Bronzeschatz in „ausgezeichnetem“ Zustand

Unglaublicher Fund: Taucher entdeckt Zehntausende antike Münzen vor Sardinien

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Sensationsfund in Italien: Taucher entdecken antike Münzen im Meer vor der Küste Sardiniens. Forscher sind begeistert.
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Ein versunkener Schatz begeistert Archäologen. Ein Taucher entdeckte vor der Küste Sardiniens erste Spuren. Nun offenbart sich seine enorme Größe.

Sassari – Es klingt nach einer abenteuerlichen Schatzsuche. Beim Tauchen im Meer bemerkte ein „Privatmann“ in geringer Tiefe unweit der Küste „metallische Überreste“. Sofort informierte der Taucher die italienischen Behörden. Denn schon am nächsten Tag startete die Abteilung für Kunstschutz und Unterwasserarchäologie des Ministeriums weitere Tauchgänge in den Gewässern vor Arzachena (Sardinien), teilte das italienische Kulturministerium in einer Pressemitteilung mit.

„Ausgezeichneter“ Zustand – Taucher entdeckt Zehntausend antike Münzen im Sand vor Sardiniens Küste

Zehntausende antike Bronzemünzen konnten Spezialtaucher aus dem Sand bergen. Die Münzen stammen aus der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts, so das italienische Kulturministerium. Angesichts des Gewichts handelt es sich demnach um mindestens 30.000 bis zu 50.000 Exemplare.

„Alle Münzen befanden sich in einem ausgezeichneten und seltenen Erhaltungszustand“, schreibt das Ministerium. Nur vier Stück seien beschädigt, aber noch lesbar. Die Fundorte des Bronzeschatzes befinden sich den Angaben zufolge auf zwei Gebieten in einem großen Sandgebiet im Meer. Angesichts der Lage und Form des Meeresbodens könnten sich in der Nähe Reste eines Schiffswracks befinden.

Experte: „Schatz einer der bedeutendsten in den letzten Jahren“

„Der in den Gewässern von Arzachena gefundene Schatz stellt eine der bedeutendsten numismatischen Entdeckungen der letzten Jahre dar“, sagte Generaldirektor der sardischen Archäologiebehörde Luigi La Rocca laut der Mitteilung. Der Fund unterstreiche laut La Rocca „einmal mehr den Reichtum und die Bedeutung des archäologischen Erbes, das in den Tiefen unserer Meere noch immer birgt und bewahrt.“

Das italienische Ministerium weist zudem darauf hin, dass die Zahl der gefundenen Bronzemünzen deutlich über einem vergleichbaren Fund im Jahr 2013 in Seaton (Großbritannien) liegen würde. Damals entdeckte ein gewisser Laurence Egerton mit einem Metalldetektor 22.888 römischen Münzen. Münzexperten schätzten den Wert einst auf ungefähr 100.000 US-Dollar (etwa 93.000 Euro).

Römische Münzen vor Sardinien aus der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts

Chronologisch lasse sich der Münzfund in eine Zeitspanne zwischen 324 nach Christus (Münzprägung des Licinius) und 340 nach Christus einordnen. Durch weitere Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten an den gefundenen Münzen und Materialien erhoffen sich Forscher mehr Informationen über den Fund.

In Bremen sorgte dagegen schon eine römische Münze für Aufsehen. Beim Spielen hatte ein Schüler ein 1800 Jahre altes Exemplar gefunden. (ml)

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