Blackout bei Minusgraden

Nach Stromausfall in Berlin: Neues Bekennerschreiben aufgetaucht – jetzt rückt nächstes Detail in Vordergrund

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  • Karolin Schaefer
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Tausende Haushalte in Berlin lagen tagelang im Dunkeln, ein Brand legte die Stromversorgung lahm. Mittlerweile gibt es gute Nachrichten.

Update vom 8. Januar, 7:45 Uhr: Wie jetzt bekannt wird, spielte Regierungschef Kai Wegner Tennis, als Zehntausende Menschen in seiner Stadt ohne Strom in ihren Wohnungen saßen. Er sei erreichbar gewesen, wollte den Kopf freikriegen, sagte Wegner im RBB. Schon zuvor hatte es Kritik am Krisenmanagement gegeben. „Er hat die Dimension der ganzen Geschichte nicht erkannt“, sagte Berlins früherer Regierender Bürgermeister Walter Momper der Nachrichtenagentur dpa. In jedem Fall werden heute wohl alle Blicke auf Wegner gerichtet sein – schon am Vormittag empfängt er Sternsinger im Roten Rathaus. Mehr als vier Tage waren 45.000 Haushalte und 2200 Unternehmen im Berliner Südwesten zeitweise von einem Blackout betroffen.

Entwarnung nach Blackout in Berlin. Die Stromversorgung konnte nach mehr als vier Tagen wiederhergestellt werden.

Update vom 7. Januar, 19:25 Uhr: Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz ist ein zweites Bekennerschreiben der mutmaßlichen Täter aufgetaucht. Vonseiten der Ermittler gab es zunächst keine Bestätigung dazu. Außerdem wurde in der Nacht zu Mittwoch (7. Januar) ein drittes Schreiben im Internet veröffentlicht, in dem behauptet wird, es stamme von der ursprünglichen „Vulkangruppe“ von 2011. 

Zehntausende Menschen hatten im Südwesten der Hauptstadt keinen Strom.

In dem zweiten Text wurden Spekulationen zu einer möglichen Beteiligung russischer Akteure zurückgewiesen. Darin heißt es unter anderem: „Zu den kursierenden Unterstellungen einer angeblichen ‚False-Flag-Aktion‘ eines ausländischen Staates sagen wir klar: Diese Spekulationen sind nichts weiter als der Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren.“ Dass Menschen vor Ort in der Lage seien, Infrastruktur anzugreifen, passe nicht in das Sicherheitsnarrativ von Politik und Behörden. Die Beweggründe der Gruppe seien weder neu noch geheim. „Wer nun behauptet, hinter jeder Form von Sabotage müsse zwangsläufig ein fremder Geheimdienst stehen, verweigert sich der Realität gesellschaftlicher Konflikte im Inneren.“

Stromausfall in Berlin: Drittes Bekennerschreiben aufgetaucht

In dem dritten Text, der im linksradikalen Portal Indymedia erschien und bei dem noch nicht geklärt ist, ob er authentisch ist, heißt es nun: „Wir waren die Vulkangruppe der Jahre 2011.“ Und weiter: „Wir melden uns, weil in unserem Namen gesprochen wird, gehandelt wird, veröffentlicht wird, ohne dass es unser Handeln ist.“ 

Die Gruppe distanziere sich „ausdrücklich von allen Aktionen der letzten Jahre, die unter unserem Namen oder mit Bezug auf uns durchgeführt wurden“. Betont wird: „Unsere Interventionen richteten sich gegen Kriegspolitik, nicht gegen gesellschaftliche Grundversorgung, nicht gegen Menschen im Alltag.“ Man wollte „Unterbrechung, nicht Eskalation. Störung von Normalität, nicht ihre Zerstörung.“

Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus

Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
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Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus
Stromausfall in Berlin: Feuerwehr Lippetal rückt mit Energie-Einheit in die Hauptstadt aus © Daniel Schröder

Frau stirbt während Stromausfall in Berlin – Todesursache bislang unklar

Update vom 7. Januar, 15:21 Uhr: Tagelang harrten tausende Menschen in Berlin in ihren kalten Wohnungen oder in Notunterkünften aus. Nun ist die Stromversorgung endlich wieder angelaufen. Wie jetzt bekannt wird, starb eine 83-Jährige während des Stromausfalls. Wie Medien übereinstimmend berichten, habe ein Angehöriger die Frau am Dienstagabend (6. Januar) leblos in ihrer Wohnung in dem vom Stromausfall betroffenen Gebiet gefunden. Das habe Polizei-Vizepräsident Marco Langner bei einer Pressekonferenz im Roten Rathaus bestätigt. Versuche, die Frau wiederzubeleben, seien gescheitert.

Unklar sei, ob der Tod durch möglicherweise einen Sturz oder durch den allgemeinen Gesundheitszustand der pflegebedürftigen Frau eingetreten sei. Die Kriminalpolizei sei vor Ort gewesen. Jetzt sei eine Obduktion angeordnet worden.

Stromversorgung in betroffenem Gebiet in Berlin läuft wieder an

Update vom 7. Januar, 11:39 Uhr: Die Stromversorgung im Südwesten Berlins läuft nach dem tagelangen Ausfall wieder. Ein Sprecher der landeseigenen Netzgesellschaft Stromnetz Berlin erklärte, dass in den kommenden Stunden alle Haushalte schrittweise wieder ans Netz gehen sollen. Krankenhäuser und Pflegedienste erhielten bereits Nachricht, dass die Versorgung bald wiederhergestellt sei.

Über ein Warnsystem wurden Privathaushalte aufgefordert, ihre Notstromaggregate vom Netz zu trennen – so sollten Schäden verhindert werden. Im Netz gibt es allerdings Aufregung um besagte Warnmeldung. Denn diese war wohl ein wenig missverständlich. Nicht nur warnte die Meldung vor „extremer Gefahr“, wie Screenshots zeigen. Auch stand lediglich „Warnung Stromausfall für Berlin“ in der Meldung, samt eines Links. Hinter dem Link findet man dann den Hinweis, die Notstromaggregate vom Netz zu nehmen.

Update vom 7. Januar, 9:51 Uhr: Die Stromversorgung in den vom Anschlag betroffenen Gebieten im Südwesten Berlins wird am Mittwoch wiederhergestellt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kündigte an: „Wir fahren heute ab 11.00 Uhr das Stromnetz in den betroffenen Gebieten schrittweise wieder hoch.“ Der Anschlag auf die Infrastruktur ereignete sich vor vier Tagen.

Die Senatsverwaltung forderte die Bevölkerung auf: Private Notstromaggregate müssen bis spätestens 10.30 Uhr vom Netz genommen werden – nur so lasse sich die Stromversorgung insgesamt sicherstellen. Außerdem sollten Bürgerinnen und Bürger ihre Elektrogeräte vorab ausstecken. Während der schrittweisen Wiederinbetriebnahme des Netzes sind nach Angaben des Senats kurzzeitige Stromunterbrechungen möglich.

Nach Anschlag in Berlin: Strom soll ab 11 Uhr wieder funktionieren

Update vom 7. Januar, 8:36 Uhr: Bereits am Mittwoch um 11 Uhr soll der Strom in Berlin wieder vollständig funktionieren. Das schreibt Bild unter Berufung auf Informationen der Senatskanzlei. Zuvor hatte der Betreiber Stromnetz Berlin angekündigt, den Strom bis Donnerstagnachmittag wiederherstellen zu wollen.

Update vom 7. Januar, 7:58 Uhr: Im Südwesten Berlins sind nach dem Anschlag mutmaßlicher Linksextremisten auf die Stromversorgung weiterhin etwa 19.900 Haushalte ohne Elektrizität. Laut Stromnetz Berlin waren am Mittwoch außerdem noch rund 850 Gewerbebetriebe betroffen. Der Netzbetreiber forderte seine bereits wieder versorgten Kunden dazu auf, ihren Verbrauch vorerst „auf ein unbedingt notwendiges Minimum zu beschränken“.

Ursache des großflächigen Stromausfalls war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal, der höchstwahrscheinlich von Linksextremisten verübt wurde. Seit Samstagfrüh waren zunächst insgesamt 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten ohne Elektrizität. Der Betreiber Stromnetz Berlin plant, bis Donnerstagnachmittag die vollständige Stromversorgung wiederherzustellen.

Stromausfall in Berlin: Bundeswehr hilft beim Transport von Notstromaggregaten

Update vom 6. Januar, 7:34 Uhr: Nach dem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten sind noch immer etwa 28.000 Haushalte den vierten Tag in Folge ohne Strom. Die Wiederherstellung wird bis Donnerstagnachmittag dauern. Die Bundeswehr hilft nun beim Transport und der Dieselversorgung von Notstromaggregaten. Nach ersten Supermärkten am Montag öffnen weitere große Ketten ihre Läden wieder. Alle 74 Pflegeheime sollten bereits am Montag wieder Strom haben.

Nach Angaben von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) waren oder sind 100.000 Menschen von dem Blackout betroffen. Berlin rief am Sonntag eine Großschadenslage aus. Bei den Ermittlungen gibt es noch keine Ergebnisse. Die Polizei wertet Videomaterial aus und vernimmt erste Zeugen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) warnte: „Der Linksterrorismus ist mit steigender Intensität in Deutschland zurück.“ Wegner betonte: „Unsere kritische Infrastruktur ist angreifbar“ und „tagtäglich in ganz Deutschland Angriffen ausgesetzt“.

Viele Schulen in Berlin bleiben wegen des Stromausfalls geschlossen

Update vom 5. Januar, 8:20 Uhr: Eigentlich sollte am Montag (5. Januar) in Berlin die Schule wieder beginnen, doch der Stromausfall macht dem einen Strich durch die Rechnung. Wie die Senatsverwaltung für Bildung in Berlin informiert, bleiben die meisten Schulen sowohl in öffentlicher als auch in freier Trägerschaft geschlossen. Die Käthe-Kruse-Grundschule und die Louise-Schröder-Schule (Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung) haben Strom und können daher den Betrieb wieder aufnehmen.

Der Schulbetrieb soll ab Mittwoch (7. Januar) normal fortgesetzt werden. Bis dahin wird eine Notbetreuung in anderen Schulen eingerichtet. Kinder, die in anderen Berliner Bezirken eine Unterkunft gefunden haben, können dort an den Schulen als Gastkinder aufgenommen werden. Die Kindertagesstätten in den betroffenen Stadtteilen können für Montag noch keine Notbetreuung anbieten. Es wird daran gearbeitet, dass ab Dienstag eine Betreuung eingerichtet wird.

Stromausfall in Berlin: Pflegeheime evakuiert – Polizei stuft Bekenntnisschreiben als glaubhaft ein

Update vom 4. Januar, 20:45 Uhr: Zehntausende Menschen mitten im Winter ohne Strom, Heizung und warmes Essen, Dunkelheit und ein Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften: Der Anschlag auf die Berliner Stromversorgung vom Samstag hat für die Hauptstadt dramatische Folgen, die noch tagelang zu spüren sein werden. Einen Tag nach der Attacke auf wichtige Kabel nahe einem Kraftwerk im Berliner Südwesten steht für Politik und Behörden fest, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt und Linksextremisten dahinterstehen. 

Von dem so ausgelösten Stromausfall waren zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen betroffen. Inzwischen wurden 14.000 Haushalte und 500 Gewerbekunden wieder angeschlossen, wie Stromnetz Berlin am Abend mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde, in denen es viele Einfamilienhäuser und Villensiedlungen gibt, aber auch Hochhäuser. Die Polizei sucht mit einem Aufruf nach Zeugen. Erst am Donnerstagnachmittag könnten voraussichtlich alle Stromkunden wieder versorgt werden.

Update vom 4. Januar, 13:29 Uhr: „Wir haben einen akuten, sehr, sehr großen Schaden“, sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) am Samstag in der RBB-Sendung „Abendschau“. Der Brand zerstörte fünf Hochspannungskabel sowie mehrere Mittelspannungskabel, was zu einem weitreichenden Stromausfall führte.

Die Angreifer gingen offenbar planmäßig und mit erheblicher krimineller Energie vor. „Die Kraft, mit der eine kontinuierliche Hitzeentwicklung und ein kontinuierlicher Brand erfolgt ist, war größer als die Kraft, die eine Kugelbombe hätte auslösen können“, unterstrich Giffey. Die Brandvorrichtungen wurden direkt unter den Kabeln platziert. Die Senatorin ergänzte: „Eine Kugelbombe hätte unseren Leitungen, so wie sie gesichert sind, nichts anhaben können.“

Reparatur nach Stromausfall in Berlin sehr kompliziert

Die Instandsetzung erweist sich als besonders schwierig. Nach Angaben eines Sprechers des Stromnetzbetreibers wird derzeit an zwei Stellen gleichzeitig gearbeitet: Einerseits wird die zerstörte Kabelbrücke am Teltowkanal instandgesetzt, andererseits wird eine provisorische Lösung für die betroffenen Haushalte entwickelt. Derzeit rechnet man damit, dass die provisorische Lösung schneller fertiggestellt sein wird.

Diese Übergangslösung erfordert die Verbindung zweier bisher getrennter Leitungen mit unterschiedlichen Technologien. Ein Kunststoffkabel muss mit einem Ölkabel verbunden werden – eine technische Herausforderung, für die speziell ausgebildete Fachkräfte benötigt werden. Außerdem sind Plusgrade, eine etwa 14 Meter lange tiefe Baugrube und eine möglichst staubfreie Umgebung erforderlich. Trotz zahlreicher Unterstützungsangebote an Stromnetz Berlin benötigt dieser Prozess Zeit.

Giffey teilte am Sonntag mit, dass für solche Arbeiten normalerweise fünf Wochen eingeplant würden. Um die notwendigen Plusgrade zu erreichen, werden Zelte um die Baugrube aufgestellt und beheizt.

Polizeigewerkschaft mit scharfer Kritik – Bekenntnisschreiben gilt als glaubhaft

Das Berliner Stromnetz erstreckt sich über etwa 35.000 Kilometer. „Wir reden über ein Prozent, das noch oberirdisch verläuft. Es ist unser Ziel, auch dieses eine Prozent unter die Erde zu bringen“, sagte die Senatorin. Sie hob jedoch hervor, dass es immer verwundbare Stellen im Netz geben werde, stellte aber klar: „Unsere Kabel sind sehr gut gesichert.“

Die Gewerkschaft der Polizei übt scharfe Kritik an der Sicherheit kritischer Einrichtungen. „Wir erleben jetzt binnen kürzester Zeit den zweiten Super-Gau nach einem Brandanschlag auf Stromleitungen in dieser Stadt und sehen einmal mehr, dass unsere kritische Infrastruktur aufgrund von Monopollösungen leicht angreifbar ist“, sagte GdP-Landeschef Stephan Weh. Er fordert den Aufbau von Ersatzsystemen und besseren Schutz vor Sabotageakten. „Kameras an Strommasten könnten bei der Strafverfolgung helfen, aber auch präventiv wirken“, empfahl Weh.

Ein Bekennerschreiben der sogenannten Vulkangruppe stuft die Polizei mittlerweile als glaubhaft ein. Die Ermittlungen zum Tathergang gehen aber noch weiter, teilt eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP mit.

Update vom 4. Januar, 7:35: Das Thermometer zeigt am Sonntagmorgen eisige minus vier Grad in Berlin – während 45.000 Haushalte ohne Strom dastehen. Der Blackout könnte bis Donnerstag andauern, wodurch bei den meisten Betroffenen zusätzlich die Heizung ausfällt. Zahlreiche Betroffene suchen nun Zuflucht bei Freunden oder Verwandten.

Eine Betroffene erklärt gegenüber der Bild: „Wir werden uns warm anziehen, aber bis Donnerstag halten wir nicht durch“. Informationen über den Stromausfall kann sie nur über Nachbarn erhalten, da in den betroffenen Gebieten Berlins selbstverständlich auch das Internet ausgefallen ist.

Besonders kritisch gestaltet sich die Situation in Einrichtungen, die unbedingt auf Elektrizität angewiesen sind. Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf liegen verschiedene Pflegeheime und Kliniken, aus zwei dieser Einrichtungen mussten Patienten und Bewohner bereits am Samstag in Sicherheit gebracht werden. Zusätzliche Evakuierungen sind möglich.

Massiver Stromausfall: Teile Berlins tagelang ohne Strom – Bekennerschreiben eingegangen

Update vom 3. Januar, 17:30 Uhr: Im Kontext des Stromausfalles in Berlin gibt es nun laut Polizei Berlin ein Bekennerschreiben. Via X heißt es: „Unserem Staatsschutz liegt ein Selbstbekennerschreiben zum Stromausfall vor. Unsere Kolleginnen und Kollegen prüfen derzeit die Authentizität dieses Schreibens.“

Massiver Stromausfall in Berlin: Verdacht auf Brandstiftung – Hauptstadt tagelang ohne Strom

Erstmeldung vom 3. Januar: Berlin – In Berlin hat ein Feuer in einer Kabelanlage, das möglicherweise durch einen Anschlag verursacht wurde, zu einem erheblichen Stromausfall geführt. Etwa 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbebetriebe im Südwesten der Stadt waren am Samstag ohne Strom, wie der Netzbetreiber Stromnetz Berlin bekanntgab. Die Polizei untersucht den Verdacht auf Brandstiftung.

„Wir versuchen, nach und nach die Leute wieder mit Strom zu versorgen“, erklärte ein Sprecher von Stromnetz Berlin. Die Bewohner der Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde müssten jedoch bis mindestens zum frühen Abend ohne Strom auskommen.

Ein Brand sorgt in Berlin für Stromausfall: Tausende Haushalte sind betroffen

Nach Angaben der Polizei brach der Brand am frühen Samstagmorgen in einer Kabelbrücke aus. „Unsere Kripo ist vor Ort und ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung“, teilte die Behörde im Onlinedienst X mit. Die Spurensicherung sei noch aktiv, und die Ermittlungen seien im Gange, sagte eine Sprecherin.

Die Polizei warnte, dass der Stromausfall auch zu Heizungsausfällen führen könnte. Betroffene sollten prüfen, „ob sie die Möglichkeit haben, bei Freunden oder Verwandten unterzukommen“. Auch die Mobil- und Festnetztelefonnetze könnten beeinträchtigt sein. Laut S-Bahn Berlin sind die Bahnhöfe in den betroffenen Stadtteilen ebenfalls ohne Strom. „Hier gibt es keine Fahrgastinformationen, Automaten und Entwerter funktionieren nicht.“ Der Bahnverkehr sei jedoch nicht betroffen. „Die S-Bahnen fahren.“

Der Stromausfall im Südwesten Berlins könnte nach Einschätzung von Stromnetz Berlin für viele der Zehntausenden Betroffenen bis nächsten Donnerstag andauern. Der Grund dafür ist der aufwendige Bau von Ersatzleitungen nach dem Brand einer Kabelbrücke über den Teltow-Kanal, wie ein Sprecher mitteilte. Der Netzbetreiber hofft jedoch, ab Samstagabend etwa 10.000 Haushalte aus anderen Netzteilen wieder mit Strom versorgen zu können. Erst vor wenigen Monaten gab es bereits einen großen Stromausfall in Berlin, bei dem ebenfalls ein Brandanschlag vermutet wurde. (kiba/dpa/AFP)

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