Wetter-Hammer in Italien: Piemont-Park versinkt schon im September im Schnee – „bemerkenswert“
VonNadja Katz
schließen
In Italien kommt es zu einem paradoxen Wetter-Phänomen: Ein Park in den Westalpen versinkt das erste Mal seit 1993 schon im September im Schnee – entgegen dem Klima-Trend.
Gran Paradiso – Weiße Berggipfel in den italienischen Westalpen: Was normalerweise erst im November zu sehen ist, verwandelte die italienischen Westalpen Ende September in eine Winterlandschaft. Das Tiefdruckgebiet „Alessio“ brachte die kalte Luft aus Zentraleuropa ungewöhnlich früh in das beliebte Urlaubsgebiet Italiens und ließ die Schneefallgrenze dramatisch sinken.
Im Parco Nazionale Gran Paradiso, der in den Regionen Aostatal und Piemont im Hochgebirge der italienischen Westalpen liegt, maß der Parkwächter Davide Gasparini am Casotto del Lasin unglaubliche 37 Zentimeter Neuschnee. Bilder des ungewöhnlichen Schneefalls veröffentlichte er auf der Facebook-Seite des Parks. Und auch im Ort Ceresole Reale auf 1579 Meter Höhe lag Schnee. Hier waren es zwar lediglich zwei bis drei Zentimeter, dennoch war auch dieser Anblick ein höchst ungewöhnlicher für die Einheimischen.
Italien im verfrühten Schnee: Rekordwerte seit über 30 Jahren „wirklich bemerkenswert“
Andrea Vuolo, Meteorologe in Piemont, kommentierte das Ereignis auf Facebook mit den Worten: „In dieser Höhe von knapp über 1.500 Metern wurde seit 1993 im September kein Schneefall mehr verzeichnet. Das ist wirklich bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Gefriergrenze vor nur einer Woche fast 5.000 Meter über dem Meeresspiegel lag und die Temperaturen in der Stadt 23 Grad erreichten.“ In den Sommermonaten hatten zuvor ungewöhnliche Stürme für Wetter-Warnungen in Italien gesorgt.
Auch die italienische Meteorologengesellschaft Società Meteorologica Italiana (SMI) bestätigte, dass die Schneefallgrenze in Italien auf ungewöhnliche 1550 bis 1600 Meter sank. Gleichzeitig sind die noch kurz zuvor gemessenen hohen Temperaturen für die Region nicht üblich: Die nur eine Woche zuvor gemessenen 23 Grad waren ebenfalls ein neuer Rekord für die zweite Septemberhälfte seit Messbeginn 1955.
Strände, Städte, kulturelle Highlights: Die schönsten Urlaubsorte in Italien
Wetter-Phänomen in Italien ist „Sonderfall“: Ein Paradox im Klimatrend
Die spektakuläre Winterlandschaft in Italiens Bergen steht im paradoxen Widerspruch zu einem meteorologischen Langzeittrend: Laut der SMI zeigen die Wetter-Daten von 1971 bis 2025, dass der erste Herbstschnee in vielen Alpenorten im Durchschnitt 11 bis 14 Tage später einsetzt: „Abgesehen von Sonderfällen wie diesem Jahr kommt es immer später zum ersten Herbstschnee“, so die Experten.
Und diese Tendenz zu einer Verzögerung des Beginns der Schneesaison betreffe nicht nur die Alpen, sondern ganze 87 Prozent der Schneemessstationen in Europa und Nordamerika, wie aus einer internationalen Studie zur Schneephänologie hervorgehe. Der frühe Schneefall ist also weniger Normalzustand als vielmehr eine seltene Ausnahme in einem sich wandelnden Klima. (Quellen: Facebook/Andrea Vuolo - Meteo in Piemonte, Facebook/Parco Nazionale Gran Paradiso, Ildolomiti, SMI) (nana)