Feuer auf Lahaina

Flammenhölle auf Hawaii: Einwohner stehen vor Rätsel – Feuer verschont ein einziges Haus 

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Die Feuer auf Hawaii kosteten viele Menschenleben und zerstörten Existenzen. Ein Haus überstand die Flammen als einziges in einer Nachbarschaft unbeschadet.

Maui – Es waren die schlimmsten Waldbrände in der Geschichte der USA seit mindestens einhundert Jahren: Die Feuer im US-Bundesstaat Hawaii hinterließen ein Bild der Verwüstung. Etwa 100 Menschen verloren ihr Leben und über 2000 Gebäude wurden zerstört. Ein Haus in der schwer betroffenen Stadt Lahaina soll den Flammen getrotzt haben, während die Nachbarschaft komplett ausbrannte. Experten glauben zu wissen, warum.

Haus an der Küste Lahainas auf Hawaii trotzt den Flammen: Experte nennt Wind als Erklärung

Vor dem Unglück lebten 13.000 Einwohner in Lahaina auf der Insel Maui. Nach den Bränden ist der Ortskern völlig zerstört und die beschauliche Kleinstadt kaum wiederzuerkennen. Am Montag waren 85 Prozent der Feuer laut Behördenangaben eingedämmt. Ein Bild des US-Fotografen Stephen Lam des San Francisco Chronicle wirkt wie ein Symbol der Hoffnung: Das Bild soll ein Haus an der Küste Lahainas zeigen, das sich dem Flammenmeer allen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz widersetzte, wie Medien berichten. In strahlendem Weiß und leuchtendem Grün steht es inmitten der rußschwarzen und abgebrannten Nachbarhäuser. Die Echtheit des Bildes und der genaue Aufnahmeort ließen sich allerdings zunächst nicht verifizieren.

Die verheerenden Brände auf Hawaii haben die Stadt Lahaina in Schutt und Asche gelegt.

Experten zufolge ließe sich die Unversehrtheit des Hauses mit günstigen Windströmungen erklären. „Wir sprechen hier aller Voraussicht nach von einem wirbelnden Wind, der das Feuer um das Gebäude gedreht hat“, sagte der ehemalige Leiter der Katastrophenschutzorganisation Technischen Hilfswerks (THW) Albrecht Broemme der Bild-Zeitung. Denn der Wind bestimme die Ausbreitungsrichtung und die Geschwindigkeit der Brände. „Bei einem Unglück wie auf Hawaii können für den Brand günstige Bedingungen dafür sorgen, dass sich dieser – wenn auch nicht dauerhaft – locker mit einer Geschwindigkeit von 50 und mehr Kilometern pro Stunde ausbreitet“, erklärte der Experte weiter. Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erreichten die Winde in Hawaii teils Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde.

Glück spielte maßgebliche Rolle bei dem von den Flammen unversehrten Haus auf Hawaii

Gleichzeitig räumte der Experte ein, dass viel Glück im Spiel war. Ausgerechnet vor einem einzigen Haus drehte der Wind und die Flammen wanderten in eine andere Richtung weiter. Würde man dies „von Menschenhand“ replizieren wollen, um sein Anwesen zu schützen, wäre dies laut Experte unmöglich. „Und natürlich darf das Gebäude nicht aus Pappe sein. Drumherum ist es extrem heiß, leicht brennbare Materialien können sofort Feuer fangen. Wir reden hier vermutlich von einem massiven Steinhaus“, schätzt Broemme laut Bild, wobei die genaue Bauart des von den Flammen verschonten Gebäudes nicht bekannt war. Obwohl das mutmaßlich in Lahaina befindliche Haus unversehrt blieb, hätten Menschen das Feuer nicht überstehen können, glaubt der Experte: „Feuer benötigt Sauerstoff, um zu brennen.“

Klimawandel: Risiko für Brände wie auf Hawaii nimmt zu

Das Risiko für verheerende Waldbrände wie jene auf Hawaii nimmt Fachleuten zufolge durch den Klimawandel zu - auch an Orten, wo sie bislang ungewöhnlich waren. Man könne „damit rechnen, dass Waldbrände häufiger vorkommen, auch in Regionen, in denen sie bislang nicht auftraten – insbesondere im Sommer, wenn es trocken und warm ist“, sagte Klimaforscherin Mariam Zachariah vom Imperial College London der dpa. Auch Winde trügen dazu bei.

„.Auch das ist nur eine Mutmaßung, da wir die genauen Begebenheiten vor Ort nicht kennen. Aber Menschen hätten hier durchaus ersticken können, falls die Flammen rundherum den ganzen Sauerstoff aufgebraucht haben“, so der ehemalige THW-Chef. Die Bewohner der Gegend waren zuvor evakuiert worden. Überlebende berichteten laut New York Times allerdings, dass sie die Feuer teils erreichten, bevor die Behörden Evakuierungen angeordnet hatten. Nach ersten Schätzungen von Experten beläuft sich der wirtschaftliche Schaden auf drei bis 7,5 Milliarden US-Dollar. US-Präsident Joe Biden hat den Bewohnern Hawaiis Katastrophenhilfe zugesagt. Hunderte Menschen gelten noch als vermisst, die Zahl der Toten könnte sich Behörden zufolge verdoppeln. (bme/dpa)

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