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Alpen-Unwetter: Skiort von Außenwelt abgeschnitten – Hunderte Reisende warten auf Heimkehr

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    Moritz Bletzinger

Heftige Unwetter haben die Alpen-Region überzogen. Besonders hart trifft es Italien. Orte sind isoliert. Erdrutsche und Überschwemmungen sorgen für Chaos. Der Ticker.

Update vom 19. April, 18.40 Uhr: Durch die Alpen-Unwetter kam es auch zu erheblichem Schneefall. Unter anderem der Nobel-Skiort Zermatt wurde dadurch von der Außenwelt abgeschnitten. Auch zu Stromausfällen kam es. Am Samstag konnte diese wieder weitestgehend hergestellt werden. Der Ort bleibt jedoch weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten, wie ein Sprecher von Zermatt Tourismus bestätigte. Die Zufahrtsstraße ist nach wie vor wegen Lawinengefahr gesperrt.

Seit 14.30 Uhr verkehrt immerhin der Shuttle-Zug wieder, wie handelszeitung.ch berichtete. In Erwartung dessen bildete sich vor dem Bahnhof in Zermatt eine „mehrere hundert Meter lange“ Schlange von Reisenden, wie ein Reporter von IPPEN.MEDIA von vor Ort berichtete. Der Zivilschutz gab demnach Essen aus und es gab Auftritte von Musikern. „Die Einheimischen geben alles, beeindruckende Solidarität“.

Zermatt ist weiterhin nicht per Auto erreichbar. Immerhin der Shuttle-Zug fährt seit Samstagnachmittag (19. April) wieder. Hunderte Reisende standen vor dem Bahnhof Schlange. Der Zivilschutz gab Essen aus.

In Norditalien, das ebenfalls von den Unwettern getroffen wurde, fingen heute vielerorts die Aufräumarbeiten an. Schätzungen zufolge gab es Schäden in Millionenhöhe, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Bäume wurden entwurzelt, Autos beschädigt und mancherorts gibt es nach wie vor Überschwemmungen.

Unwetter in den Alpen sorgt für Lawinengefahr in Frankreich – Es gab bereits einen Todesfall

Update vom 19. April, 8.34 Uhr: Auch am Samstag (19. April) wird in Italien vor schweren Unwettern gewarnt. Der italienische Katastrophenschutz hat auf X erklärt, dass Alarmstufe Rot in der Region Emilia Romagna und der Lombardei gilt. Die Unwetter haben bereits zu zahlreichen Unfällen geführt: In der Provinz Vicenza stürzte ein Auto durch ein riesiges Loch in einer Straßenbrücke in den darunterliegenden Bach Agno. Der Po, Italiens größter Fluss, ist durch die Regenmassen über die Ufer getreten.

Nach Unwettern: Lawinen- und Flutwarnungen in mehreren Regionen Frankreichs

Update vom 18. April, 19.02 Uhr: Am Gründonnerstag (17. April) und Karfreitag (18. April) wurde Italien sowie die Alpen-Regionen von Schweiz und Frankreich von schweren Unwettern heimgesucht. Inzwischen beruhigt sich die Wetterlage jedoch wieder. Wie das Wetter-Frühwarnsystems Meteoalarm informiert, gibt es in Italien derzeit nur noch eine Sturmwarnung für Kalabrien. In mehreren Regionen Frankreichs gibt es im Nachgang der Unwetter indes Lawinen- und Flutwarnungen. Betroffen sind:

  • Haute-Savoie
  • Savoie
  • Isère
  • Hautes Alpes
  • Drôme
  • Vaucluse
  • Alpes-de-Haute-Provence
  • Alpes-Maritimes
  • Bouches-du-Rhône

In der Region Savoyen (Savoie) kam es aufgrund einer Lawine bereits am Donnerstag zu einem Todesfall. Ein 27-jähriger Brite starb, als er am Steuer seines Autos von einer Lawine erfasst wurde.

Ein schneebedecktes Café nach starkem Schneefall am Aravis-Pass in Frankreich. In den französischen Alpen herrscht im Nachgang der Unwetter aktuell vielerorts Lawinengefahr.

Update vom 18. April, 15.12 Uhr: Mindestens drei Menschen verloren bei den jüngsten Unwettern im Norden Italiens ihr Leben. Zwei Männer wurden in der Nähe von Valdagno, zwischen Venedig und dem Gardasee, in ihrem Fahrzeug von den Fluten erfasst. Die Rettungskräfte konnten nicht mehr helfen. Die Behörden berichteten, dass es sich bei den Opfern um Vater und Sohn handelte. Bereits am Donnerstag wurde ein 92-jähriger Mann in seinem Haus nahe Turin tot aufgefunden, nachdem er ertrunken war.

Am Freitag entspannte sich die Situation etwas. Dennoch waren viele Flüsse über die Ufer getreten, und in zahlreichen Gemeinden standen die Straßen unter Wasser. Rettungskräfte mussten mehrere Dutzend Menschen in Sicherheit bringen. In vielen Gebieten war die Stromversorgung weiterhin unterbrochen. Die Region Piemont, die besonders stark betroffen war, stellte fünf Millionen Euro für Soforthilfen bereit.

Im Wintersportort Zermatt fällt nach den Unwettern der Storm immer wieder aus

In den höher gelegenen Gebieten der Schweiz fiel starker Schnee. Dort entspannte sich die Lage ebenfalls. Dennoch war der Wintersportort Zermatt weiterhin nicht erreichbar. Eine Sprecherin von Zermatt Tourismus erklärte, dass in vielen Teilen des Ortes der Strom noch immer ausfalle. Ein Hotel berichtete, dass etwa 30 der 200 Unterkünfte vor Ort Strom hätten und als Anlaufstelle für Touristen dienten, die ihre Handys aufladen wollten.

Wichtige Verkehrsverbindungen wie der Simplonpass und der Tunnel am Großen St. Bernhard sind weiterhin gesperrt, informierten die Behörden. Die Lawinengefahr in allen Höhenlagen sowie die Gefahr umstürzender Bäume sei sehr hoch. Am Donnerstag war in der Region mehr als ein halber Meter Neuschnee gefallen.

Noch immer Alarmstufe Rot wegen Unwettern in einigen Regionen in Italien

Update vom 18. April, 12.22 Uhr: Von Donnerstag 18.00 Uhr bis heute 6.30 Uhr wurden wegen der Unwetter in Italien 1521 Anrufe bei der Feuerwehr im Raum Turin verzeichnet. Sie betrafen Überschwemmungen, Einstürze, Erdrutsche, Brände und Notrufe. Allein in der Provinz Turin wurden 80 Menschen gerettet, berichtet La Repubblica. Die Feuerwehr arbeitet kontinuierlich in den betroffenen Gebieten, insbesondere in den Gebieten von Chivassese (Monteu da Po, Lauriano, an Sebastiano da Po) und im unteren Val di Susa.

Obwohl sich die Lage allmählich beruhigt, gilt von heute Mitternacht bis morgen Mitternacht in den Provinzen Parma und Piacenza Alarmstufe Rot wegen Flussüberschwemmungen. Alarmstufe Gelb herrscht in den Regionen Reggio Emilia, Modena, Bologna, Ferrara und Ravenna.

Update vom 18. April, 8.40 Uhr: In Italien herrscht nach schweren Unwettern der Ausnahmezustand. In der Gegend von Vicenza sucht die Feuerwehr derzeit nach zwei Vermissten. Sie sollen vom Hochwasser des Wildbachs mitgerissen worden sein, berichtet das italienische Nachrichtenportal ansa.it. Ersten Informationen zufolge soll es sich um einen Vater und seinen Sohn handeln.

Auch am Freitag (18. Februar) bleibt Italien von Regenfällen und Gewittern nicht verschont. Vor allem am Abend sei laut dem italienischen Wetterportal Il Meteo mit neuen Niederschlägen zu rechnen. Am stärksten betroffen sind demnach die Regionen im Nordosten, wobei in der östlichen Lombardei, der Emilia-Romagna und dem größten Teil des Triveneto mit Regen und lokalen Gewittern zu rechnen sei.

Präsident der Region Piemont in Italien beruft wegen Unwettern eine Sitzung ein

Update vom 18. April, 6.55 Uhr: Zwischen Karfreitag und Karsamstag (19. April) wird sich der Zyklon voraussichtlich in Richtung Osteuropa bewegen und so zumindest für eine vorübergehende Besserung sorgen, berichtet Rai News. Italien darf demnach aber anscheinend nur kurz aufatmen: Schon am Ostersonntag (20. April) soll es erneut zu Unwettern kommen, die in abgeschwächter Form zunächst den Nordwesten des Landes und Sardinien, später das Zentrum heimsuchen.

Heute Morgen hat der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, eine außerordentliche Sitzung einberufen, um sich ein Bild zur Wetterlage sowie erste Einschätzungen der Schäden zu machen, die das Unwetter in der Region angerichtet hat. Währenddessen kam es in San Sebastiano am Fluss Po zu Überschwemmungen. Mehrere Erdrutsche haben einzelne Ortsteile von der Außenwelt abgeschnitten, ein weiterer Erdrutsch unterbrach die örtliche Wasserversorgung.

In der Gemeinde Castagneto Po machte ein Erdrutsch die Straßenverbindung von und nach Chivasso unpassierbar. Auch in Lauriano wurde die Staatsstraße 590 im Valcerrina durch einen Erdrutsch blockiert. In Casale Monferrato wurde in der Turnhalle der Leardi-Schule eine Notunterkunft für 50 evakuierte Bewohner des Ortsteils Terranova eingerichtet. In Castellamonte mussten zudem 15 Personen aus den Ortsteilen Case Ponzetti und Preparetto evakuiert werden.

Die regionale Umwelt- und Zivilschutzbehörde des Piemont hat eine orangefarbene Lawinenwarnung – die zweithöchste Stufe – für die nordwestlichen Bergregionen ausgesprochen. Für die nördliche Tiefebene, das Gebiet um Turin, sowie die Täler Tanaro, Belbo und Bormida gilt eine gelbe Warnstufe. Für die Tiefebene bei Cuneo und das Scrivia-Tal wurde keine Warnung ausgegeben.

Wie der alpine Rettungsdienst des Piemont mitteilt, sind in vielen Gebieten oberhalb von 2000 Metern mehr als ein Meter Neuschnee gefallen. In den Lepontinischen Alpen wurden auf über 2500 Metern sogar Schneehöhen von bis zu 170 Zentimetern gemessen.

In der Gemeinde Tavernerio bei Como musste indes eine Gruppe von 22 Pfadfindern, darunter mehrere Minderjährige, am Berg Monte Bolletto aus einer gefährlichen Lage befreit werden. Sie waren vom plötzlichen Unwetter überrascht worden und konnten die Gegend nicht mehr selbstständig verlassen. Im Einsatz waren Spezialeinheiten der Feuerwehr aus Como sowie Freiwillige des alpinen Rettungsdienstes. Eine Jugendliche mit Unterkühlung und ein weiterer Jugendlicher, der über Unwohlsein klagte, wurden laut Rai News zur medizinischen Versorgung per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

Update vom 17. April, 22.30 Uhr: Der Norden Italiens ist besonders heftig von den Unwettern getroffen. Jetzt reagiert die Region Piemont auf „erhebliche Schäden“ durch die enormen Regenfälle. Der Präsident der Region, Alberto Cirio, teilte mit, dass er deshalb den Antrag auf Ausrufung des Ausnahmezustands unterzeichnet habe und diesen an die italienische Regierung gesendet habe. Zuvor hatte er mit Vizepremierminister Antonio Tajani darüber telefoniert. Die „kritischste Lage“ trifft demnach aktuell die Region Turin und besonders die Gegend um den Ort Chivasso. Hier habe es zwar aufgehört zu regnen. Es gebe aber weiter Probleme mit Erdrutschen, Überschwemmungen, Sturzbächen und über die Ufer tretenden Bächen. „In den nächsten Stunden wird sich die Wetterlage voraussichtlich bessern, aber wir bleiben weiterhin besonders wachsam, insbesondere im Hinblick auf Erdrutsche und Flüsse“, so Cirio.

Update vom 17. April, 20.40 Uhr: Überschwemmungen, Lawinen-Gefahr und Erdrutsche: Die Unwetter in Italien nehmen kein Ende. Jetzt steigt der Pegel des Flusses Po „rapide“, meldete Meteorologe Andrea Vuolo bei Facebook. Zudem gab es einen Erdrutsch zwischen den Gemeinden Chivasso und Castagneto Po. Aktuell gilt die Lage in Chivasso ohnehin als besonders heikel, berichtete die Zeitung La Stampa. Rund 150 Einsatzkräfte, darunter auch elf Taucher, sind hier im Einsatz. Einige Bewohner mussten bereits evakuiert werden.

Alpen-Unwetter wüten weiter: Nächste Italien-Gemeinde komplett isoliert

Inzwischen wurde eine weitere Ortschaft in Italien von der Außenwelt abgeschnitten. In Pramollo seien etwa 150 Menschen isoliert, weil ein Stützpfeiler einer Straße eingestürzt war. Laut Rai News sind im Aostatal weiterhin dutzende Gemeinden ohne Strom. Infolge des Unwetters hatte es einen Defekt an einer Hochspannungsleitung gegeben. Hier gilt inzwischen auch die höchste Lawinen-Warnstufe 5. Im Piemont und in Venetien gilt Warnstufe 4.

Update vom 17. April, 19.45 Uhr: Die Zahl der Toten nach dem Seilbahn-Unglück in Castellammare di Stabia auf vier erhöht. Die zuvor vermisste Person sei tot, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Eine fünfte Person wurde mit schweren Verletzungen per Rettungshubschrauber abtransportiert.

Die Seilbahn war nach ihrer Winterpause erst vor etwa einer Woche wieder in Betrieb genommen worden. Ob das Unglück mit dem Unwetter in Italien zusammenhängt, ist unklar. „Das Zugseil ist gerissen, die Notbremse im Tal hat funktioniert, aber offensichtlich nicht die der Kabine, die in die Station auf dem Gipfel des Faito einfuhr“, schilderte Bürgermeister Luigi Vicinanza bei einer Pressekonferenz.

Unwetter in den Alpen und südlich davon: Mehrere Tote bei Seilbahn-Unglück in Italien

Update vom 17. April, 18.37 Uhr: In Castellammare di Stabia bei Neapel ist es zu einem Seilbahn-Unfall gekommen. Ein Kabel der Seilbahn, die auf den Berg Faito führt, ist gerissen. 16 Passagiere konnten aus einer Kabine gerettet werden. Andere Fahrgäste hatten weniger Glück. Eine Kabine war nahe der Bergstation abgestürzt, berichtete Ansa. Dabei sollen drei Menschen ums Leben gekommen sein, eine weiterer wurde schwer verletzt. Eine Person wird noch vermisst. Feuerwehr und Bergrettung sind vor Ort.

Update vom 17. April, 17.37 Uhr: Nun leider die erste Todesmeldung aus Italien. Wie der Meteorologe Andrea Vuolo sowie die Repubblica berichten, starb ein älterer Mann bei Unwettern im Ort Monteu da Po (Metropolregion Turin). Er war demnach ertrunken, als sein Haus überflutet wurde.

Update vom 17. April, 17.21 Uhr: Jetzt reagiert auch das Auswärtige Amt auf die Unwetter in Italien sowie im weiteren Alpenraum. Mit einem Eil-Hinweis mahnt die deutsche Behörde zur Vorsicht bei Reisen in den betroffenen Regionen.

Update vom 17. April, 16.25 Uhr: Wohl aufgrund des schlechten Wetters in der vergangenen Nacht löste sich an der Faito-Seilbahn in Castellammare di Stabia (Hafenstadt am Golf von Neapel) ein Kabel. Eine Kabine mit 16 Passagieren stürzte ab. Die gute Nachricht: Das Sicherheitssystem blockierte den Absturz, alle Fahrgäste konnten unverletzte aus der baumelnden Kabine geborgen werden, wie italienische Medien übereinstimmend berichten.

Der Unfall ereignete sich gegen 15 Uhr. Seitdem sind die Panoramastraße zum Bourbonenpalast von Quisisana und der Bahnhof von Castellammare di Stabia gesperrt. Das gerissene Seilbahnkabel war auf einen Strommast gestürzt.

Die Anlage war erst vergangene Woche für die neue Touristensaison wiedereröffnet worden.

Update vom 17. April, 15.50 Uhr: In der Metropolregion Turin gehört Castellamonte zu den Gemeinden, die am schlimmsten vom Unwetter getroffen wurden. „Wir haben etwa sechzig kritische Punkte“, sagt Bürgermeister Pasquale Mazza.

Ein Erdrutsch mit einer Rekordfront von 400 Metern hatte in der Nähe eine Straße verlegt, sie wird noch länger gesperrt bleiben. Am Mittwochabend stürzte bereits ein als Fahrzeugdepots genutztes Gebäude nach einer Schlammlawine im Weiler Spineto ein, glücklicherweise ohne Verletzte. Fünf Familien waren zuvor sicherheitshalber evakuiert worden.

Außerdem: Das Dach eines zweistöckigen Hauses in Castellamonte wurden von einem Erdrutsch nach vorne geschoben. Es droht laut Rainews einzustürzen.

Update vom 17. April, 15.35 Uhr: Für Verbano Cusio Ossola bleibt die Wetterwarnung bis Freitag auf Orange. Denn: Die Lage im Anzascatal bleibt kritisch. Erdrutsche verlegten die Staatsstraße, das Tal und die Gemeinde Macugnaga sind isoliert (siehe Update von 10.10 Uhr). Eine Lawine traf auch den Pesterana-Tunnel und drang sogar teilweise in ihn ein. Schutt, Steine und Überschwemmungen blockieren die Zufahrtswege weiterhin.

Erste Trümmer wurden mittlerweile beseitigt, trotzdem erklärt die Straßenbehörde Anas bei La Stampa: „Die Wiedereröffnung erfolgt nicht voreilig, wir warten auf weitere technische Inspektionen.“

Ähnliche Situationn in den Tälern Antigorio und Formazza: Hier ist die Staatsstraße 659 gesperrt, seit sie von einer großen Schlammlawine überspült worden war. „Die Aufforderung an alle lautet, das Haus nur in Notfällen zu verlassen“, sagt Formazzas Bürgermeisterin Bruna Papa.

Update vom 17. April, 14.38 Uhr: Der Regen lässt leicht nach. Im Piemont setzt die Umweltschutzbehörde Arpa die Alarmstufe von Rot auf Orange herab. Das heißt aber immer noch: Warnung von Überschwemmungen an Wasserläufen und Erdrutschen im nördlichen sowie westlichen Piemont. Hohe Risikostufe gilt außerdem am Fluss Po.

Update vom 17. April, 13.52 Uhr: Reihenweise reißen die Flüsse im Piemont und Emilia-Romagna die Gefahrenschwellen. Überschritten haben sie akutell: Ovesca, Sesia, Soana, Orco, Malone, Elvo, Cervo, Ceronda, Bormida und Po in Piemont.

Am Fluss Elvo wurde sogar eine Brücke weggespült. Die Gilino-Brücke verbindet die Städte Mongrando und Borriana, aufgrund starker Regenfälle ist sie eingestürzt. Die Gute Nachricht: Niemand wurde verletzt, zum Zeitpunkt des Einsturzes hielt sich niemand auf der Brücke auf.

Kritisch bleibt die Lage auch im verschneiten Aostatal. In bis zu 35 von 74 Gemeinden wurden laut La Repubblica Probleme mit der Stromversorgung gemeldet. Regionalpräsident Renzo Testolin sagt: „Dabei handelt es sich um isolierte Gebiete aufgrund umgestürzter Bäume auf den Stromleitungen.“

Unwetter in den Alpen: Italien hart getroffen

Update vom 17. April, 12.56 Uhr: Schier unglaublicher Schneefall im Piemont. Laut dem Meteorologen Andrea Vuolo sind es mittlerweile 80 Zentimeter Neuschnee. Bilder aus der Stadt Sestriere (Metropolregion Turin) zeigen komplett eingeschneite Autos und Cafés.

Update vom 17. April, 12.41 Uhr: Wie gehen die Unwetter über Ostern weiter? Italien wird in zwei Hälften geteilt, schreibt La Repubblica. Von Freitag bis Samstag deutet sich eine Besserung an, neue Unwetter können im Nordwesten und auf Sardinien aber nicht ausgeschlossen werden. Sie dürften allerdings weniger intensiv ausfallen als bislang. Auch in der Toskana, Umbrien und dem Latium sind neue Regenfälle nicht ausgeschlossen. Im Rest des Landes wird hingegen sonnigeres Wetter vorhergesagt.

Ab Ostermontag konzentriert sich der Regen laut Vorhersage auf die zentralen Regionen, dann könnte es im Süden und auch im Norden wieder sonnig werden. Der Unwetter-Fahrplan:

  • Donnerstag, 17. April: Extrem schlechtes Wetter im Norden mit starkem Wind. Schlechtes Wetter an der Tyrrhenischen Küsten und auf Sardinien.
  • Freitag, 18. April: Erste Besserung im Norden, Nordosten bleibt instabil. Vereinzelte Schauer im Zentrum, Besserung im Süden.
  • Samstag, 19. April: Viele Wolken im Norden, leichterer Regen in den Alpen und im Piemont. Zentrum und Süden sonnig.
  • Sonntag, 20 April: Schauer und Regen im Zentrum. Mögliche Besserung im Norden.

Update vom 17. April, 12.26 Uhr: In Turin sorgt laut Rainews aktuell überraschenderweise nicht der Fluss Po für die größten Sorgenfalten, sondern die Situation des Flusses Stura. Er hat die Gefahrenschwelle überschritten und nähert sich einem kritischen Pegel. Eine Brücke im Norden der Metropole (853.000 Einwohner) wurde vorsorglich geschlossen.

Update vom 17. April, 11.57 Uhr: Jetzt auch noch Tornado-Alarm im Piemont. Trichterwolken ziehen in Richtung der Stadt Alessandria (91.854 Einwohner), meldet der Meteorologe Andrea Vuolo. Bilder zeigen die Wolken gut sichtbar am Himmel.

Im Unterschied zu einem Tornado bezeichnet Trichterwolke nur den sichtbaren Teil eines Wirbels. Er setzt sich unterhalb der Wolke fort und kann jederzeit in einen Tornado übergehen. Sichtbar – durch einen Wolkenschlauch – wird die Verwirbelung nicht immer. Sobald unter einer Trichterwolke Schäden am Boden erkennbar sind, spricht man von einem Tornado.

Update vom 17. April, 11.44 Uhr: Starke Winde, heftiger Regen. Die Stadt Mailand hat beschlossen, öffentliche Parks zu schließen. Zu gefährlich ist die Unwetterlage in der norditalienischen Metropole. Ein Baum stürzte beispielsweise auf den Eingang einer Grundschule (siehe Update von 10.45 Uhr). Seit Mittwochabend zählt die Feuerwehr rund 120 Einsätze im Stadtgebiet, laut der Zeitung La Repubblica stehen weitere hundert noch in der Warteschleife.

Sturzfluten, Erdrutsche und jetzt noch Schnee – Bilder zeigen heftiges Ausmaß des Italien-Unwetters

Italien Wetterkarte hat es in sich. Besonders Piemonte, im Norden, dürfte von starken Regenfällen am 17. April getroffen werden. Schon der Mittwoch (16. April) stellte Feuerwehren und Rettungsdienste vor große Herausforderungen.
Italien Wetterkarte hat es in sich. Besonders Piemonte, im Norden, dürfte von starken Regenfällen am 17. April getroffen werden. Schon der Mittwoch (16. April) stellte Feuerwehren und Rettungsdienste vor große Herausforderungen. © Protezione Civile
Erdrutsch bei Unwetter in Italien: Das Dorf Boccassuolo wurde in zwei geteilt.
Erdrutsch bei Unwetter in Italien: Das Dorf Boccassuolo wurde in zwei geteilt. © Screenshot/Provincia Modena
Feuerwehr teilt Bilder von Unwetter in Italien.
Unwetter in Italien: Die Feuerwehr teilt Bilder aus den betroffenen Regionen. Der Meteorologe Dominik Jung rät sogar: „Im Zweifel lieber frühzeitig abreisen“ – besonders für Campingurlauber in Flussnähe oder in Hanglagen könnte es gefährlich werden. ©  Vigili del Fuoco / X
Italiens Feuerwehren sind im Dauereinsatz, sprechen am 16. April (Mittwoch) von Einsätzen wegen Überschwemmungen, Wasserschäden und Erdrutschen. Aufgrund zweier Erdrutsche in Villadossola und Beura Cardezza mussten 30 Personen vorsorglich aus den umliegenden Häusern evakuiert werden.
Italiens Feuerwehren sind im Dauereinsatz, sprechen am 16. April (Mittwoch) von Einsätzen wegen Überschwemmungen, Wasserschäden und Erdrutschen. Aufgrund zweier Erdrutsche in Villadossola und Beura Cardezza mussten 30 Personen vorsorglich aus den umliegenden Häusern evakuiert werden.  © Vigili del Fuoco / X
Italien erwartet heftigen Regen – besonderd Norden betroffen.
In Italien herrscht derzeit eine ernste Unwetterlage, besonders in den nördlichen Regionen des Landes. Mehrere Tiefdruckgebiete sorgen für massive Niederschläge, die zu Überschwemmungen, Erdrutschen und gefährlichen Wetterlagen führen können. © Marco Ottico / pictures alliance
Unwetter in Italien – es droht großflächiges Hochwasser.
Für viele Regionen gilt aktuell die Warnstufe Orange oder Gelb der italienischen Zivilschutzbehörde. Besonders kritisch ist die Lage in der Region zwischen Turin und Mailand sowie in der Po-Ebene, wo großflächiges Hochwasser droht. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Bis zu 500 Liter Regen pro Quadratmeter in Italien.
Wetterexperten rechnen mit extremen Regenmengen: In nur 48 Stunden könnten über 20 Zentimeter Niederschlag fallen In Spitzen werden 400 bis 500 Liter pro Quadratmeter erwartet. Meteorologen warnen sogar vor lebensbedrohlichen Unwettern. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Italien von schweren Unwettern heimgesucht – noch keine Entwarnung.
Die intensive Niederschlagsphase soll noch bis mindestens Donnerstag (17. April) anhalten. Für Freitag (18. April) wird eine leichte Wetterberuhigung erwartet, doch auch am Wochenende bleibt die Lage unbeständig. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Unwetter treffen Italien: Im Piemont traf ein Erdrutsch eine Straße in Donato. Feuerwehrleute greifen vor Ort ein.
Unwetter treffen Italien: Im Piemont traf ein Erdrutsch eine Straße in Donato. Feuerwehrleute greifen vor Ort ein.  © Screenshot
Dieses Video aus Valsesien im Piemont zeigt eine Lawine, die in Richtung Tal rauscht. Ein Gemisch aus Schnee, Wasser und Schlamm.
Ein Video aus Valsesien im Piemont zeigt eine Lawine, die in Richtung Tal rauscht. Ein Gemisch aus Schnee, Wasser und Schlamm. © Andrea Vuolo - Meteo in Piemonte
In der Region Piemont wurden die Einsatzkräfte am Donnerstag auf über 400 Personen aufgestockt.
In der Region Piemont wurden die Einsatzkräfte am Donnerstag auf über 400 Personen aufgestockt.  © Vigili del Fuoco
Zahlreiche Straßen in der Region wurden von Erdrutschen verlegt, einige Gemeinden sind isoliert oder bereits evakuiert.
Zahlreiche Straßen in der Region wurden von Erdrutschen verlegt, einige Gemeinden sind isoliert oder bereits evakuiert. © Vigili del Fuoco
Verstärkung wurde außerdem in die Toskana geschickt. Zwischen Biella, Verbiana und Turin dürfte die Lage kritisch bleiben.
Verstärkung wurde außerdem in die Toskana geschickt. Zwischen Biella, Verbiana und Turin dürfte die Lage kritisch bleiben. © Vigili del Fuoco
Bilder der Feuerwehr zeigen hier einen Einsatz bei Villar Dora. Bäume halten den starken Winden nicht Stand.
Bilder der Feuerwehr zeigen hier einen Einsatz bei Villar Dora. Bäume halten den starken Winden nicht Stand. © Vigili del Fuoco
Auch in der Lombardei führen die Unwetter zu großen Verkehrsbehinderungen.
Auch in der Lombardei führen die Unwetter zu großen Verkehrsbehinderungen.  © Vigili del Fuoco
Über 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen zählte die Feuerwehr in der Lombardei in nur 24 Stunden.
Über 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen zählte die Feuerwehr in der Lombardei in nur 24 Stunden. © Vigili del Fuoco
Auch die Schweizer Alpen wurden von Unwettern heimgesucht. Feuerwehrleute entfernen einen Baum, der unter der Schneelast in der Stadt Sierre zusammengebrochen ist. Die Situation ist so gefährlich, dass selbst Schulen und Supermärkte regional geschlossen bleiben.
Auch die Schweizer Alpen wurden von Unwettern heimgesucht. Feuerwehrleute entfernen einen Baum, der unter der Schneelast in der Stadt Sierre zusammengebrochen ist. Die Situation ist so gefährlich, dass selbst Schulen und Supermärkte regional geschlossen bleiben. © afp
Der komplett eingeschneite Piazza Chanoux in der Innenstadt von Aosta.
Der komplett eingeschneite Piazza Chanoux in der Innenstadt von Aosta. © Screenshot
80 Zentimeter Neuschnee wurden in höheren Lagen des Piemont verzeichnet.
80 Zentimeter Neuschnee wurden in höheren Lagen des Piemont verzeichnet. © Screenshot
Bereits Mitte März 2025 waren Teile Italiens von schweren Unwettern getroffen worden. Unter anderem Florenz.
Bereits Mitte März 2025 waren Teile Italiens von schweren Unwettern getroffen worden. Unter anderem Florenz. © IMAGO/IPA/ABACA

Update vom 17. April, 11.35 Uhr: Dramatische Szenen aus dem Alptental Valsesia. Eine Lawine entwickelte sich zu einem reißenden Strom. Videos aus Italien zeigen, wie sich Wassermassen unaufhaltsam den Weg nach unten bahnen – begleitet von donnernden Geräuschen.

Update vom 17. April, 11.22 Uhr: Bis 14 Uhr rechnet man im Piemont weiterhin mit starkem Regen. Bei einer Pressekonferenz spricht Regionalpräsident Alberto Cirio von einer „schwer kritischen Lage“. Immerhin wird ab dem Nachmittag eine deutliche Abschwächung der Regenmengen erwartet und Meldungen über Verletzte oder Tote gibt es momentan nicht.

Update vom 17. April, 11.06 Uhr: In der Lombardei zählt die Feuerwehr rund 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen. Besonders schwer getroffen: Mailan, Brescia, Lodi, Pavia. Mittlerweile ist auch die A5 (Turin – Aosta) gesperrt. In beide Richtungen geht zwischen Albiano d‘Ivrea und dem Autobahnkreuz Pavone nichts.

Update vom 17. April, 10.48 Uhr: Jetzt hat der Fluss Po in San Sebastiano die Gefahrenschwelle überschritten. Laut der Umweltschutzbehörde Arpa Piemonte stieg der Pegel in den vergangenen 24 Stunden von 2,4 Metern auf über 6 Meter.

Update vom 17. April, 10.45 Uhr: Neben starken Regenfällen kämpft Italien auch mit Sturm. In Mailand stürzte eine Böe am Morgen einen Baum auf den Eingang einer Grundschule. Glücklicherweise sind derzeit Osterferien, es wurde niemand verletzt.

Update vom 17. April, 10.10 Uhr: Dicke Schneeflocken in der Stadt Aosta. Die Region ist dem Scirocco-Sturm am stärksten ausgesetzt und in der Höhe werden die enormen Niederschlagsmengen zu Schnee. Wie im tiefsten Winter ist die Stadt eingeschneit.

Etwas weiter östlich, am Lage Maggiore, wächst die Sorge ebenfalls. Die Pegel am berühmten Urlaubersee steigen kontinuierlich, noch am Vormittag dürften sie die Warnstufe überschreiten.

Alarmstufe Rot gilt aktuell im Piemont, mit Flussrisiko für 100 Gemeinden. Seit Mittwochnachmittag wurden laut Feuerwehr über 300 Rettungseinsätze durchgeführt. Darunter Evakuierungen in Villadossola und Macugnaga. Die Casalese-Brücke über den Fluss Sesia wurde nun vorsorglich geschlossen. Die Pegel der Sesia sowie des Flusses Po steigen bedrohlich an. Die Gemeinde Casale Monferrato bereitet laut Bürgermeister die Evakuierung des Weilers Terranova vor.

Bei Bannio Anzino verlegte Geröll eine wichtige Staatsstraße. Eine Stadt am Fuß des Monte Rosa und das obere Anzascatal sind deshalb jetzt isoliert.

Update vom 17. April, 7.15 Uhr: Der Umweltschutzbehörde Arpa Piemonte zufolge erreichte der Fluss Sesia bei Borgosesia in der Provinz Vercelli um 3 Uhr einen Pegel von 7,49 Metern und lag damit deutlich über der Gefahrenschwelle, berichtet das italienische Portal La Stampa. Heute Morgen fiel der Pegel auf 6,57 Meter, lag damit aber immer noch über der Schwelle. Alle Brücken, die die beiden Ufer verbinden, wurden gesperrt. Fünfzig Familien aus dem Stadtteil Isola in Borgosesia verbrachten die Nacht in einem Sportzentrum, heißt es weiter. Die Gemeinde erließ gestern Abend einen Räumungsbefehl.

Nach Informationen von La Stampa haben sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die Unwetter-Ereignisse in Italien überschlagen: In Borgata Giai kam es demnach zu einem Erdrutsch. Familien mussten evakuiert werden. In Verbania sind die Feuerwehrleute wegen Überschwemmungen und Wasserschäden im Einsatz. Aufgrund zweier Erdrutsche wurden dort 30 Menschen aus umliegenden Häusern evakuiert. Indes musste die Feuerwehr in Sandigliano anrücken, weil 250 Menschen wegen der Überschwemmungen auf den Bahngleisen in einem Zug festsaßen. In der italienischen Stadt Biella wurde eine Frau mit Kopfverletzung in die Notaufnahme gebracht, nachdem ein Baum frontal in ihr Auto gekracht war.

Update vom 17. April, 6.33 Uhr: Laut dem italienischen Wetterportal Il Meteo werde in den nächsten Stunden die Hochphase des Unwetters eintreten. Demnach seien vor allem die Provinzen Turin, Biella, Vercelli und Verbano Cusio Ossola betroffen. Der Meteorologe erklärt, dass in 48 Stunden rund 400 Millimeter Regen auf den Boden fallen könnte – das entspricht 400 Litern pro Quadratmeter. Lokale Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutsche können nicht ausgeschlossen werden.

Auch am Donnerstag bleibt das Risiko für Starkregen bestehen – vor allem in der Lombardei, in der Emilia-Romagna, in Venetien, Friaul-Julisch Venetien und der Toskana, wie Il Meteo weiter berichtet. Demnach können in der Lombardei in den Tieflandgebieten Windböen bis zu 100 km/h auftreten. Vor den italienischen Küsten wird indes mit stürmischer See und Wellen bis zu drei Metern Höhe gerechnet. Das nationale Amt für Zivilschutz wies zudem darauf hin, dass es vielerorts zu Gewittern kommen könnte.

Die Schweizer Bahnen SBB raten Kunden, die etwa von Basel nach Mailand oder weiter wollen, über die Route Zürich-Mailand auszuweichen, erklärt eine Sprecherin. Zunächst sollten die Unterbrechungen über Domodossola nach Mailand bis Donnerstagmorgen, 6 Uhr andauern. Wie aktuell der Website der SBB zu entnehmen ist, kann aufgrund der derzeitigen Unwetterlage nicht prognostiziert werden, wann die Bahnstrecken wieder befahrbar sind.

Update vom 16. April, 21.52 Uhr: Die schweren Unwetter in Italien halten an. Wegen heftiger Regenfälle sind im Norden des Landes bereits mehrere Straßen gesperrt worden, auch eine Autobahn. Laut Ansa ist die A5 zwischen Turin und Aosta betroffen. Die Behörden fürchten Sturmböen, Überschwemmungen und Erdrutsche. Auf einer wichtigen Zugverbindung zwischen Italien und der Schweiz, der Simplon-Linie, musste der Bahnverkehr eingestellt werden. Die Gleise sind überschwemmt. Wegen Erdrutsch-Gefahr mussten nach Angaben der Feuerwehr die Gemeinden Villadossola und Beura Cardezza teilweise evakuiert werden. 30 Menschen seien betroffen.

Von den Unwettern geplagt sind vor allem Urlaubsregionen, die rund um die Ostertage viele Urlauber erwarten – darunter Südtirol, das Piemont und die Lombardei mit der Hauptstadt Mailand. In Piemont gilt inzwischen Alarmstufe rot. In der Stadt Pinerolo droht ein Fluss über die Ufer zu treten. Die Gemeindeverwaltung empfahl der Bevölkerung, zu Hause zu bleiben. Laut Prognosen soll es in den kommenden Stunden heftig regnen. Auch in der Schweiz kündigte der Warndienst Alertswiss Starkregenfälle unter anderem im Saastal und Mattertal an. Es drohen Überschwemmungen und Murenabgänge.

Update vom 16. April, 18.13 Uhr: Italien stehen laut Wetter-Prognose extrem unruhige Tage bevor. Auch viele deutsche Urlauber könnte das schlechte Wetter treffen. Das Wetter-Portal il Meteo bestätigt jetzt 48 Stunden „extrem schlechtes Wetter“ und ein „außergewöhnlich gestörtes Wettermuster“. Der Meteorologe Lorenzo Tedici sagt laut dem Fachportal „Wolkenbrüche, sintflutartige Regenfälle, stärkere Winde und viel Schnee in den Alpen“, voraus. Zudem warnt er vor „extremeren Ereignissen“.

Der Prognose nach ziehen warme Luftmassen aus Afrika über Italien und bringen viel Dampf mit sich. Dieser regnet sich dann über Italien ab. Es könnten Spitzenwerte von 400 Litern pro Quadratmeter und damit die Regenmenge von vier Monaten „in einem einzigen Extremereignis“ vom Himmel fallen, heißt es weiter. Besonders getroffen werden demnach das Hochpiemont, die Lombardei, Ligurien und das Aostatal. Hier können Flüsse über die Ufer treten, zudem warnt Tedici vor Sturzfluten und Überflutungen.

Update vom 16. April, 14.19 Uhr: Im Ossolatal wurden mittlerweile mehrere Erdrutsche gemeldet. Schutt und Schlamm über den Straßen führen zu großen Verkehrsbehinderungen.

Unwirkliche Bilder derweil aus Ostana. Hier hat sich laut Wetterportalen in den letzten Stunden ein halber Meter Neuschnee angesammelt.

Update vom 16. April, 11.09 Uhr: „Dies wird die schlimmste Unwetterwelle seit mehreren Monaten sein“, prognostiziert Il Meteo jetzt. Für die kommenden 48 Stunden gibt es keine guten Nachrichten für mehrere Regionen. Sturzfluten drohen im oberen Piemont, dem Aostatal, Ligurien, in der Lombardei sowie in Emilia-Romagna. Wetterkarten zeigen Regenmengen von bis zu 350 Litern pro Quadratmeter. Überschwemmungen sind da fast garantiert.

Am Karfreitag (18. April) sollen die Niederschläge erstmals abklingen und für Samstag deutet sich eine kleine Unwetter-Pause an. Doch die ist schon am Ostersonntag wieder vorbei. Dann wird eine weitere Störung erwartet, die den Nordwesten, Sardinien und die Toskana treffen dürfte.

„Im Zweifel lieber abreisen“, rät Meteorologe Dominik Jung jetzt Italien-Urlaubern. Vor allem auf Campingplätzen in der Nähe von Flüssen oder in Hanglagen entwickle sich bei Unwetter schnell Lebensgefahr. Flutwellen oder Erdrutsche können Touristen in der Nacht fatal überraschen.

Zyklon rauscht über Italien: Aktivste Unwetterphase rollt an

Update vom 16. April, 9.06 Uhr: In den nächsten Stunden zieht ein Zyklon über Italien. Das Wetterportal Il Meteo warnt: „Die Gefahr sinftlutartiger Regenfälle wird sich in einigen Gebieten erhöhen.“

Das Tiefdruckgebiet zieht vom Vereinigten Königreich über das Mittelmeer und trifft dann Italien von Westen. Erste Ausläufer treffen Sardinien, erreichen über den Tag weite Teile des Nordwestens bis hin zur Toskana. Die aktivste Schlechtwetterphase wird am Nachmittag erwartet.

Nahe Modena (Emilia-Romagna) lösten die starken Regenfälle bereits am Dienstag einen zwei Kilometer langen Erdrutsch aus. In Boccassuolo ging die Mure einen Abhang hinab und streifte mehrere Häuser, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Außerdem verlegte sie zwei Gemeindestraßen und zerstörte eine Brücke.

„Die Lage ist dramatisch“, sagt Modenas Provinzpräsident Fabio Braglia in einer Mitteilung. „Derzeit ist die Stadt Boccassuolo in zwei Teile geteilt und viele Familien sind teilweise isoliert. Das ist eine enorme Belastung für Kinder und Jugendliche, Schüler, Familien, ältere Menschen sowie mehrere Unternehmen in der Region. Viele Häuser sind jetzt ohne Wasser, da der Erdrutsch die Aquäduktrohre weggerissen hat, für die wir Notlösungen suchen.“ Die Situation sei zu groß, um sie alleine zu bewältigen, Braglia ersucht Hilfe von übergeordneten Behörden.

Dazu veröffentlichte die Provinz eine Luftaufnahme, die das Ausmaß der Erdrutschs zeigt. Eine graue Schneise gräbt sich durch die Landschaft.

Erstmeldung vom 15. April, 10.42 Uhr: Aosta – Italien steckt in der Wetter-Zange. Ausgerechnet um die Osterfeiertage rollen auf den südlichen Alpenraum massive Unwetter zu. Erste Fachleute empfehlen, den Italien-Urlaub lieber abzusagen.

Es drohen Dauerregen, Gewitter und lebensbedrohliche Sturzfluten von Norditalien bis in die Gegend um Rom. Aktuell heißt es „Land unter“ in den Ferienregionen, warnt Meteorologe Dominik Jung.

Und im italienischen Alpenraum wird die Sintflut jetzt zu Schnee. Von Dienstag bis Donnerstag – dem Höhepunkt der Schlechtwetterwelle in Italien – erwarten vor allem das Piemont und das Aostatal extrem winterliche Bedingungen. Bis zu einer Höhe von 1500 Metern werden jetzt starke Schneefälle angekündigt. Das Wetterportal Il Meteo spricht von bis zu 1,5 Metern Neuschnee.

Oster-Wintereinbruch in Italien: Starker Schneefall angekündigt – dringende Lawinen-Warnung an Urlauber

Winter-Peitsche kurz vor Ostern. Das hat Folgen, auch für Touristen. Im aktuellen Lawinenbulletin warnen die italienischen Behörden: Durch starke Schneefälle innerhalb kurzer Zeit steigt das Risiko in den Bergen erheblich. Daher wird empfohlen, alle Aktivitäten (Wanderungen, Schneeschuhwanderungen, Skifahren) außerhalb der Pisten zu vermeiden. Insbesondere ab einer Höhe von 1800 Metern ist das Risiko enorm.

„Roter Schnee“: Besonderes Wetterphänomen kommt auf Italien zu

Zeitgleich kommt ein besonderes Wetterphänomen auf Italien zu. „Roter Schnee“ dürfte in den kommenden Tagen fallen. Das passiert, wenn starke Scirocco-Winde einen Zyklon über Italien treiben. Er bringt milde Luft aus Nordafrika mit sich und damit auch Saharastaub. Der färbt den Schnee rot, vergleichbar mit dem in Deutschland bekannten Blutregen.

Für die meisten, die über Ostern einen Kurzurlaub in Italien geplant haben, dürften die aktuellen Wetternachrichten mehr als enttäuschend sein. Immerhin einen positiven Aspekt haben insbesondere die angekündigten Schneefälle aber doch: Sie werden die Wasservorräte für die kommenden Monate merklich erhöhen. Und die sind lebensnotwendig für die arg bedrohten Gletscher im Alpenraum. (moe)

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