Autounfall

Kur vor italienischem Yacht-Unglück: Bekannter von vermisstem Milliardär stirbt nach Autounfall

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Ist es ein tragischer Zufall? Die luxuriöse Yacht des britischen Tech-Giganten Mike Lynch kentert vor Italiens Küste. Kurz zuvor verliert ein ehemaliger Mitangeklagter sein Leben.

Cambridgeshire – Beim Joggen wird Stephen Chamberlain am Samstag, 17. August 2024, von einem Auto angefahren. Wenig später stirbt der 52-Jährige an seinen Verletzungen im Krankenhaus. Der schreckliche Vorfall in der Grafschaft Cambridgeshire (England) wirft Fragen auf. Chamberlain war Mike Lynchs Mitangeklagter in einem jahrelangen Rechtsstreit in den USA. Der britische Milliardär Lynch gilt nun seit Montag als vermisst.

Tödlicher Autounfall beim Joggen – Mitangeklagter des vermissten Tech-Investors Lynch ist tot

Vor der Küste Siziliens feierte der Tech-Investor auf der Luxus-Yacht „Bayesian“ offenbar seinen Freispruch im Betrugsprozess. Unter den ausgewählten Gästen an Bord waren auch Lynchs-Anwalt sowie ein Top-Bank-Manager bei Morgan Stanley.

Mike Lynch verkaufte 2011 seine Software-Firma „Autonomy“ an den Computer-Riesen Hewlett-Packard für elf Milliarden Dollar. Der gebürtige Ire galt nach einem der größten Tech-Deals in der britischen Geschichte als der „britische Bill Gates“. Stephen Chamberlain war der frühere Vizepräsident für Finanzen bei „Autonomy“.

Das letzte Foto der „Bayesian“ – Bilder des tragischen Yacht-Unglücks vor Italien

Yacht-Drama vor Sizilien. 22 Urlauber waren an Bord des Luxus-Segelboots, das am Montagmorgen (19. August) bei einem schweren Unwetter in Italien sank.
Yacht-Drama vor Sizilien. 22 Urlauber waren an Bord des Luxus-Segelboots, das am Montagmorgen (19. August) bei einem schweren Unwetter in Italien sank. © Vigili del Fuoco
„Das Boot ist einfach verschwunden“, berichten Fischer aus Palermo. Die „Bayesian“ sank gegen 4 Uhr morgens, am Tag darauf suchen Boote, Taucher und Helikopter nach Überlebenden.
„Das Boot ist einfach verschwunden“, berichten Fischer aus Palermo. Die „Bayesian“ sank gegen 4 Uhr morgens, am Tag darauf suchen Boote, Taucher und Helikopter nach Überlebenden. © Lucio Ganci/picture aliiance/dpa/AP
Tische, Schirme, Stühle und Blumentöpfe fliegen beim Unwetter in Palermo durch die Luft. Auf dem Wasser verursachte der Sturm wohl einen Tornado.
Tische, Schirme, Stühle und Blumentöpfe fliegen beim Unwetter in Palermo durch die Luft. Auf dem Wasser verursachte der Sturm wohl einen Tornado. © BAIA Santa Nicolicchia
Etliche Rettungskräfte sind am Einsatz in Italien beteiligt. Ambulanz und Polizei stehen am Ufer von Porticello bereit.
Etliche Rettungskräfte sind am Einsatz in Italien beteiligt. Ambulanz und Polizei stehen am Ufer von Porticello bereit.  © Igor Petyx/Imago
Rettungskräfte bergen die Leiche eines der Opfer des unter britischer Flagge fahrenden Schiffes „Bayesan“. Es handelt sich laut Medienberichten um den Koch des Urlauberschiffs. Sechs weitere Menschen bleiben vermisst.
Rettungskräfte bergen die Leiche eines der Opfer des unter britischer Flagge fahrenden Schiffes „Bayesan“. Es handelt sich laut Medienberichten um den Koch des Urlauberschiffs. Sechs weitere Menschen bleiben vermisst. © Lucio Ganci/picture alliance/dpa/AP
Unter den Vermissten ist laut britischen Medien der Tech-Milliardär Mike Lynch, auch bekannt als „englischer Bill Gates“. Ihm soll die gesunkene Yacht gehört haben.
Unter den Vermissten ist laut britischen Medien der Tech-Milliardär Mike Lynch, auch bekannt als „englischer Bill Gates“. Ihm soll die gesunkene Yacht gehört haben. © BEN GURR/ POOL/AFP
Tauchteams suchen nach der versunkenen Yacht. Laut Feuerwehr liegt sie in rund 50 Metern Tiefe. Es wird befürchtet, dass Passagiere während des Unwetters in den Kabinen waren und von den Wassermassen eingeschlossen wurden, als die „Bayesian“ sank.
Tauchteams suchen nach der versunkenen Yacht. Laut Feuerwehr liegt sie in rund 50 Metern Tiefe. Es wird befürchtet, dass Passagiere während des Unwetters in den Kabinen waren und von den Wassermassen eingeschlossen wurden, als die „Bayesian“ sank. © Vigili del Fuoco
Überlebende schildern dramatische Szenen vom Kentern der Luxus-Yacht. Eine Frau berichtet, ihre Tochter sei ihr in den Fluten erst entglitten, doch dann habe sie sie „fest umarmt“ und schließlich wurden beide gerettet. Insgesamt 15 Personen wurden am Morgen von der Küstenwache und freiwilligen Helfern an Land gebracht.
Überlebende schildern dramatische Szenen vom Kentern der Luxus-Yacht. Eine Frau berichtet, ihre Tochter sei ihr in den Fluten erst entglitten, doch dann habe sie sie „fest umarmt“ und schließlich wurden beide gerettet. Insgesamt 15 Personen wurden am Morgen von der Küstenwache und freiwilligen Helfern an Land gebracht.  © Vigili del Fuoco
Die Staatsanwaltschaft von Termini Imerese leitete noch am Montag Untersuchungen zum Bootsunglück vor Palermo ein. Unter anderem wurden die Überlebenden, darunter der Kapitän, vernommen.
Die Staatsanwaltschaft von Termini Imerese leitete noch am Montag Untersuchungen zum Bootsunglück vor Palermo ein. Unter anderem wurden die Überlebenden, darunter der Kapitän, vernommen.  © Vigili del Fuoco
Derweil geht die Suche nach den Vermissten weiter. Mit jeder Stunde schrumpft allerdings die Hoffnung der Feuerwehr, Menschen lebend zu finden. Es bleibt, auf kleine Wunder zu hoffen.
Derweil geht die Suche nach den Vermissten weiter. Mit jeder Stunde schrumpft allerdings die Hoffnung der Feuerwehr, Menschen lebend zu finden. Es bleibt, auf kleine Wunder zu hoffen. © Vigili del Fuoco
Das ist das letzte Foto der „Bayesian“, bevor sie am Montagmorgen bei einem Unwetter vor Sizilien versank. Am Abend zuvor hatte die Urlaubsgruppe an Bord noch eine Party gefeiert. Ein Barkeeper aus Bagheria fotografierte das hell erleuchtete Schiff am Sonntagabend gegen 22 Uhr.
Das ist das letzte Foto der „Bayesian“, bevor sie am Montagmorgen bei einem Unwetter vor Sizilien versank. Am Abend zuvor hatte die Urlaubsgruppe an Bord noch eine Party gefeiert. Ein Barkeeper aus Bagheria fotografierte das hell erleuchtete Schiff am Sonntagabend gegen 22 Uhr. © Fabio la Bianca
Die Suche nach dem britischen Technologiemagnaten Mike Lynch geht weiter, nachdem die „Bayesian“ vor Sizilien gesunken ist. Italienische Rettungskräfte, die Feuerwehr und die Küstenwache sind im Einsatz. Hubschrauber unterstützen die Suche auf Hochtouren.
Die Suche nach dem britischen Technologiemagnaten Mike Lynch geht weiter, nachdem die „Bayesian“ vor Sizilien gesunken ist. Italienische Rettungskräfte, die Feuerwehr und die Küstenwache sind im Einsatz. Auch Hubschrauber unterstützen die Suche. © Fotogramma/IPA/ABACAPRESS/IMAGO
Die Leichen von fünf der bislang sechs Vermissten nach dem Yacht-Unglück wurden im Wrack entdeckt. Vier Körper konnten am Mittwoch (21. August) geborgen werden. Dabei handelt es sich um zwei Ehepaare.
Die Leichen von fünf der bislang sechs Vermissten nach dem Yacht-Unglück wurden im Wrack entdeckt. Vier Körper konnten am Mittwoch (21. August) geborgen werden. Dabei handelt es sich um zwei Ehepaare. © Jonathan Brady/dpa
Der fünfte Leichensack wird im Hafen von Porticello von Rettungskräften an Land gebracht, die nach den sechs Touristen suchen, die vermisst werden, nachdem die Luxusyacht Bayesian am Montag in einem Sturm gesunken war, während sie etwa eine halbe Meile vor der sizilianischen Küste festgemacht hatte.
479004340.jpg © Jonathan Brady/picture alliance/dpa
Das Aufgebot der Einsatzkräfte vor der Küste von Palermo war enorm. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich unter anderem so schwierig, weil den Tauchern am Grund nach dem Abtauchen in 50 Meter Tiefe nur zehn Minuten zum Arbeiten blieben. Ein Tauchroboter unterstützte.
479037496.jpg © Salvatore Cavalli/picture alliance/dpa/AP
Ein Boot mit einem Tauchteam macht sich am vierten Tag der Such- und Bergungsaktion auf den Weg zur Bayesian. Eine weitere Leiche wurde geborgen. Vermutlich handelt es sich um den britischen Milliardär Mike Lynch oder dessen 18-jährige Tochter.
Ein Boot mit einem Tauchteam machte sich am vierten Tag der Such- und Bergungsaktion auf den Weg zur Bayesian. Eine weitere Leiche wurde geborgen. Vermutlich handelt es sich um den britischen Milliardär Mike Lynch oder dessen 18-jährige Tochter. © Jonathan Brady/dpa

Jahrelanger Justiz-Ärger nach Tech-Deal

Gegen beide wurden dann Anschuldigungen in einem US-Betrugsprozess erhoben. Der Deal entpuppte sich für Hewlett-Packard zu einem Desaster. Das US-Unternehmen musste Milliarden nachschießen. Vor wenigen Wochen waren Chamberlain und Lynch in den USA in allen Punkten freigesprochen worden.

„Unser lieber Mandant und Freund Steve Chamberlain wurde am Samstag beim Joggen tödlich von einem Auto erfasst“, teilte sein US-Anwalt Gary Lincenberg auf Anfrage mit. „Er war ein mutiger Mann mit beispielloser Integrität. Wir vermissen ihn zutiefst. Steve kämpfte früher in diesem Jahr erfolgreich in einem Prozess darum, seinen guten Namen reinzuwaschen, und sein guter Name lebt nun durch seine wunderbare Familie weiter.“

Tragischer Zufall: Stephen Chamberlain (52) stirbt bei einem Autounfall.

Die Polizei Cambridgeshire hat gemeinsam mit einem Statement von Stephen Chamberlains Familie einen Zeugenaufruf gestartet. „Steve war ein sehr geliebter Ehemann, Vater, Sohn, Bruder und Freund“, schreibt die Familie. „Er wäre ein erstaunlicher Mensch gewesen, dessen einziges Ziel im Leben darin bestand, anderen auf jede erdenkliche Weise zu helfen“. „Er wird tief vermisst, aber für immer in den Herzen seiner Liebenden bleiben.“

Unfall ereignete sich bereits am Samstag - zwei Tage vor verheerendem Yacht-Unglück

Nach Polizeiangaben ereignete sich der Unfall auf der A1123 Newmarket Road zwischen Stretham und Wicken am Samstag (17. August) gegen 10.10 Uhr Ortszeit. Die 49-jährige Fahrerin eines blauen Vauxhall Corsa unterstützte die Polizei. Wer Informationen oder Video-Material einer Dashcam von der Kollision oder in dem Zeitraum davor oder danach habe, wird gebeten sich an die nächste Dienststelle zu wenden. (ml,dpa)

Rubriklistenbild: © Polizei

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