„Besondere Lage“ ausgerufen

Lebensgefahr in Italien und der Schweiz: Urlauber fliehen aus Ferienort

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Italien und die Schweiz sind aktuell im Wetterchaos gefangen. Heftige Schnee- und Regenschauer gefährden zahlreiche Gebiete. Vor Reisen wird gewarnt.

Saas-Fee – Wer um Ostern ein paar entspannte Tage in Italien oder in der Schweiz verbringen will, wird enttäuscht. Derzeit herrschen extreme Unwetter im Süden der Schweiz und im Norden Italiens. Einheimische sowie Reisende sind zu äußerster Vorsicht ermahnt. Am Mittwoch (16. April) haben bereits einige Urlauber ihre Reise abgebrochen, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Angst vor Überschwemmungen ist groß. In vielen Ortschaften gelten hohe Alarmstufen. Das Video eines Lawinenabgangs „beängstigt“ regelrecht.

Unwetter in der Schweiz: Gemeinden von Außenwelt abgeschnitten – Urlauber fliehen

Besonders betroffen ist der Schweizer Kanton Wallis. Dort haben Unwetter mit sehr starkem Schneefall in der Nacht auf Donnerstag für Chaos gesorgt. Etliche Gemeinden in Tessin und Wallis meldeten aufgrund der Unwetter Stromausfälle. In ganz Wallis wurden die Schulen geschlossen. Einige Ferienorte waren am Donnerstagmorgen von der Außenwelt abgeschnitten. Bilder zeigen das Ausmaß der Unwetter. So sind zahlreiche Äste und sogar Bäume aufgrund der schweren Schneelast abgebrochen und umgefallen.

Sturzfluten, Erdrutsche und jetzt noch Schnee – Bilder zeigen heftiges Ausmaß des Italien-Unwetters

Italien Wetterkarte hat es in sich. Besonders Piemonte, im Norden, dürfte von starken Regenfällen am 17. April getroffen werden. Schon der Mittwoch (16. April) stellte Feuerwehren und Rettungsdienste vor große Herausforderungen.
Italien Wetterkarte hat es in sich. Besonders Piemonte, im Norden, dürfte von starken Regenfällen am 17. April getroffen werden. Schon der Mittwoch (16. April) stellte Feuerwehren und Rettungsdienste vor große Herausforderungen. © Protezione Civile
Erdrutsch bei Unwetter in Italien: Das Dorf Boccassuolo wurde in zwei geteilt.
Erdrutsch bei Unwetter in Italien: Das Dorf Boccassuolo wurde in zwei geteilt. © Screenshot/Provincia Modena
Feuerwehr teilt Bilder von Unwetter in Italien.
Unwetter in Italien: Die Feuerwehr teilt Bilder aus den betroffenen Regionen. Der Meteorologe Dominik Jung rät sogar: „Im Zweifel lieber frühzeitig abreisen“ – besonders für Campingurlauber in Flussnähe oder in Hanglagen könnte es gefährlich werden. ©  Vigili del Fuoco / X
Italiens Feuerwehren sind im Dauereinsatz, sprechen am 16. April (Mittwoch) von Einsätzen wegen Überschwemmungen, Wasserschäden und Erdrutschen. Aufgrund zweier Erdrutsche in Villadossola und Beura Cardezza mussten 30 Personen vorsorglich aus den umliegenden Häusern evakuiert werden.
Italiens Feuerwehren sind im Dauereinsatz, sprechen am 16. April (Mittwoch) von Einsätzen wegen Überschwemmungen, Wasserschäden und Erdrutschen. Aufgrund zweier Erdrutsche in Villadossola und Beura Cardezza mussten 30 Personen vorsorglich aus den umliegenden Häusern evakuiert werden.  © Vigili del Fuoco / X
Italien erwartet heftigen Regen – besonderd Norden betroffen.
In Italien herrscht derzeit eine ernste Unwetterlage, besonders in den nördlichen Regionen des Landes. Mehrere Tiefdruckgebiete sorgen für massive Niederschläge, die zu Überschwemmungen, Erdrutschen und gefährlichen Wetterlagen führen können. © Marco Ottico / pictures alliance
Unwetter in Italien – es droht großflächiges Hochwasser.
Für viele Regionen gilt aktuell die Warnstufe Orange oder Gelb der italienischen Zivilschutzbehörde. Besonders kritisch ist die Lage in der Region zwischen Turin und Mailand sowie in der Po-Ebene, wo großflächiges Hochwasser droht. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Bis zu 500 Liter Regen pro Quadratmeter in Italien.
Wetterexperten rechnen mit extremen Regenmengen: In nur 48 Stunden könnten über 20 Zentimeter Niederschlag fallen In Spitzen werden 400 bis 500 Liter pro Quadratmeter erwartet. Meteorologen warnen sogar vor lebensbedrohlichen Unwettern. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Italien von schweren Unwettern heimgesucht – noch keine Entwarnung.
Die intensive Niederschlagsphase soll noch bis mindestens Donnerstag (17. April) anhalten. Für Freitag (18. April) wird eine leichte Wetterberuhigung erwartet, doch auch am Wochenende bleibt die Lage unbeständig. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Unwetter treffen Italien: Im Piemont traf ein Erdrutsch eine Straße in Donato. Feuerwehrleute greifen vor Ort ein.
Unwetter treffen Italien: Im Piemont traf ein Erdrutsch eine Straße in Donato. Feuerwehrleute greifen vor Ort ein.  © Screenshot
Dieses Video aus Valsesien im Piemont zeigt eine Lawine, die in Richtung Tal rauscht. Ein Gemisch aus Schnee, Wasser und Schlamm.
Ein Video aus Valsesien im Piemont zeigt eine Lawine, die in Richtung Tal rauscht. Ein Gemisch aus Schnee, Wasser und Schlamm. © Andrea Vuolo - Meteo in Piemonte
In der Region Piemont wurden die Einsatzkräfte am Donnerstag auf über 400 Personen aufgestockt.
In der Region Piemont wurden die Einsatzkräfte am Donnerstag auf über 400 Personen aufgestockt.  © Vigili del Fuoco
Zahlreiche Straßen in der Region wurden von Erdrutschen verlegt, einige Gemeinden sind isoliert oder bereits evakuiert.
Zahlreiche Straßen in der Region wurden von Erdrutschen verlegt, einige Gemeinden sind isoliert oder bereits evakuiert. © Vigili del Fuoco
Verstärkung wurde außerdem in die Toskana geschickt. Zwischen Biella, Verbiana und Turin dürfte die Lage kritisch bleiben.
Verstärkung wurde außerdem in die Toskana geschickt. Zwischen Biella, Verbiana und Turin dürfte die Lage kritisch bleiben. © Vigili del Fuoco
Bilder der Feuerwehr zeigen hier einen Einsatz bei Villar Dora. Bäume halten den starken Winden nicht Stand.
Bilder der Feuerwehr zeigen hier einen Einsatz bei Villar Dora. Bäume halten den starken Winden nicht Stand. © Vigili del Fuoco
Auch in der Lombardei führen die Unwetter zu großen Verkehrsbehinderungen.
Auch in der Lombardei führen die Unwetter zu großen Verkehrsbehinderungen.  © Vigili del Fuoco
Über 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen zählte die Feuerwehr in der Lombardei in nur 24 Stunden.
Über 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen zählte die Feuerwehr in der Lombardei in nur 24 Stunden. © Vigili del Fuoco
Auch die Schweizer Alpen wurden von Unwettern heimgesucht. Feuerwehrleute entfernen einen Baum, der unter der Schneelast in der Stadt Sierre zusammengebrochen ist. Die Situation ist so gefährlich, dass selbst Schulen und Supermärkte regional geschlossen bleiben.
Auch die Schweizer Alpen wurden von Unwettern heimgesucht. Feuerwehrleute entfernen einen Baum, der unter der Schneelast in der Stadt Sierre zusammengebrochen ist. Die Situation ist so gefährlich, dass selbst Schulen und Supermärkte regional geschlossen bleiben. © afp
Der komplett eingeschneite Piazza Chanoux in der Innenstadt von Aosta.
Der komplett eingeschneite Piazza Chanoux in der Innenstadt von Aosta. © Screenshot
80 Zentimeter Neuschnee wurden in höheren Lagen des Piemont verzeichnet.
80 Zentimeter Neuschnee wurden in höheren Lagen des Piemont verzeichnet. © Screenshot
Bereits Mitte März 2025 waren Teile Italiens von schweren Unwettern getroffen worden. Unter anderem Florenz.
Bereits Mitte März 2025 waren Teile Italiens von schweren Unwettern getroffen worden. Unter anderem Florenz. © IMAGO/IPA/ABACA

Bereits am Mittwochabend haben einige Urlauber beschlossen, die gefährdeten Gebiete zu verlassen. Wie 20min.ch berichtete, hatte eine Familie, die im Saastal Skifahren wollte, ihren Urlaub kurzfristig verkürzt. Bevor das Saastal eine Straße ab 19 Uhr präventiv sperrte, packte die Familie ihre Sachen und fuhr wieder nach Hause. „Ich mache mir schon ein wenig Sorgen, ob die Straße offen bleibt, bis wir im Tal sind, aber ich hätte es schlimmer erwartet“, sagte ein 17-Jähriger zu 20min.ch. Bereits nach zwei Tagen endete für ihn der Ferienaufenthalt in Saas-Fee. Er war nicht der einzige.

Unwetter in der Schweiz: Wallis ruft „besondere Lage“ aus – Urlauber sollen „Anreise verschieben“

Wallis hat aufgrund der Unwetter eine „besondere Lage“ ausgerufen. Urlauber werden dazu aufgefordert, ihre geplante Reise für den Donnerstag zu verschieben. „Personen, die für heute eine Reise ins Wallis für die Osterferien geplant hatten, werden gebeten, ihre Anreise nach Möglichkeit um einen Tag zu verschieben“, hieß es.

Starke Schnee- und Regenfälle haben in der südwestlichen Schweiz massive Verkehrsprobleme und Stromausfälle ausgelöst.

Nur wenige Stunden später versanken große Teile Wallis im Schnee. Reisende, die es am Mittwoch noch aus der Gegend heraus geschafft haben, können aufatmen. Andere sind in Urlaubsorten wie etwa Zermatt eingeschlossen. Viele Straßen sind immer noch gesperrt. Auch der Weg nach Italien ist stark eingeschränkt, wie der SRF berichtete. Der Grosse-St.-Bernhard-Tunnel, der das Wallis mit Italien verbindet, ist gesperrt.

Unwetter in der Schweiz und Italien: Autos stecken in Tunnel fest – Gefahr bleibt

Das Problem: Derzeit sollen sich etwa 15 Autos in dem Tunnel befinden, die seit gestern Abend dort feststecken. „Wir können weder auf der italienischen Seite wieder hinunterfahren, weil es einen Erdrutsch gegeben hat, noch auf der Schweizer Seite, weil es zu viel Schnee gibt und die Lawinengefahr zu groß ist“, beschrieb ein Leser die Situation 20min.ch. Vor Ort gäbe es einen Automaten mit Essen und Kaffee sowie eine Toilette.

Laut Meteo Schweiz gilt für das Obere Saastal sowie für das Nördliche und Südliche Simplongebiet die höchste Gefahrenstufe 5. Bis Donnerstagabend wird vor einem extremen Anstieg der Wasserpegel von Flüssen und Seen sowie vor Überschwemmungen gewarnt. (vk)

Rubriklistenbild: © Fotomontage Alessandro Della Valle/Jean-Christophe Bott/dpa

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