VonMartina Lipplschließen
Vor der Küste Sardiniens schlummert ein außergewöhnlicher Schatz. Ein Taucher bemerkte metallische Überreste. Experten sind begeistert.
Sassari – Es ist ein unglaublicher Fund, der offenbar bisherige in den Schatten stellt. Im Meer vor der Nordküste Sardiniens im Gebiet von Arzachena (Italien) wurden römische Münzen aus dem 4. Jahrhundert entdeckt. Es handelt sich schätzungsweise um 30.000 bis 50.000 Exemplare. Doch nicht nur die Zahl der Münzen ist laut italienischen Behörden beeindruckend.
Sensationsfund in Italien – Zehntausende antike Münzen im Meer vor Sardinien entdeckt
Ein Privatmann ist bei einem Tauchgang in geringer Tiefe auf „metallische Überreste“ gestoßen, teilte das italienische Ministero della Cultura mit. Am nächsten Tag führte die Abteilung für Unterwasserarchäologie der Oberaufsicht für Archeologia, Belle Arti e Paesaggio (kurz Abap, auf Deutsch: Archäologie, Schöne Künste und Landschaft) von Sassari und Nuoro zusammen mit speziellen Taucheinheiten der Carabinieri Tauchgänge in dem betroffenen Meeresgebiet durch. Es ist in Italien verboten, Kulturschätze aus dem Meer zu bergen. Selbst das Sammeln von Steinen am Strand ist tabu, wie ein Italien-Tourist erfahren musste.
Schatz im Meer vor Sardinien: Römische Münzen fast 2000 Jahre alt
Bei den offiziellen Tauchgängen wurden zwei „Makrobereiche“ für das Vorkommen der sogenannten Follis (große Bronzemünzen, die 294 nach Christus mit der Währungsreform von Kaiser Diokletian eingeführt wurden) im Sand zwischen dem Strand und dem Meeresboden ausgemacht. Letztere könnte aufgrund seiner Lage und Morphologie des Meeresbodens auffällige Überreste eines Wracks enthalten.
Besonders bemerkenswert: Alle geborgenen Münzen befinden sich in einem „außergewöhnlichen und seltenen Erhaltungszustand“, heißt es in der Pressemitteilung des italienischen Ministero della Cultura (MiC). Nur vier Stücke seien beschädigt, aber noch gut lesbar.
Chronologisch lassen sich die Münzen demnach in einer Zeitspanne zwischen 324 (Münzprägung des Licinius) und 340 nach Christus einordnen. Weiteres Wissen und viele Informationen erhoffen sich die Archäologen jetzt über die Restaurierung und Konservierung der Münzen.
Für den Generaldirektor von Abap, Luigi La Rocca, handelt es sich um „eine der wichtigsten Entdeckungen numismatischer Artefakte der letzten Jahre, die einmal mehr den Reichtum und die Bedeutung des archäologischen Erbes unterstreicht, das der Meeresgrund unserer Meere immer noch birgt und bewahrt.“
Größter Münzfund der letzten Jahre vor Sardinien
Der Fund ist laut den Behörden deutlich größer als ein vergleichbarer von 2013 in Seaton (Großbritannien). Damals fand ein gewisser Laurence Egerton mit einem Metalldetektor einen Schatz von 22.888 römischen Münzen. Münzexperten schätzten den Wert einst auf ungefähr 100.000 US-Dollar (etwa 93.000 Euro).
Es soll Sammler geben, die für Münzen enorme Summe zahlen, ist auf dem Münzportal reppa.de zu erfahren. Einige Exemplare sind demnach besonders begehrt und erzielen auf Auktionen Rekordsummen. Natürlich hänge dies von verschiedenen Faktoren, wie Material und Zustand, ab. Eine römische Goldmünze erzielte auf einer Versteigerung im Jahr 2020 fast drei Millionen Euro. Allerdings handelte es sich hier um eine extrem seltene Goldausführung mit einem Brutus-Motiv (42 vor Christus), die sich auf die Ermordung Cäsars an den Iden des März bezieht.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
In Pompeji (Italien) entdeckten Forscher derweil ein kurioses Fresko auf einer Mauer. Das Wandbild ist über 2000 Jahre alt und erinnert an eine Pizza – doch zwei Details fehlen.(ml)
