VonAlina Schröderschließen
Das Dengue-Virus ist weltweit auf dem Vormarsch. Besonders vor dem anstehenden Sommer-Urlaub gilt Vorsicht. Experten warnen vor weiteren Infektionen.
Frankfurt – Das Dengue-Fieber wird als typisches Tropenvirus bezeichnet, dabei ist die Erkrankung schon lange nicht mehr nur in südlicheren Ländern zu finden. Seit Jahren breiten sich die Asiatischen Tigermücken (Aedes albopictus), und damit die Überträger des sogenannten „Knochenbrecherfiebers“, auch in Europa aus. Reisende schleppen das Dengue-Virus zudem in Deutschland ein.
Dengue-Fälle häufen sich weltweit – Rekord-Ausbruch in Brasilien
Weltweit häufen sich derzeit die Fälle – beispielsweise auf der indonesischen Insel Bali, wie das Tropeninstitut informiert. Der größte und schwerste Ausbruch bislang wurde Ende März in Brasilien verzeichnet. Seit Jahresbeginn wurden in dem südamerikanischen Land 1,9 Millionen wahrscheinliche Infektionen mit dem Dengue-Virus registriert, wie das nationale Gesundheitsministerium mitteilte.
Auslöser für den starken Anstieg dürften die heftigen Regenfälle und die hohen Temperaturen der vergangenen Monate sein. Unter diesen Bedingungen kann sich die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) besonders gut entwickeln. Der Klimawandel ist auch der Grund für die Ausbreitung der Insekten in europäischen Ländern.
Krisenfrühwarndienst schlägt im Süden Europas wegen Dengue Alarm
Der Krisenfrühwarndienst A3M warnte bereits vor sogenannten „autochthone Infektionen“ mit dem tödlichen Virus und ruft zur besonderen Wachsamkeit auf. „Die Situation in Südeuropa ist durchaus besorgniserregend“, sagte A3M-Analyst Marcel Conrad gegenüber dem Tourismusportal fvw.de. „Das Zusammentreffen der Überträgermücke, ausreichender Virusträger in der Bevölkerung und geeigneter klimatischer Bedingungen schafft ein ideales Umfeld für die Verbreitung von Dengue-Fieber.“
Was sind autochthone Infektionen?
Dabei handelt es sich um Infektionen, die außerhalb einer für die Übertragung typischen Region stattfinden. Der Erreger, hier das Dengue-Virus, ist eigentlich in tropischen Ländern, wie Brasilien oder Südostasien beheimatet.
Quelle: RKI
Vor allem in beliebten Urlaubsländern, wie Kroatien, Portugal, Spanien, Frankreich und Italien kommt es immer wieder zu Dengue-Ausbrüchen, wie die WHO informiert. Im vergangenen Jahr wurden in Italien 82 Fälle gemeldet, und damit die meisten in ganze Europa.
Europa meldet regelmäßig neue Infektionen – was ist Dengue?
Wie das Robert Koch-Institut (RKI) informiert, ist das Dengue-Virus „weltweit das am häufigsten auftretende durch Stechmücken übertragene humanpathogene Virus.“ „Humanpathogen“ bedeutet hier, dass der Erreger eine Krankheit bei Menschen auslösen kann. Die Erkrankung geht in erster Linie mit folgenden Grippe-Symptomen einher, die rund drei bis 15 Tage nach dem Stich einer infizierten Asiatischen Tigermücke beginnen:
- Plötzliches Fieber
- Schüttelfrost
- Starke Kopf-, Glieder-, Gelenk- und Bauchschmerzen
- Hautausschlag
- Geschwollene Lymphknoten
Quelle: MSD Manual
Doch Dengue kann dem RKI zufolge auch tödlich enden, besonders nach einer zweiten Infektion. Betroffene leiden unter anhaltendem Erbrechen, schneller Atmung, inneren Blutungen bis hin zu plötzlichem Blutdruckabfall und einem Schock. Aus diesem Grund wird eine Impfung gegen das Dengue-Fieber in vielen Fällen nach einer überstandenen Erstinfektion empfohlen.
Wie schützt man sich am besten vor einer Dengue-Infektion?
Einheimische und Reisende können sich allerdings angesichts der Urlaubssaison vor einem Stich der Asiatischen Tigermücke schützen, indem konsequent und regelmäßig Mückenschutz, etwa durch Sprays, aufgetragen wird. Zudem sollte in besonders gefährdeten Gebieten lange Kleidung im Freien getragen werden. In klimatisierten Räumen fällt das Risiko einer Infektion mit Dengue deutlich herab, da diese von den Stechmücken laut RKI gemieden werden. (asc/dpa)
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