Große Sorge im Küstenort

„Wir sind verzweifelt“: Urlaubs-Perle an der Adria leidet unter Wasser-Chaos

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    Kilian Bäuml
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In der kroatischen Küstenregion Sevid ist das Wasser knapp. Ein Zustand, der nicht nur die Bewohner, sondern auch die Urlauber in Sorge versetzt.

Sevid – Kroatien ist ein Paradies für Urlauber. Insbesondere die malerische Küste Dalmatiens zieht viele an. Der kleine Ort „Sevid“, nahe Trogir, wird oft als „Perle an der Adria“ bezeichnet. Doch derzeit plagt Sevid ein gravierendes Wasserproblem. Seit zehn Tagen haben die Einwohner kein Wasser mehr, so berichtet Dnevnik.hr. Trotz einer seit Jahren bestehenden Wasserversorgung in Sevid.

Wassermangel ist nicht ungewöhnlich an der Adria, auch in Italien wurde bereits der Notstand wegen Wassermangel ausgerufen. Aber in Kroatien ist die Situation momentan noch drastischer. „Das ist unerträglich geworden. Die Häuser liegen auf einem Hügel und haben kein Wasser“, klagt eine Bewohnerin von Sevid gegenüber dem Nachrichtenportal. Sie berichtet, dass auch Menschen, die in höheren Stockwerken leben, betroffen sind. Die Anwohnerin hat versucht, verschiedene Wasserwerke in Split und Sibenik zu kontaktieren – jedoch ohne Erfolg. Die Wasserwerke von Trogir können keine Auskunft darüber geben, wie lange die Situation noch andauern wird.

Wasserkrise in Kroatien: Urlaubsparadies Sevid leidet unter Wassermangel – Bewohner „sind verzweifelt“

Die Bewohnerin äußert ihre Ängste: „Wir sind verzweifelt.“ Es gibt niemanden, an den sie sich wenden können und trotzdem müssen sie weiterhin ihre Wasserrechnungen bezahlen. Einige Einheimische haben sich mit Tanks beholfen, die sie in den letzten Monaten füllen konnten. Doch im Sommer, wenn es in der Region nicht regnet, wird auch dieses Wasser knapp. Schon im letzten Jahr mussten Tanker Wasser liefern, um den Druck im System zu normalisieren. Dieses Jahr scheint trotz einer Tanklieferung kein Trinkwasser aus der Leitung zu kommen. Sevid wartet auf Wasser. Ob sich die Situation verbessert, ist ungewiss.

Im zweiten Stock kommt in manchen Häusern schon kein Wasser mehr aus dem Hahn. (Symbolbild/Montage)

Auch für Urlauber ist die Wasserproblematik ein Thema. Eine Frau schreibt in einer öffentlichen Facebook-Gruppe namens „Sevid“: „Wir waren letztes Jahr in Sevid und es ist so ein schöner Ort, dass wir wieder kommen.“ Sie macht sich jedoch Sorgen um die Trinkwasserqualität und fragt, ob es dieses Jahr möglich sei, das Leitungswasser zu filtern. Oder ob sie besser Flaschenwasser mitbringen sollte. Ein Nutzer antwortet ihr kurz und knapp: „Bring Wasserflaschen mit.“ Ein anderer Nutzer gibt den Hinweis: „Wenn der Wasser-Truck Wasser aus Rogoznica bringt, dann ist das Wasser trinkbar und muss nicht gefiltert werden.“

Trockenheit in der Adria: Kroatien und der Kampf ums Wasser

Laut index.hr hat die Küstensiedlung Sevid na Moru, die zur Stadt Marina gehört, kein eigenes integriertes öffentliches Wasserversorgungssystem. Die bestehende Anlage wird mit Trinkwasser aus eigenen Tanks versorgt. Ein Anschluss an die Hauptleitung der Siedlung Sevid ist geplant. In der Küstensiedlung leben etwa 160 ständige und bis zu 1400 vorübergehende Einwohner, Tendenz steigend. In den nächsten 17 Monaten soll ein elf Kilometer langes Wasserversorgungsnetz gebaut werden. Ein ehrgeiziges Projekt, insbesondere da es bereits bei der Trinkwasserversorgung für Sevid Probleme gibt.

An anderen Orten sorgt Wassermangel für ein seltenes Phänomen. An einem Touristen-Hotspot tauchte eine versunkene Siedlung plötzlich wieder auf.

Rubriklistenbild: © dpa/Imago

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