„Hat uns durch‘s Bett geschüttelt“

Heftiges Erdbeben in Österreich: Erschütterungen in vier Nachbarländern zu spüren

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In Österreich bebt erneut die Erde. Zeugen berichten, wie sie die Erschütterungen auch weit vom Epizentrum entfernt spürten.

Wien – Österreich ist nicht als typisches Erdbebenland bekannt. Und doch bebte die Erde dort zuletzt häufiger. Anfang des Jahres rüttelten Beben im Süden des Landes Menschen in Kärnten aus dem Schlaf. Mitte Januar erschütterte eine Erdbebenserie das westliche Bundesland Tirol, mit 15 Erdstößen binnen zehn Tagen. Nun, zum Monatswechsel, bebte auch im Osten Österreichs die Erde – und das sogar relativ stark.

In der Nähe von Gloggnitz in Niederösterreich kam es am 1. Februar 2024 zu einem relativ starken Erdbeben. (Archivbild)

Nächtliches Erdbeben der Stärke 4,4 im Osten von Österreich

Um 2.59 Uhr bebte in der Nacht auf den 1. Februar im Süden von Niederösterreich die Erde. Südwestlich von Gloggnitz, nahe der Grenze zum Bundesland Steiermark, lag laut dem geologischen Dienst GeoSphere das Epizentrum des Erdbebens. Mit einer Magnitude von 4,4 war das Erdbeben im Bereich des Epizentrum deutlich spürbar, schreibt die Seismologin Anna Smith.

Das jüngste Erdbeben war das stärkste in Österreich seit nunmehr fast drei Jahren. Im Frühjahr 2021 bebte ebenfalls in Niederösterreich die Erde mit einer ähnlichen Stärke. Das Beben riss offenbar zahlreiche Menschen aus dem Schlaf, wie Zeugenberichte in den sozialen Medien zeigen. „Da hat‘s uns ordentlich um drei Uhr früh durchs Bett geschüttelt. Ein ordentlicher Rumpler“, schrieb eine Nutzerin auf Facebook.

Aus der niederösterreichischen Landeshauptstadt meldet eine weitere Userin: „In Sankt Pölten es hat mich aufgeweckt, als wäre ein Zug auf dem Dach vorbeigefahren, alles klapperte.“ Ein anderer Nutzer aus der Steiermark, in rund 13 Kilometer Entfernung zum Epizentrum, berichtet ebenfalls über das heftige Beben: „Ich dachte ein Traum und mein Bett in Mürzzuschlag hebt ab.“

Österreich: Erdbeben auch in Wien und möglicherweise auch darüber hinaus spürbar

Das Erdbeben soll allerdings auch weit über Niederösterreich hinaus spürbar gewesen sein. Aus der Bundeshauptstadt Wien sowie der steirischen Landeshauptstadt Graz gibt es Berichte von Personen, die aus dem Schlaf gerüttelt wurden. Eine Leserin von derstandard.at berichtet von spürbaren Erschütterungen auch in der westlichen Steiermark. Weitere Meldungen kommen auch aus Linz.

Das Onlineportal dnvenik.hr schreibt, das Erdbeben sei auch in Slowenien und im Norden Kroatiens spürbar gewesen. Wie heute.at berichtet, könnte das Erdbeben auch in Teilen Ungarns und der Slowakei wahrnehmbar gewesen sein.

Stärkste Erdbeben in Österreich der vergangenen JahreMagnitude (Quelle: GeoSphere Austria)
Neunkirchen (Niederösterreich), April 2021 4,4
Neunkirchen, März 2021 4,6
Ardning (Steiermark), Januar 20214,5
Bad Eisenkappel (Kärnten), Februar 2013 4,4
Mürzzuschlag (Steiermark), Mai 2009 4,3

Bei Beben dieser Stärke sind auch Schäden an Gebäuden nicht auszuschließen. „Wir haben es live mitbekommen! Schäden am und im Haus“, schreibt ein Mann aus Ternitz auf Facebook. Der Ort befindet sich in unmittelbarer Nähe des Epizentrums im Osten von Österreich.

Noch wesentlich stärkere Erdbeben könnten hingegen Tibet und Indien drohen. Unter dem Himalaya prallen nämlich riesige Kontinentalplatten aufeinander, was zu einem Riss führen könnte. Welche Regionen hingegen in Deutschland am meisten von Erdbeben gefährdet sind, verrät ein Experte. (jm)

Rubriklistenbild: © Handl/imagebroker/Imago Screenshot GeoSphere

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