Klimaerwärmung

Erde erhitzt sich: Welche Regionen durch den Klimawandel unbewohnbar werden könnten

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Die Erde wird durch den Klimawandel immer wärmer. Dadurch könnten ganze Erdteile zu heiß werden – und infolgedessen unbewohnbar.

Bremen – Hitzewellen, wenig Regen, vielerorts Dürre, gefolgt von Extremwetter wie den Gewittern von Ende Juni 2023 – die Auswirkungen des Klimawandels sind auch schon in Deutschland spürbar. Dass sich dies in Zukunft verschlimmern könnte, liegt auf der Hand. Doch die Gefahr liegt nicht nur in hohen Kosten oder Kriegen, die dadurch entstehen könnten, sondern auch an der Hitze an sich. Sie könnte die Heimat von Milliarden von Menschen gefährden.

Durch den Klimawandel werden bestimmte Regionen unbewohnbar, hier ein Waldbrand am Alkönig im Taunus

Klimawandel: Darum könnten Regionen unbewohnbar werden

Liegt die mittlere Jahrestemperatur einer Region über 29 Grad Celsius, ist es nur noch schwer möglich, dort zu leben, so zeit.de. Obwohl 29 Grad zuerst nicht danach klingen, so wären die natürlichen Lebensbedingungen von extremer Hitze geprägt. Ohne Maßnahmen, Gebäude und ganze Städte abzukühlen, wäre es auf Dauer lebensgefährlich, sich draußen aufzuhalten. Vergleicht man die mittlere Jahrestemperatur, so lebt die Mehrheit der Menschen in Regionen, die einen Durchschnittswert von ungefähr 13 Grad hat. In Deutschland lag die mittlere Jahrestemperatur im Vorjahr bei 10,5 Grad. Die Vergleiche zeigen also: Jedes Grad Erderwärmung hat Einfluss darauf, in welchen Regionen Menschen leben können.

Der oben genannte Durchschnittswert von 13 Grad mittlerer Jahrestemperatur entspricht dabei auch der sogenannten „menschlichen Klima-Nische“. Diese Nische beschreibt die Regionen der Erde, an denen Menschen wegen ihren klimatischen Bedingungen bevorzugt lebten. Bei etwa elf bis 15 Grad Celsius liegt dabei die optimale Jahresmitteltemperatur. Dies ging aus einer Studie hervor, die Forschende im Mai im Magazin Nature Sustainability veröffentlichten. Die Nische soll eine neue Größe in der Diskussion um die Erderwärmung und den Klimawandel werden.

Unbewohnbare Regionen: Aktuell rund 60 Millionen Menschen betroffen

Der Klimawandel ist schon jetzt eine Bedrohung der Gesundheit der Menschen: Etwa 60 Millionen Menschen leben heute unter diesen Umständen, so die Studie. Würde die Erwärmung auf zwei Grad steigen, wären etwa neun Prozent der Weltbevölkerung betroffen, etwa 820 Millionen Menschen. Wird der demografische Wandel mit einberechnet, wonach ein starkes Bevölkerungswachstum erwartet wird, wären es bei 3,6 Grad Erderwärmung im Jahr 2070 schon mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung, rund 3,3 Milliarden Menschen.

Klimawandel: Welche Regionen könnten unbewohnbar werden?

Die Folge von einer zu hohen Erderwärmung wären also Regionen, die nur noch schwer bis nicht bewohnbar wären. Diese sind bei 3,6 Grad globaler Erderwärmung der oben genannten Studie zufolge:

  • Länder in Nordafrika
  • die arabische Halbinsel
  • die Hälfte Südamerikas
  • große Teile Indiens und Südostasiens
  • der Norden Australiens

Die Studie zeigt dabei anschaulich, welche Konsequenzen der Klimawandel kurz- oder langfristig haben könnte. Daraus ging ebenfalls hervor, dass bei einer Erwärmung von 2,7 Grad im Laufe dieses Jahrhunderts über 1.000 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern in lebensgefährlichen Regionen liegen. Das liegt auch am engen Siedlungsbau, der zum stärkeren Aufheizen der Städte führt.

Rubriklistenbild: © Jan Eifert/Imago

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