VonJulian Mayrschließen
Ein deutscher Autofahrer wollte in Tirol dem Verkehrsstau entfliehen. Er folgt blind den Anweisungen seines Navis – und gerät so in Lebensgefahr.
Nassereith – „Mit dem Mountainbike auf den Spuren der Römer“, so wirbt eine Gaststätte im Tiroler Mieming für eine Fahrradtour über die sogenannte Alte Fernpassstraße. Mit dem Auto sollte man die historische Tour aber eigentlich nicht wagen.
Auf wichtigen Verkehrsrouten zwischen Bayern und dem österreichischen Bundesland Tirol kam es an den ersten Tagen des Jahres wie gewohnt zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen, so auch auf der Fernpassstraße. Weil ein Autofahrer aus Deutschland am Dreikönigstag dem Stau entgehen wollte, fragte er sein Navigationsgerät nach dem Weg. Dieses lotste ihn auf einen engen Radweg.
Er wollte Fernpass-Stau umfahren: Deutscher Autofahrer landet dank Navi auf Fahrradweg
Der Gebirgsübergang über den heutigen Fahrradweg war tatsächlich bereits vor rund 2000 Jahren eine wichtige Verbindungsroute zwischen Nord und Süd. Die heute für den Autoverkehr geöffnete Fernpassstraße verläuft allerdings auf anderer Strecke. Dort verkehren laut ADAC an Spitzentagen bis zu 30.000 Fahrzeuge.
Als der Verkehr über den Fernpass am 6. Januar aufgrund der vielen Reiserückkehrer aus Österreich und Südtirol stillzustehen drohte, bat ein Deutscher sein Navi nach einer alternativen Route. Dieses habe den Mann angewiesen, auf die Alte Fernpassstraße, also einen nunmehrigen Radweg in steilem Gelände, auszuweichen, berichtet die Kronen Zeitung. Erst als der Mann nicht mehr vorwärtskam oder umdrehen konnte und mit dem Auto vom Weg zu stürzen drohte, soll er gegen 11 Uhr einen Notruf abgesetzt haben.
Fahrer aus Deutschland auf Abwegen in Tirol
Die Freiwillige Feuerwehr Nassereith und ein Abschleppdienst rückten mit entsprechender Ausrüstung an, um das auf der engen Straße gestrandete Fahrzeug zu bergen. Binnen weniger Stunden konnten die Einsatzkräfte das Auto über die 1,2 Kilometer lange Strecke in Sicherheit transportieren. Laut Kronen Zeitung dürfte der Fahrer nicht ortskundig gewesen sein.
In den sozialen Netzwerken sorgte die Irrfahrt des Deutschen für Häme. „Sag amol, wie deppat sein die eigentlich?“, fragt ein Nutzer auf Facebook. Vor allem die Herkunft des Wagenlenkers liefert Anlass für spöttische Kommentare. „Wohl wieder einer unserer Lieblingsnachbarn“, lautet die Vermutung einer weiteren Nutzerin. Andere wiederum verorten die Schuld für die falsche Route weniger beim Navi, als viel mehr beim Fahrer: „Navigeräte machen so einen Schmarrn in der Regel nicht“, kommentiert ein Leser – die Ausreden sei „Hanebüchen“.
Blindes Vertrauen in die Technik hat auch in Südafrika einen Mann in Gefahr gebracht. Das Navi eines Fahrzeugs schickte einen Safari-Reiseleiter mitten in einen Fluss voller Krokodile.
Rubriklistenbild: © FF Nassereith

