VonVictoria Krumbeckschließen
Im Süden von Frankreich sind Waldbrände ausgebrochen. Tausende Urlauber wurden evakuiert und Hunderte Feuerwehrleute sind im Einsatz.
Saint-André — In Südfrankreich toben verheerende Waldbrände. Am Montag (14. August) wurden auf mehreren Campingplätzen rund 3.000 Urlauber aufgrund der Feuer evakuiert. Durch Hitze, Trockenheit und starken Wind stehen Bäume und Gestrüpp in Flammen. Betroffen ist das an Spanien angrenzende Département Pyrénées-Orientales. Anders als bei den katastrophalen Bränden auf Hawaii wurden in Frankreich noch keine Opfer gemeldet. Winde erschweren die Löscharbeiten.
Brände in Südfrankreich: 3000 Touristen von Campingplätzen evakuiert
In Südfrankreich kämpft ein Großaufgebot der Feuerwehr gegen einen Brand. Im Departement Pyrénées-Orientales standen zahllose Bäume und Büsche in Flammen. Dort sei ein Feuer von großer Heftigkeit im Gange, teilte Innenminister Gérald Darmanin am Montagabend mit. Er rief Anwohner und Urlauber zu größter Wachsamkeit auf. Die Feuerwehr war mit 13 Flugzeugen, 3 Hubschraubern und mehr als 500 Feuerwehrleuten im Einsatz. In den sozialen Netzwerken wie Twitter wurden Aufnahmen geteilt, die die Brände zeigten.
ALERTE - Violent incendie en cours entre Saint-André et Argelès-sur-Mer. Les pompiers des Pyrénées-Orientales parlent d'une "situation tendue". Des renforts extra-départementaux sont demandés. Des milliers de personnes sont évacuées en urgence. Des maisons sont en feu. (SMGMTV) pic.twitter.com/IwTuuhxsRu
— Infos Françaises (@InfosFrancaises) August 14, 2023
Das Feuer war am Nachmittag zwischen Saint-André und dem bekannten Badeort Argelès-sur-Mer am Mittelmeer ausgebrochen. Der Brandort liegt westlich der Großstadt Perpignan unweit der spanischen Grenze. Größere zusammenhängende Waldgebiete gibt es vor Ort nicht. Der Kampf gegen die Flammen gehe weiter, wie Umweltminister Christophe Béchu am späten Montagabend mitteilte. Bislang seien vier Campingplätze evakuiert worden. Die Behörden erwarteten, dass noch mehr Menschen in Sicherheit gebracht werden müssten. Die Trockenheit und die starken Winde erhöhten das Risiko einer Ausbreitung des Feuers.
Waldbrand in Südfrankreich: „Situation ist katastrophal“
Wie Präfekt Rodrigue Furcy am Montagabend sagte, gingen bereits 480 Hektar Naturfläche in Flammen auf. Das Feuer sei noch nicht unter Kontrolle, aber die Lage beginne sich zu bessern. Die Hoffnung sei, die Flammen auf einer Fläche einzugrenzen, wo sie keine Wohnhäuser bedrohen. Ein Flusslauf könne als natürliche Barriere für das Feuer helfen. Der Wind treibe die Flammen im Moment von Argelès-sur-Mer weg. Der Löscheinsatz dauerte die Nacht über an.
„Es ist eine Situation, die katastrophal ist“, sagte der Bürgermeister von Saint-André, Samuel Moli, dem Sender France Bleu. „Wir sind mit einem Brand konfrontiert, wie wir ihn noch nie gesehen haben“, meinte er. „Unsere Gemeinde ist schwer betroffen und es gibt viele Schäden.“ Wohnhäuser und auch ein Supermarkt wurden evakuiert. Eine Turnhalle und eine große Mehrzweckhalle wurden zur Aufnahme der Evakuierten geöffnet. Einem örtlichen Radiosender zufolge wurden mehrere Straßen für den Verkehr gesperrt, die Stromversorgung in Argelès-sur-Mer war vorübergehend unterbrochen. Das Département Pyrénées-Orientales ist stärker als jede andere französische Region von Trockenheit und Dürre betroffen.
Ende Juli kam es auf der griechischen Insel Rhodos und Korfu zu Bränden. Zahlreiche Urlauber mussten in Sicherheit gebracht werden. Viele Einheimische verloren ihre Existenz. (vk/dpa/afp)
