In Italien drohen teils Strafen, falls Steine von Stränden entwendet werden. Ein besonders heftiger Fall ist jetzt publik geworden. Einem Touristen droht eine saftige Strafe.
Cagliari – Noch läuft die Urlaubssaison in Italien auf Hochtouren. Doch Touristen müssen dabei an vielen Orten besondere und ungewohnte Regeln beachten. Eine solche könnte einen Urlauber jetzt teuer zu stehen kommen.
Denn auf der bei Italien-Touristen extrem beliebten Insel Sardinien ist es per Gesetz verboten, Steine oder Sand von den Stränden mitzunehmen. „Touristen nehmen jedes Jahr tonnenweise Sand, Steine und Muscheln als Souvenir von der Insel mit“, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin via Twitter. Es drohen Strafen zwischen 500 und 3000 Euro. „Lassen Sie den Sand also bitte da, wo er hingehört“, hieß es in dem Aufruf aus Deutschland deshalb. In den europäischen Medien wurde über dieses und andere Italien-Gesetze massenhaft berichtet.
Kiloweise Steine im Gepäck: Italien-Urlauber vom Zoll geschnappt
Jetzt hat die italienische Zoll-Behörde auf Sardinien offenbar einen besonders dreisten solchen Fall aufgedeckt.
Am Hafen Porto Torres griffen die Behörden nach eigenen Angaben einen französischen Touristen auf, der demnach ganze 41 Kilogramm Gestein aus Sardinien mit sich führte. Das teilte der italienische Zoll mit.
Der Urlauber wollte demnach gerade in Porto Torres mit seinem Auto eine Fähre nach Nizza besteigen. Doch die Beamten der Zoll- und Monopolbehörde stoppten das Fahrzeug und kontrollierten auch den Kofferraum. Dort fand man dann 41 Kilogramm Kieselsteine und größere Steine. Diese soll der Tourist am Strand von Lampianu an der Küste von Sassari mitgenommen haben.
Italien greift durch gegen Stein-Diebstahl – es droht hohe Geldbuße
Der Fund wurde beschlagnahmt und vorerst zu einer Sammelstelle gebracht. Dem Touristen droht jetzt das besagte Bußgeld zwischen 500 und 3000 Euro.
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Offenbar sind Steine aus Sardinien ein beliebtes Mitbringsel – trotz der drohenden Strafen. Denn nur einen Tag später wurde ein weiterer Tourist entdeckt. Er hatte knapp sieben Kilo Kiesel und Muscheln in Plastikflaschen unter dem Fahrersitz seines Autos versteckt und war ebenfalls dabei, eine Fähre in Porto Torres zu besteigen. Auch in diesem Fall wurde die „Beute“, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa schreibt, beschlagnahmt und soll in Kürze an den entsprechenden Strand zurückgebracht werden.