Reisekrankheits-Index

Im Urlaub plötzlich krank? In diesen Ländern erwischt es die meisten Menschen

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Inspirationen für die Reise gibt es viele. Im Urlaub krank zu werden, ist wohl mit das Schlimmste. Das Wirtschaftsmagazin Forbes veröffentlicht dazu ein Ranking.

London – Alptraum statt Traumurlaub. Die Zeiten von einem unbeschwerten Urlaub sind offenbar an einigen Orten recht schnell vorbei. An beliebten Reisezielen fangen sich Touristinnen und Touristen besonders häufig etwas ein. Das hat eine Analyse des Forbes-Magazins ergeben. Selbst in Europa gibt es Risiko-Hotspots für Reisekrankheiten.

Top-Liste: An diesen Reisezielen werden Touristinnen und Touristen am häufigsten krank

Nach dem „Forbes Advisor Travel Bug Index“ schneidet Punta Cana in der Dominikanischen Republik besonders schlecht ab. Das Reiseziel ist demnach der Top-Spot für Reisekrankheiten, gefolgt von Sharm El Seikh (Ägypten) und der Insel Sal (Kap Verden).

  1. Punta Cana (Domenikanische Republik)
  2. Sharm El Seikh (Ägypten)
  3. Sal (Kap Verden)

Reisekrankheit-Hotspots in Europa

Urlauber in Europa werden laut dem Index zwar weniger krank, doch fünf Reiseziele fallen im Ranking besonders auf: Benidorm (Spanien), die britische Hauptstadt London, der Sonnenstrand in Bulgarien, Paris (Frankreich) sowie Teneriffa (Spanien).

  1. Benidorm (Spanien)
  2. London (Großbritannien)
  3. Sonnenstrand (Bulgarien)
  4. Paris (Frankreich)
  5. Teneriffa (Spanien)

Salmonellen und Lebensmittelvergiftung – Reisende berichten an bestimmten Orten von gesundheitlichen Problemen

Ein Forbes-Analystenteam hat 2,4 Millionen Beiträge in Reiseforen nach Begriffen wie „Salmonellen“, „Gastroenteritis“, „E-Coli“ und „Lebensmittelvergiftung“ durchsucht. Die gefundenen Reiseziele wurden mit weiteren Daten verglichen, wie empfohlenen Impfungen, dem Malaria-Risiko und medizinischen Hinweisen für Touristinnen und Touristen, beispielsweise ob das lokale Leitungswasser gemieden werden sollte. Die Reiseziele wurden dann auf dem „Forbes Advisor Travel Bug Index“ auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet, um Urlaubsorte mit einem Krankheitsrisiko zu ermitteln.

Angst vor Krankheit im Urlaub? In Benidorm (Spanien) an der Costa Blanca leiden Reisende besonders oft an Magen-Darm-Beschwerden. (Archivfoto)

So vermeiden Sie „Durchfallerkrankungen“ im Urlaub

Vor dem Urlaub ist es generell ratsam, sich über das Reiseziel zu informieren, empfiehlt auch das Auswärtige Amt (AA). Selbst wenn keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben sind, sollten Reisende sicherstellen, dass ihre Standardimpfungen auf dem neuesten Stand sind.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

In den Reisehinweisen zu Bulgarien hebt das AA unter der Kategorie Gesundheit „Durchfallerkrankungen“ hervor. Es handle sich um eine häufige Reiseerkrankung, die durch geeignete Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene in meisten Fällen vermieden werden könne. Um die Gesundheit zu schützen, gibt das AA folgende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, kein Leitungswasser. Durch den Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Unterwegs sollte auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser genutzt werden.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmittel.
  • Halten Sie Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel, wenn möglich.

In diesem Sommer-Urlaub ist Vorsicht angesagt: Das Dengue-Virus ist weltweit auf dem Vormarsch. Experten warnen vor weiteren Infektionen. (ml)

Rubriklistenbild: © Dave Porter/imago

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