VonCarolin Gehrmannschließen
Die zerstückelte Leiche eines Deutschen wurde in Thailand in einer Kühltruhe gefunden. Die Spur führt ins Rockermilieu. Für seine Söhne ist das Tatmotiv klar.
Pattaya – Nach dem Fund der zerstückelten Leiche des in Thailand getöteten Münchners Hans-Peter M. (62) am 11. Juli 2023 sind die genauen Umstände der Tat noch nicht geklärt. Die thailändischen Behörden gehen davon aus, dass M. erpresst wurde. Eine kriminelle Bande soll das Komplott gegen M. über einen Monat lang detailliert geplant haben, um Geld von ihm zu erhalten. Den Ermittlern zufolge deutet alles darauf hin, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) unter Berufung auf thailändische Medien meldet.
Getöteter Deutscher zerstückelt in Gefriertruhe gefunden – War Geld das Motiv?
Dass es bei der grausamen Tat nur um die Gier nach Geld ging, dieser Ansicht sind auch die erwachsenen Söhne des Verstorbenen. Sie sind überzeugt, dass die inzwischen inhaftierten Verdächtigen sich am Vermögen ihres Vaters bereichern wollten, wie sie im Gespräch mit der Bild-Zeitung erklärten. Und dafür schreckten die mutmaßlichen Verbrecher, drei Deutsche und ein Mann aus Pakistan werden verdächtigt, offenbar vor nichts zurück. Den zerstückelten Leichnam des getöteten M. transportierten sie den Ermittlern zufolge in einer Gefriertruhe.
Söhne des getöteten Geschäftsmannes ahnten nach dessen Verschwinden Schlimmes
Als ihr Vater verschwand und am Telefon nicht mehr auf Nachrichten reagierte, wussten die Söhne sofort, dass etwas Schlimmes passiert sein musste, sagen sie. „Das war so untypisch für ihn“. Zusammen mit der Lebensgefährtin des Verstorbenen suchten sie noch nach ihrem Vater.
Doch dann folgte der Schock für die Familie: In einer Gefriertruhe in einem Haus in Pattaya fanden die thailändischen Ermittler den Leichnam ihres Vaters – von Verbrechern in Einzelteile zerstückelt. Die Spur der Tatverdächtigen führt ins Rockermilieu. Zwei der Hauptverdächtigen, der Deutsche Olaf B. sowie die ebenfalls Deutsche Nicole F., sollen Anhänger des Rockerclubs „Outlaws MC“ (dtsch. Die Gesetzlosen) sein, der auch in Thailand aktiv ist.
Nach Tod des Vaters in Thailand: „Es hätte jeden Geschäftsmann treffen können.“
Ob ihr Vater in Verbindung mit den Tätern stand oder ob er sie kannte, wissen die beiden Söhne, die größtenteils in Bangkok aufgewachsen sind, nicht, sagen sie der Bild. Ihrer Ansicht nach war M., entgegen anderslautender Medienberichte, aber nicht in kriminelle Machenschaften verwickelt. „Er war ein Geschäftsmann. Er handelte, traf viele Personen. Auch Fremde. Er konnte nicht alle Lebensläufe seiner Geschäftspartner kontrollieren. Es hätte jeden Geschäftsmann treffen können.“
Deutscher in Thailand getötet und zerstückelt – Spur führt ins Rockermilieu
Der Tatverdächtige Olaf B. soll nach Aussage des Vizechefs der thailändischen Nationalpolizei eine „mächtige Mafia-Figur“ in der Provinz Chon Buri und insbesondere in Pattaya gewesen sein, meldet The Thaiger. Demnach soll er an Schutzgelderpressungen und ähnlichem beteiligt gewesen sein. M. wurde nach Ansicht seines älteren Sohnes ebenfalls Opfer solcher Machenschaften. „Unser Vater wurde als Person mit Geld eingeschätzt. Er war eine Geldquelle, fuhr ein teures Auto. Das ist offenbar das Motiv.“ M. soll laut Medienberichten mit Immobilien gehandelt haben.
Getöteter Deutscher in Pattaya – Opfer einer kriminellen Parallelwelt?
Für die Söhne steht fest: Ihr Vater selbst war kein Krimineller. In Pattaya gebe es „eine Parallelwelt mit Menschen, vor denen jeder Angst hat.“ Ein normaler Mensch könne ganz plötzlich zum Opfer werden. Die Beliebtheit des getöteten M. spreche für sich.
Die genauen Umstände, wie es zu der grausamen Tat in Thailand kam und in welcher Verbindung Täter und Opfer standen, werden derzeit noch untersucht. Dass dem Tod des M. Erpressung vorausgegangen sein muss, dessen sind sich die Ermittler inzwischen sicher. Die vier Hauptverdächtigen sind inhaftiert. Zu ihren Aussagen ist derzeit nichts Näheres bekannt. Die Polizei hat angekündigt, in Zukunft entschlossen gegen deutsche mafiöse Banden in Thailand vorgehen zu wollen.
