Weil er aufs Navi vertraute: Safari-Reiseleiter steuert Auto in Fluss voller Krokodile
VonNatascha Heidenreich
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Das war wohl das letzte Mal, dass Mike Turner blind auf sein Navi vertraut hat. Der Safari-Reiseleiter landete nicht am Zielort, sondern litt Todesängste.
Bremen – Dass der kürzeste Weg nicht unbedingt der beste ist, musste Safari-Reiseleiter Mike Turner auf die harte Tour lernen. Der Brite war mit seinem Fahrzeug unterwegs und verließ sich völlig auf sein Navi. Ein Fehler, der Turner in Lebensgefahr brachte.
Wie die South African Police Service berichtete, gab er die Adresse in Mosambik im Navi ein – so wie immer. Und wollte Gäste für seine nächste Tour abholen. Als er losfuhr, hatte das Navi die vermeintlich kürzeste Route für ihn berechnet. Turner folgte ihr, ohne sich Gedanken darüber zu machen, auf welche Gefahr er zusteuerte. Das Navi führte Turner flussabwärts. Dort kam er von einer Brücke ab.
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15 Stunden in Lebensgefahr: Rettungskräfte können Mike Turner nicht gleich erreichen
Sturzbäche rissen den Briten in seinem Wagen mit. Er gab Gas und es gelang Mike Turner, gegen die Strömung zu fahren und sein Fahrzeug zwischen dem Komati-Fluss und einer schmalen Brücke zu verkeilen. Damit sollte sein Abenteuer aber nicht enden.
Der Komati-Fluss durchläuft Südafrika, Eswatini und Mosambik, wo er in die Maputo-Bucht mündet. Der Fluss vereinigt sich nahe der Grenze von Mosambik (dem Ziel von Mike Turner) mit dem Crocodile River (zu Deutsch: Krokodil-Fluss). Turner wusste, er war in Lebensgefahr.
Er tat das einzig Richtige: Turner wählte den Notruf. Nur waren die Bedingungen derart ungünstig, dass die Rettungskräfte nicht einfach zu ihm gelangen konnten. Der Safari-Reiseleiter musste über 15 Stunden im Auto ausharren – trotz Dunkelheit, Kälte und Krokodilen.
Ich war absolut erschrocken.
Als Safari-Reiseleiter ist Mike Turner einiges gewöhnt, aber eine solche Situation erschreckte auch den Experten. Krokodile bevölkern unsere Erde seit über 200 Millionen Jahren. Sie können Menschen sehr gefährlich werden. Krokodilangriffe sind lebensbedrohlich: Ein Mann in Australien überlebte eine Attacke nur knapp. Wenn sich ein Krokodil bedroht fühlt oder hungrig ist, kann es vorkommen, dass es auch Menschen angreift.
Rettung in der 15. Stunde: Hubschrauber bringt Mike Turner in Sicherheit
Auch das Rettungsteam war sich der Gefahr bewusst, in der Turner schwebte. Pottie Potgieter leitete die Rettungsaktion und sprach mit Medien vor Ort darüber, dass es für Mike Turner eine „ungeheuerliche Nacht“ gewesen sein muss. Die Sun zitiert Potgieter: „Er dachte, er würde sterben“.
Laut übereinstimmender Berichte örtlicher Medien war erst wenige Stunden zuvor ein Spaziergänger im Krokodil-Fluss gestorben. Man habe seine Überreste gefunden. Krokodile sollen Teile der Leiche gefressen haben.
Dieses Schicksal ereilte Mike Turner jedoch nicht. Nach 15 Stunden konnte er schließlich mit Hilfe eines Hubschraubers in Sicherheit gebracht werden. Laut Medienberichten erlitt Mike Turner einen Schock und war dehydriert. Er kam aber insgesamt mit dem Schrecken davon. Vielleicht wirft er ab jetzt vor jeder Fahrt einen Blick auf die gute alte Karte aus Papier. (nhf)