Flammen-Inferno im Urlaubsparadies

Apokalyptische Szenen auf Hawaii: Wie kam es zu den fürchterlichen Waldbränden?

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Die Flammen kamen über Nacht und überraschten die Menschen auf Hawaii. Zahlreiche Menschen starben. Besonders auf der Insel Maui wüten die Brände.

Honolulu – Die Bilder dürften jüngste Erinnerungen wecken: Auf den US-amerikanischen Südsee-Inseln Hawaii wüten derzeit furchtbare Waldbrände und forderte bereits dutzende Menschenleben. Besonders schwer hat es die Stadt Lahaina an der Nordwestküste Mauis getroffen. Wie zerbombt sehe es dort aus, berichten Augenzeugen.

LandHawaii
Besonders betroffenInsel Maui
KatastropheWaldbrände
ZeitpunktSeit Donnerstagnacht (10. August)

Tausende Menschen mussten evakuiert werden, etliche Einwohner verloren ihr Zuhause. Einige flüchteten sich Richtung Meer und mussten schließlich aus dem Wasser gerettet werden. Auch Touristen seien derzeit auf der Flucht vor den Flammen. Szenarien, wie es sie erst kürzlich auf der griechischen Ferieninsel Rhodos und der Italien-Insel Sardinen gegeben hatte.

Ein Ende ist laut Behörden nicht in Sicht, mehrere Brandherde seien derzeit außer Kontrolle. Doch wie kam es zu den Bränden, die sich in so kurzer Zeit so stark ausgebreitet hatten?

Heftige Waldbrände auf Hawaii: Feuer breitet sich binnen kürzester Zeit aus

Das Feuerinferno auf der Hawaii-Insel Maui kam plötzlich. Über Nacht habe von Mittwoch auf Donnerstag (10. August) ein kleinerer Waldbrand nahe der besiedelten Regionen um sich gegriffen, heißt es in den US-amerikanischen Medien. Ähnlich wie auf Rhodos seien vor allem starke Winde dafür verantwortlich, dass das Feuer binnen kürzester Zeit außer Kontrolle geriet.

Heftige Waldbrände gerieten in der Nacht zum Donnerstag (10. August) auf der Hawaii-Insel Maui außer Kontrolle.

„Dies war ein klassischer Waldbrand an städtischen Schnittstellen, bei dem es ein Vegetationsfeuer gab“, sagte der Umweltforscher Daniel Swain gegenüber The Guardian. „Jedoch bewegte sich das Feuer dann Richtung Stadt und brannte Gebäude für Gebäude nieder“, so der Experte.

Hurrikan Dora fegt über die Inseln: Heftige Winde befeuern die Waldbrände auf Hawaii

Wie es zu dem Brand in dem Waldgebiet kam, ist bislang noch ungeklärt. Starke Windböen mit bis zu 100 Kilometer die Stunde fegten infolge des weit entfernten Hurrikans „Dora“ über die Inseln und verbreiteten so die Flammen wohl flächendeckend über Nacht. Hawaii erlebt gerade eine extreme Trockenheit, als inmitten der Hurrikan-Saison „Dora“ Hunderte von Kilometern vor der Küste auftrat.

Der US-amerikanische Wetterdienst National Weather Service hatte aufgrund der angespannten klimatischen Bedingungen vor Brandgefahr gewarnt. Auch dass das Risiko einer schnellen Ausbreitung hoch sei, kündigten die Experten laut The Guardian an.

„Es ist wie eine Apokalypse“: Waldbrände auf Hawaii hinterlassen Bild der Zerstörung

Besonders verheerend traf es die Stadt Lahaina auf Maui, wo sich zahlreiche Holzgebäude im historischen Stadtzentrum aus dem 18. Jahrhundert aneinanderreihen. Bilder in den örtlichen Medien und auf den sozialen Plattformen zeigen das fürchterliche Ausmaß der Feuer. „Wir stehen inmitten der größten Katastrophe, die ich je gesehen habe. Ganz Lahaina ist zu Asche verbrannt. Es ist wie bei einer Apokalypse“, sagte Mason Jarvi, eine Bewohnerin von Lahaina gegenüber lokalen Medien.

Mehr als 271 Gebäude seien von den Flammen erfasst worden. „Wir haben kein Lahaina mehr, es ist weg“, zitierte der US-Sender CNN einen anderen Einwohner. Das Feuer in der Stadt sei weiter aktiv und außer Kontrolle, berichten die Behörden vor Ort. Zudem gebe es auf der Insel zwei weitere große Feuer, die nicht unter Kontrolle seien. Feuer wüteten auch auf der östlich gelegenen Nachbarinsel Hawaii, der größten Insel des gleichnamigen US-Bundesstaats. Mindestens 36 Menschen (Stand: 10. August 2023) sollen ihnen bereits zum Opfer gefallen sein.

Mindestens 4000 Touristen versuchten derzeit Hawaii zu verlassen, sagte Ed Sniffen vom hawaiianischen Verkehrsministerium. Die Insel-Gruppe im Zentralpazifik ist aufgrund ihrer vielen, weißen Strände ein beliebtes Urlaubsziel weltweit, doch auch für heftige Vulkanausbrüche bekannt. Derweil litt der Südwesten der USA zuletzt unter einer Rekord-Hitze. Im nördlichsten Bundesstaat Alaska riss dagegen eine nie dagewesene Gletscherflut Häuser mit sich. (rku)

Rubriklistenbild: © County Of Maui/Imago

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