Leibarzt enthüllt letzte Minuten von Papst Franziskus: „Seine Augen waren offen“
VonAndreas Knobloch
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Papst Franziskus ist tot. Wie die letzten Momente vor seinem Ende aussahen und was der Heilige Vater auf keinen Fall begehrte.
Rom – Papst Franziskus hatte laut seinem Leibarzt in den Wochen vor seinem Tod entschieden, auf künstliche Beatmung zu verzichten. „Bei seinem letzten Aufenthalt im Krankenhaus bat er ausdrücklich darum, dass unter keinen Umständen eine Intubation gemacht wird“, erklärte der Chirurgie-Professor Sergio Alfieri der Zeitung La Repubblica am Donnerstag. Bereits bei einem früheren Klinikaufenthalt im Jahr 2021 habe er darum gebeten, „im Falle des Falles eine aussichtslose Therapie zu vermeiden“.
Tod von Papst Franziskus: Leibarzt berichtet über die letzten Minuten und die „aussichtlose Therapie“
Intubation bedeutet, einen Schlauch in die Luftröhre einzuführen, um einen Patienten künstlich zu beatmen. Alfieri behandelte das Oberhaupt der katholischen Kirche während dessen 38-tägigen Aufenthalts im Gemelli-Krankenhaus in Rom als Chefarzt.
Franziskus erhielt wegen seiner Lungenentzündung Sauerstoff über einen Schlauch durch die Nase und zeitweise auch eine Atemmaske, jedoch ohne Intubation. Bis kurz vor seinem Tod hatte er noch Kanülen in der Nase. Der Argentinier verstarb am Ostermontag im Alter von 88 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls in seiner Residenz im Vatikan, dem Casa Santa Marta. Der Leichnam ist derzeit im Petersdom aufgebahrt.
„Krankenschwester bemerkte, dass etwas nicht stimmte“: Letzte Bewegungen von Papst Franziskus vorm Tod
Alfieri berichtete auch von den letzten Stunden des Papstes am Montag. „Um 5.00 Uhr wachte der Heilige Vater auf, um ein Glas Wasser zu trinken. Er rollte sich auf die Seite, und die Krankenschwester bemerkte, dass etwas nicht stimmte“, schilderte der Arzt. „Er hatte Mühe, zu reagieren. Der diensthabende Arzt des Vatikans zur Reanimation wurde gerufen. Sie riefen mich gegen 5.30 Uhr an, und ich war innerhalb einer Viertelstunde vor Ort. Ich fand ihn mit Sauerstoff und einer Infusion vor.“
Anschließend habe er die Lunge abgehört. „Sie war sauber, ohne Rasselgeräusche. Seine Augen waren offen. Aber er reagierte weder auf Fragen noch auf den Schmerz des Kneifens. Er lag bereits im Koma. Sein Puls verlangsamte sich und seine Atmung wurde immer flacher.“ Man habe kurz erwogen, Franziskus ins Krankenhaus zu bringen. „Aber er wäre während des Transports gestorben.“ Der Tod wurde offiziell um 7.35 Uhr festgestellt.
„Es war einer dieser Schlaganfälle“: Leibarzt Alfieri beschreibt, woran Papst Franziskus starb
Das Leben des Papstes endete „ohne Schmerzen und zu Hause“, wie es wohl sein Wunsch war, meinte der Arzt. „Im Gemelli sagte er nicht: ‚Ich will zurück nach Santa Marta.‘ Er sagte: ‚Ich möchte nach Hause gehen‘.“
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Zum Schlaganfall, an dem Franziskus schließlich starb, äußerte der Mediziner: „Es war einer dieser Schlaganfälle, die einen innerhalb einer Stunde dahinraffen. (...) Vielleicht hat sich ein Blutgerinnsel gebildet und ein Blutgefäß im Gehirn verschlossen. Vielleicht gab es auch eine Blutung. So etwas kann jedem passieren. Aber ältere Menschen sind stärker gefährdet - vor allem, wenn sie sich nicht viel bewegen.“ (ank)