienanstalt, man wusste erst nach der Vertragsunterzeichnung Bescheid. So hieß es vom WDR mehrere Wochen zuvor, dass „das Privatleben von Herrn Klamroth war in den Gesprächen zwischen dem WDR und ihm vor Bekanntgabe der Zusammenarbeit kein Thema“. Der Sender sei nach diesen Angaben zwischen der Bekanntmachung seiner Auswahl und der Vertragsunterzeichnung informiert worden.

Rundfunkrat überrascht von neuem Detail – „Bisher habe ich das gänzlich anders verstanden“

Nun soll der WDR-Rundfunkrat in seiner heutigen Sitzung am Nachmittag Licht ins Dunkle bringen und feststellen, ob die Rundfunkanstalt gegen eigene Compliance-Regeln verstieß. Die neue Information über das ungeahnte Wissen des WDR über den Moderator und Schauspieler wird einigen neu sein. Der CDU-Politiker und Ratsmitglied Jan Heinisch sei auf Anfrage von focus.de „völlig überrascht über die neuen Nachrichten. Bisher habe ich das gänzlich anders verstanden“. Er fordere nun noch bessere Aufklärung des verworrenen Sachverhalts.

Der WDR reagiert darauf recht abgeklärt. „Wir sind überzeugt, dass Louis Klamroth sein journalistisches Handwerk versteht und in der Lage ist, sein Privatleben von seiner Moderatorentätigkeit zu trennen. Das hat er auch in der gestrigen Sendung bewiesen.“ Seine Lebensgefährtin, die sechs Jahre jüngere Münchner Klimaaktivistin Luisa Neubauer (26), sei von Klamroths Sendung ausgeschlossen. Abseits des Eklats um Klamroth hat sich der WDR in den letzten drei Jahren öfter einen Fehltritt erlaubt, sei es der „Umweltsau“-Skandal über ein Kinderlied, astronomischen Gehälter für die graue Eminenz des WDR oder ein Vorwurf der fehlenden Berichterstattung bei der Flutkatastrophe im Ahrtal.

Rubriklistenbild: © Imago/dpa (Montage)

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