Ganz nah am Strand

Haialarm vor der Küste von Spanien: Video zeigt Raubtier mitten unter Menschen in Strandnähe

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Haialarm an der Costa Blanca. Im seichten Wasser tauchte plötzlich ein zwei Meter langer Blauhai zwischen Badegästen auf und kam ihnen gefährlich nahe.

Alicante – Für die Badegäste in der Aquamarina-Bucht in der Nähe der spanischen Stadt Alicante begann der Morgen am Donnerstag (15. Juni) im wahrsten Sinne des Wortes mit einem riesigen Schrecken. Denn: Ein etwa zwei Meter langer Hai war im Wasser vor dem Dorf Campoamor aufgetaucht. Mitten im Badebereich schwamm er umher – ganz in der Nähe der Badenden.

Es ist ein angenehmer Morgen, einige Menschen sind bereits im Wasser, um sich bei der derzeitigen Hitze in Spanien eine erste Abkühlung zu verschaffen. Doch gegen 10 Uhr morgens ragt plötzlich die dreieckige Rückenflosse des Meeresraubtiers aus dem etwa hüfthohen Wasser.

Spanien: Schock für Badegäste an Strand nahe Alicante – zwei Meter langer Hai im Wasser

Er befand sich so dicht in Strandnähe, dass die Menschen, die dort im Wasser waren, sogar noch stehen konnten. Voller Angst liefen sie aus dem Meer, um sich in Sicherheit zu bringen. Denn der Hai war ihnen bereits gefährlich nahegekommen. Für eine Gruppe von drei Menschen war der Weg zum rettenden Ufer sogar eine Zeit lang versperrt, da sich das Tier – vermutlich ein Blauhai – zwischen ihnen und dem Sandstrand im Flachwasserbereich befand, wie Videoaufnahmen des Vorfalls zeigen.

Rettungsschwimmer vor Ort ließen den Bereich vorsorglich evakuieren und informierten die örtliche Polizei. Verletzt wurde Medienberichten zufolge keiner der Badegäste. Eine ältere Frau soll Medienberichten zufolge allerdings eine Panikattacke erlitten haben.

Hai schwimmt gefährlich nah an Badende heran, verschwindet dann aber wieder

Nach wenigen Minuten war alles wieder vorbei: Der Hai verließ den Badebereich selbständig wieder und schwamm davon. Die Polizei suchte daraufhin das Gebiet um die Bucht herum nach dem Tier ab, fand es jedoch nicht. Der Badestrand wurde deshalb auch nicht gesperrt und blieb für Schwimmer offen. Diese nahmen das Angebot dankend an: Schon wenige Minuten nach der Hai-Begegnung sollen sich erste Strandbesucher wieder in die Wellen gestürzt haben, wie verschiedene Medien berichten.

Ein Blauhai näherte sich im spanischen Alicante einem Badestrand. (Symbolbild)

Auch vor der Küste der spanischen Insel Menorca war ein Blauhai gesichtet worden. Nur einen Tag nach dem Vorfall an der Costa Blanca war er im Hafenbecken der Baleareninsel gesehen worden. Dass sich Haie immer öfter in Küstennähe wagen, können Wissenschaftler allerdings nicht feststellen, schreibt die Bild. Im Gegenteil: Viele Arten seien heute durch Überfischung deutlich seltener und stark bedroht, erklärt Dr. Simon Weigmann vom Elasmobranch Research Laboratory der Universität Hamburg.

Haie verlassen aufgrund von Überfischung ihre üblichen Gebiete immer öfter

Überfischung könne allerdings ein Grund sein, warum die Tiere ihre üblichen Meeresgebiete verlassen und nach neuen Jagdräumen suchen. Manche kommen dann auch in die Nähe von Städten, da sie von Fischresten, die Angler oder Fischer in Ufernähe entsorgen, angelockt werden. Diese Abfälle sorgen aber auch für ein erhöhtes Vorkommen von Beutetieren – was ebenfalls Haie anziehen kann, sagt Weigmann der Zeitung.

Angriffe durch Blauhaie auf den Menschen sind extrem selten, sagt der Wissenschaftler. Seit 1580 wurden im Florida Museum, das eine Datenbank zu Haiattacken angelegt hat, nur 13 Übergriffe auf Menschen verzeichnet. Ein Video zeigt, wie sich ein 300-Pfund-Hai an der Hand eines Fischer festgebissen hatte.

Angriffe durch Blauhaie sind äußerst selten

Im Fall des Blauhais nahe Alicante wird noch nach den Gründen für sein merkwürdiges Verhalten gesucht. Blauhaie bevorzugen eigentlich tiefere Gewässer und halten sich von der Küste fern. Am häufigsten hält er sich im Nordatlantik auf, der derzeit wegen Rekordtemperaturen für Beunruhigung sorgt. Im Mittelmeer sind Blauhaie seltener unterwegs.

Möglicherweise war das Tier an der Costa Blanca krank oder verletzt. Einige Stunden nach seiner Sichtung in der Badebucht wurde es tot aufgefunden. Am Strand von La Caleta war das Tier offenbar zwischen Felsen in Ufernähe verendet.

Alicante: Blauhai war möglicherweise krank oder verletzt und verhielt sich deshalb ungewöhnlich

Ausgewachsene Blauhaie können etwa eine Länge von 3,40 Metern erreichen. In Einzelfällen können sie auch größer werden. Das gesichtete Tier war also ein verhältnismäßig kleines Exemplar. Blauhaie fressen fast alles, was sie erbeuten können, meist Fische jeder Größe, aber auch andere, kleinere Haiarten. Vor der spanischen Stadt Sevilla filmten Forschende kürzlich eine Haiart, die bereits als ausgestorben galt – eine echte Sensation. Um den legendären Urzeit-Hai Megalodon hat es sich dabei aber nicht gehandelt.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/IMAGO

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