- VonBettina Menzelschließen
Das Kreuzfahrtschiff „Grand Princess“ wurde zur Viren-Drehscheibe. Es kam zu einem Ausbruch des Coronavirus und der Magen-Darm-Grippe. Die Passagiere reagieren ungehalten.
Adelaide – Auf dem Kreuzfahrtschiff „Grand Princess“ kam es zuletzt zu einem doppelten Viren-Ausbruch: Das Coronavirus und die Magen-Darm-Grippe grassierten gleichzeitig. Unbestätigten Berichten zufolge sollen 300 Menschen betroffen gewesen sein, während die Behörden von Zahlen im „einstelligen Bereich“ sprachen. Am Montag (13. November) kamen die Passagiere aber wohlbehalten in der australischen Stadt Adelaide an.
Coronavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: „Überall hustende Menschen“
Die Urlauber auf dem Kreuzfahrtschiff „Grand Princess“ bemerkten offenbar bereits am zweiten Tag ihrer Reise auffallend viele Kranke. „Wir hatten überall hustende und niesende Menschen“, sagte eine Passagierin Medienberichten zufolge. Eine Durchsage über die Corona-Fälle an Bord habe es aber erst nach einer Woche gegeben, so die Mitreisende über die aus ihrer Sicht mangelnde Kommunikation. Dies habe ein „unsicheres Umfeld“ geschaffen, sagte sie dem Sender ABC.
Ernst genommen wurde die Lage auf dem Schiff aber offenbar durchaus. „Wir haben die Situation in den letzten 48 Stunden sehr genau beobachtet“, betonte der südaustralische Premierminister, Peter Malinauskas, am Montag in einer Fernsehshow. Bei einem Zwischenhalt in Melbourne sei das Schiff am Samstag desinfiziert worden, während die Passagiere einen Landgang unternahmen. In den vergangenen Tagen seien die Zahlen dann „dramatisch gesunken“, so der Politiker.
„Doppel-Ausbruch“ auf Kreuzfahrtschiff für beendet erklärt
Die DailyMail hatte von insgesamt 300 Betroffenen berichtet. Die Anzahl der kranken Gäste mit Symptomen liege im „einstelligen Bereich“, hieß es indes laut der britischen Zeitung The Guardian von einem Sprecher des südaustralischen Gesundheitsdienstes. Das entspräche „Zahlen, die man auf jedem Kreuzfahrtschiff erwarten würde“, so die Behörde weiter. Der „Doppel-Ausbruch“ wurde am Montag offiziell für beendet erklärt, die Passagiere konnten in Adelaide von Bord gehen. Wer dringend medizinische Hilfe benötigt habe, sei in ein Krankenhaus gebracht worden, erklärte Malinauskas.
Während der Corona-Pandemie hatte Passagiere der „Grand Princess“ im Jahr 2020 weniger Glück. Damals saßen sie tagelang vor der Küste Kaliforniens fest und wurden dann nach und nach ausgeflogen. Im Anschluss erwartete sie eine 14-tägige Quarantäne. Neben Krankheiten kann auch das Wetter für Chaos Kreuzfahrtschiffen sorgen. Als das Sturmtief „Ciaran“ über Europa fegte, wurden Passagiere auf der „Mein Schiff 3“ ordentlich durchgeschüttelt.