Ein früher Wintereinbruch bringt Schnee in die Schweizer Alpen. Alpenpässe sind gesperrt, der Verkehr staut sich. Auch Österreich ist betroffen.
Andermatt – Wenn die Blätter fallen und die Temperaturen sinken, spüren viele eigentlich die gemütliche Herbststimmung in der Luft – die Zeit für warme Pullis, Kürbisgerichte und goldene Sonnenuntergänge. Doch hoch oben in den Alpen herrschen bereits eisige Verhältnisse, die normalerweise erst dem Oktober vorbehalten sind.
In der Nacht auf Samstag fielen in der Schweiz oberhalb von 2.000 Metern bis zu 20 Zentimeter Neuschnee, berichtet 20min.ch. Der frühe Schneefall führte zur Sperrung mehrerer wichtiger Alpenpässe und brachte den Transitverkehr zeitweise zum Erliegen.
Schnee bis in tiefere Lagen – Vier wichtige Alpenpässe müssen vorübergehend schließen
Gleich vier zentrale Alpenübergänge wurden demzufolge für den Verkehr unpassierbar:
- Sustenpass (2.234 m)
- Gotthardpass (2.109 m)
- Grimselpass (2.164 m)
- Nufenenpass (2.478 m)
Die ersten Anzeichen des Wetterumschwungs zeigten sich laut 20min.ch bereits am Donnerstag, als am Matro oberhalb von Biasca (2172 m) eine dünne weiße Schicht sichtbar wurde. Bis zum Samstagmorgen hatte sich die Situation demzufolge deutlich verschärft: Andermatt verzeichnete auf 1.447 Metern eine Schneedecke von fünf bis zehn Zentimetern. Parallel dazu erlebten auch die Ferienorte Grindelwald und Bettmeralp ihre ersten winterlichen Momente der Saison. Bemerkenswert war dabei, wie weit die Schneegrenze laut Bericht nach unten gewandert war – deutlich tiefer als für diese Jahreszeit üblich. Auch die Dolomiten sind bereits weiß.
Früher Wintereinbruch führt zu erheblichen Verkehrsbehinderungen am Gotthard-Tunnel
Die Passschließungen führten zu einem deutlichen Anstieg des Verkehrsaufkommens am Gotthard-Straßentunnel, der im Sommer für Wartungsarbeiten gesperrt wurde. Vor dem Nordportal bildete sich nau.ch zufolge ein Stau von etwa zehn Kilometern Länge, während sich auf der Südseite acht Kilometer Rückstau entwickelten. Die Wartezeiten betrugen zeitweise fast zwei Stunden.
Das diese Woche wetterbestimmende #Höhentief verabschiedet sich heute oberhalb von rund 2000 Metern mit 10 bis 20 cm #Neuschnee. Meteo Meldungen vom Grimsel-, Simplon- und Sustenpass. pic.twitter.com/i9ggy4emaO
— MeteoSchweiz (@meteoschweiz) September 27, 2025
Auch andere Alpenrouten waren betroffen: Zwischen Tschamut und Andermatt sowie auf dem Lukmanierpass kam es laut 20min.ch zu Verkehrsproblemen. Im Wallis war die Strecke zwischen Tiefenbach und Brig von den winterlichen Bedingungen beeinträchtigt. Winterdienste waren bereits im Einsatz, um die Straßen von Schnee zu räumen.
Österreichische Alpen zeigen ebenfalls erste Winterboten – bis zu 50 Zentimeter Neuschnee erwartet
Auch in Österreich machte sich der frühe Winter bemerkbar. Der Großglockner, Österreichs höchster Berg, präsentierte sich bereits seit einigen Tagen mit einer Schneehaube, berichtet kronen.at. Vom Kalser Lucknerhaus in Osttirol aus war die weiße Bergspitze bei sonnigem Wetter deutlich zu sehen.
Meteorologen prognostizierten für die kommenden Tage weitere Schneefälle in den österreichischen Alpen. Von Vorarlberg bis Salzburg sollten bis zu 50 Zentimeter Neuschnee fallen. Diese Vorhersage führte zu Warnungen für Bergsportler, da Wanderungen und Bergtouren oberhalb der 2000-Meter-Marke durch Schnee und Eis erschwert oder gefährlich werden könnten. Wintersportler sollten wichtige Tipps berücksichtigen.
Schnee im September ist gar nicht so selten – Erinnerungen an Kälteeinbruch 2020
Schnee im September ist in den Alpen grundsätzlich nicht außergewöhnlich. Im Jahr 2024 erlebten die Alpen laut heute.at bereits Mitte September einen bemerkenswerten Wintereinbruch, als in der Tauernregion Österreichs die Schneefallgrenze auf nur 500 Meter sank und mehr als ein Meter Schnee in höheren Lagen fiel.
Das Jahr 2023 brachte ebenfalls einen frühen Wintereinbruch: Eine kräftige Kaltfront sorgte kurz nach dem astronomischen Herbstbeginn für 10 bis 20 Zentimeter Schnee in den Alpenländern, wobei sich die Schneefallgrenze zwischen 2100 und 2600 Metern Höhe einpendelte. Interessant ist, dass der September 2023 laut GeoSphere Austria als der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in die Bücher einging, was den Kontrast zu den frühen Schneefällen noch verstärkte.
Das Jahr 2020 brachte Ende September einen bemerkenswerten Kälteeinbruch in die Alpenregion. Im schweizerischen Montana entstanden 25 Zentimeter Schnee – ein Rekordwert für diese Jahreszeit. In Österreich erfasste der Schneefall auch tiefere Lagen: Bischofshofen auf 550 Metern meldete zwei Zentimeter, während am Feuerkogel im Salzkammergut auf 1618 Metern laut weather.com 30 Zentimeter gemessen wurden. Eine alte Bauernregel wagt bereits eine Schneeprognose für Weihnachten 2025.(Quellen: 20min.ch/kronen.at/heute.at/nau.ch/weather.com, nau.ch) (jaka)
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