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Maskenpflicht im Herbst – diese Perspektive deutete Karl Lauterbach hinsichtlich der Corona-Lage in Deutschland an. Eine mögliche Verschlimmerung der Pandemie könnte derartige Regeln nötig machen.
Berlin – Während mit den Masken auch der Eindruck, man befinde sich weiterhin inmitten der Corona-Pandemie, weitgehend aus dem sommerlichen Alltag Deutschlands verschwindet, kündigte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits an, dass es im kommenden Herbst nötig sein könnte, die Regeln des Infektionsschutzes durch eine Maskenpflicht wieder aufleben zu lassen.
Maskenpflicht im Herbst 2022? Lauterbach will Corona-Regeln per Gesetz weiterhin möglich machen
Die Corona-Politik von Karl Lauterbach gilt als umstritten – nichtsdestotrotz hält der Gesundheitsminister offenbar weitestgehend an seinem bisherigen Kurs fest. Bereits am 25. Mai 2022 äußerste der SPD-Politiker in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“, dass er es gerade bezüglich einer Maskenpflicht in Innenräumen für „unbedingt notwendig“ halte, per Gesetz „für den Herbst diese Möglichkeit [zu] eröffnen“. Gegenwärtig gilt mittels des Infektionsschutzgesetzes der sogenannte Basisschutz, der die bisherigen Corona-Maßnahmen größtenteils entfallen lässt. Dieses Gesetz laufe jedoch „am 23.9. aus“, gab der Minister Lanz gegenüber zu bedenken.
Wie die dpa berichtet, ist Lauterbach bereits mit der Vorbereitung eines Konzepts für den Herbst beschäftigt – allgemein wird zu dieser Jahreszeit eine Zunahme der Corona-Infektionen erwartet. Im Rahmen des 126. Deutschen Ärztetages in Bremen Ende Mai wies Lauterbach darauf hin, dass die derzeitigen rechtlichen Möglichkeiten eine solide Vorbereitung für den zu erwartenden Anstieg an Covid-Fällen nicht ermöglichten.
Maskenpflicht in Innenräumen: Gesundheitsminister könnte sich Comeback von FFP2 und Co. „gut vorstellen“
Am Freitag, 10. Juni 2022, bestärkte Lauterbach nun seine Absicht, durch gesetzliche Regelung den Weg für eine Rückkehr der Maskenpflicht im kommenden Herbst zu ebnen. „Das mittlere Szenario des Expertenrats“, so der Minister gegenüber Bild, weise für ihn „eine hohe Wahrscheinlichkeit“ auf. Dieses Basisszenario hätte die Notwendigkeit von flächendeckenden Maßnahmen wie dem Maskentragen in Innenräumen, Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen zur Folge. Insbesondere die derart gestaltete Maskenpflicht könne er sich, so Lauterbach, „gut vorstellen“. Eine „gute Teststrategie, eine gute Impfstrategie“, sowie „Surveillance, [um] neue Varianten schnell [zu] entdecken“ runden offenkundig den Plan des Politikers ab, der betonte: „Wir werden die Medikamente sehr viel besser nutzen können für Patienten, die schon infiziert sind.“
Gegenwind erhält Lauterbach derweil insbesondere aus der FDP. Eine erneute Änderung des Infektionsschutzgesetzes, um strengere Maßnahmen wieder möglich zu machen, werde es mit den Freien Demokraten nur geben, wenn diese Änderung ausreichend wissenschaftlich begründet werden könne, statuierte Wolfgang Kubicki, Vizepräsident des Bundestages, bereits im Vorfeld gegenüber der dpa. Eine Uneinigkeit der Politik hinsichtlich potenziell wieder auflebender Corona-Regeln zeichnet sich schon des Längeren ab. (askl)
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