„Versucht alles, gebt nicht auf“: Bewegende Szene am Krankenbett – Papst-Arzt enthüllt Details
VonMartina Lippl
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Papst Franziskus war in der Gemelli-Klinik in Rom mehrere Male in Lebensgefahr. Chefarzt Sergio Alfieri erinnert sich an seine dunkelsten Momente.
Rom – Nach mehr als einem Monat konnte Papst Franziskus (88) das Gemelli-Krankenhaus verlassen. In einem Rollstuhl und offenbar doch wohl guter Dinge. Nach 38 Tagen zeigte sich das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag (23. März) erstmals wieder der Öffentlichkeit. Papst Franziskus wusste, dass er sterben könnte. Der Papst-Arzt Sergio Alfieri spricht in einem Interview über die schlimmsten Momente, die sich im zehnten Stock der Klinik abgespielt haben.
„Diese Nacht war schrecklich“ – Papst-Arzt schildert dramatische Situation in Gemelli-Klinik
„Zum ersten Mal sah ich Tränen in den Augen einiger Menschen in seinem Umfeld. Uns allen war bewusst, dass sich die Situation weiter verschlechtert hatte und die Gefahr bestand, dass er es nicht schaffen würde“, sagte Gemelli-Arzt Sergio Alfieri im Interview mit dem Corriere della Sera. „Diese Nacht war schrecklich“, so der Leiter des medizinischen Teams der Poliklinik. Und der Papst „wusste, genau wie wir, dass er die Nacht vielleicht nicht überleben würde.“
„Versucht alles, gebt nicht auf“ – Papst Franziskus in lebensbedrohlicher Krise
„Wir mussten uns entscheiden, ob wir aufhören und ihn gehen lassen oder ob wir Druck machen und alle möglichen Medikamente und Therapien ausprobieren, mit dem sehr hohen Risiko, andere Organe zu schädigen. Und am Ende haben wir diesen Weg gewählt“, sagte der Arzt. Der Papst habe entschieden, so Sergio Alfieri. Franziskus sagte demnach zu seinen Mitarbeitern: „Versucht alles, gebt nicht auf“. Und so habe niemand aufgegeben.
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Sorge um Papst Franziskus – Rückschlag kurz nach der schwersten Phase
Auf diese Krise folgte die nächste: Der Papst erbricht beim Essen. Es bestand die Gefahr eines plötzlichen Todes. „Es war furchtbar, wir dachten wirklich, wir würden es nicht schaffen“, berichtet der Mediziner.
Laut dem Gemelli-Arzt Sergio Alfieri habe der Papst persönlich die Bulletins zu seinem Gesundheitszustand überprüft. Wenn etwas fehlte, musste es hinzugefügt werden, sagte Alfieri in einem Gespräch mit dem italienischen Sender Tg1, das aufRainews.itzu sehen ist.Papst Franziskus „wollte, dass man sagte, er habe sich übergeben.“
Franziskus übersteht die zweite lebensgefährliche Phase. Mit Prognosen hält sich der Vatikan unter Berufung auf das Ärzteteam zurück. Nach und nach verbessert sich der Gesundheitszustand des Papstes. Inzwischen ist die ernste beidseitige Lungenentzündung nach Angaben des Ärzteteams geheilt. Papst Franziskus müsste jedoch weiterhin wegen Bakterien behandelt werden, hatte es auf einer Pressekonferenz am Samstag (22. März) geheißen.
Papst Franziskus kehrt in den Vatikan zurück
Papst Franziskus (88) kehrte Anfang der Woche nach Santa Marta in seine Residenz im Vatikan zurück. Zuvor machte er allerdings noch einen Abstecher in Santa Maria Maggiore. In der Basilika möchte Franziskus zur letzten Ruhe gebettet werden. Diesmal wollte er nur kurz stoppen, um einen geschenkten Blumenstrauß vor seiner Lieblings-Marien-Ikone „Salus Populi Romani“ ablegen zu lassen. So wie Franziskus es eigentlich sonst selbst zu Beginn und Ende jeder Auslandsreise macht.
Mindestens zwei Monate soll sich der Pontifex stillhalten und so wenig Besuche, wie möglich empfangen, empfiehlt sein Ärzteteam. Luigi Carbone, Vizedirektor des Vatikanischen Gesundheitsdienstes, wird den Papst weiterhin „häuslich“ behandeln, berichtet vaticannews.va. Ob die Gerüchte um einen möglichen Rücktritt nun verstummen, bleibt abzuwarten. (ml)