Urlaubsorte an See evakuiert

Schlimme Unwetter-Szenen in Italien: Zug rast fast in Erdloch – 200 Menschen nach Mure auf Insel isoliert

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Schwere Unwetter peitschen durch Italien. Dabei kommt es fast zu einem Zugunglück in Lecco, am Comer See werden Menschen evakuiert und auf Elba isoliert.

Mailand – Es hätte eine Katastrophe in Italien werden können: Am frühen Mittwochmorgen (10. September) raste ein Zug voller Pendler und Schüler auf ein tiefes Erdloch zu, das das Unwetter in die Bahnstrecke gerissen hatte. Nur das blitzschnelle Eingreifen der Feuerwehr verhinderte das Schlimmste.

Unwetter treffen zahlreiche Regionen in Italien schwer: In Lecco (links) entgleiste fast ein Zug, auf Elba (Mitte) sind Menschen isoliert und in der Provinz Como wurden Haushalte evakuiert.

Bei Bulciago in der Provinz Lecco hatten die Wassermassen über der Nacht die Gleisbettung der Strecke Lecco-Molteno-Monza-Mailand unterspült. Die Schienen hingen über einem tiefen Loch, das sich unter den Schwellen aufgetan hatte. Die Feuerwehrleute, die wegen zahlreicher Überschwemmungen in der Gegend im Einsatz waren, entdeckten die Gefahr gerade noch rechtzeitig.

Unwetter in Italien: Zug kurz vor Erdloch gestoppt – auch Superstrada überschwemmt

Der Zug konnte nur wenige Meter vor dem Erdloch gestoppt werden. Die Bahnstrecke zwischen Lecco und Mailand ist seither unterbrochen.

Das schwere Unwetter in Italien hatte bereits in den frühen Morgenstunden begonnen und die Lombardei mit voller Wucht getroffen. Besonders die Provinzen Como, Varese, Lecco und Bergamo meldeten zahlreiche Schäden durch Überschwemmungen, Erdrutsche und umgestürzte Bäume. Auch die Hauptstadt Rom erwischt es schwer, hier meldete die Feuerwehr 100 Rettungseinsätze.

Auch die Superstrada 36 zwischen Suello und Civate stand unter Wasser, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Die Vigili del Fuoco waren seit den frühen Morgenstunden im Dauereinsatz.

Evakuierungen in Urlaubsorten am Comer See – Erdrutsch verlegt Staatsstraße

Zwei Städte am für Italien-Urlaub beliebten Comer See traf es ebenfalls heftig. In den Orten Blevio und Torno wurden insgesamt 24 Menschen vorsorglich evakuiert, wie Il Giorno berichtet. Ein Erdrutsch hatte die Staatsstraße mit Schlamm und Geröll überflutet.

Erdrutsche und Überschwemmungen auf Insel Elba: 200 Menschen isoliert – „Szenen sind surreal“

Muren löste das Unwetter nicht nur auf dem Festland aus. Auf der Insel Elba blockierte ein Erdrutsch die einzige Zufahrtsstraße zur Ortschaft Forno und isolierte rund 200 Bewohner. Starke Regenfälle nehmen die Insel schwer mit. Bei Portoferraio wurden laut Alanews zwei Gräben überschwemmt. Und der toskanische Katastrophenschutz meldet weitere Niederschläge.

„Die Szenen sind surreal“, schreibt Il Tirreno zu Bildern aus Biodola. Wassermassen schießen über Straße und Strand ins Meer, zurück bleiben Schutt und Geröll. Die Schäden sind enorm.

Wetter-Warnstufe Orange in Italien bleibt bestehen

In insgesamt fünf italienisch Regionen gilt Wetter-Alarmstufe orange. Das sind: die Lombardei, Friaul-Julisch Venetien, die Toskana und Umbrien sowie das Latium. Grund für die Unwetter ist ein atlantisches Tiefdruckgebiet, das allmählich übers ganze Land zieht. Über Nacht zählte die Feuerwehr bereits 280 Einsätze. (moe)

Rubriklistenbild: © Screenshot/X/Facebook/Vigili del Fuoco

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