Erneutes Erdbeben an Italiens Supervulkan: Bewohner erleben „Albtraum“
VonJulian Mayr
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In der Nacht auf Dienstag hat ein Erdbeben die Vulkanregion bei Neapel erschüttert. Obwohl es nicht zu den Stärksten zählte, ist es für Anwohner wie ein Alptraum.
Nächtliches Erdbeben der Stärke 3,4 erschüttert die Phlegräische Felder in Italien
Das Erdbeben der Stärke 3,4 auf der Richterskala ereignete sich um 03.58 Uhr Ortszeit in der Zone der Phlegräischen Felder bei Pozzuoli (Italien), wie das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia) auf seiner Homepage mitteilte.
Das Epizentrum des Bebens lag im Meer zwischen Lucrino und Arco Felice, in einer Tiefe von etwa 2,9 Kilometern, berichtet Il Mattino. Bereits am Vorabend (17. Juni) um 21.30 Uhr habe sich ein schwächeres Beben der Stärke 1,8 mit einem Epizentrum vor der Küste von Bacoli ereignet. „Seit gestern schon sendet der Golf Zeichen …“, schreibt ein Bewohner der Region auf Facebook. In der Nacht des Erdbebens wurde zudem ein Schwarm aus sieben kleineren Beben registriert.
Erdbeben an Supervulkan in Italien reißt Anwohner aus dem Schlaf
Das nächtliche Erdbeben war in weiten Teilen der Phlegräischen Felder spürbar. Auch in einigen Bezirken der Millionenstadt Neapel, wie Pianura, Bagnoli und Fuorigrotta, wurde es Medienberichten zufolge deutlich wahrgenommen. Viele Bewohner berichteten von einem starken Rütteln, das Fenster und Lampen zum Zittern brachte,
Auf den sozialen Medien sammelten sich zahlreiche Meldungen von besorgten Anwohnern, wonach ein „anhaltendes Getöse“ zu vernehmen war. Das Beben selbst sei „stark und lang“ gewesen, so der Kommentar einer Frau, die in rund vier Kilometern Entfernung zum Epizentrum lebt. Andere nahmen zwar das Beben selbst nicht wahr, wurden aber durch einen „enormen Schwefelgestank“ aufgeweckt, wie mehrere Personen in den sozialen Medien berichten.
„Ist zu Albtraum geworden“ – Anwohner berichten von Belastung infolge der Erdbeben
Die Region der Phlegräischen Felder, die als Supervulkan bekannt ist, erlebte in jüngster Zeit eine erhöhte seismische Aktivität. Seit Jahresbeginn wurden dort 4.274 Erdbeben registriert, schreibt Il Mattino. Seit November 2005 hat sich der Boden in der Region um 127,5 Zentimeter gehoben, davon allein neun Zentimeter seit Jahresbeginn.
Viele Nutzer berichten von permanenten Ängsten und großer Belastung: „Das Problem ist, dass wir uns an die Beben gewöhnt und sogar mit ihnen gelebt hatten, aber nach dem starken Beben der Stärke 4,4 am 20. Mai nahm die Angst zu. Es hat uns so sehr erschüttert, dass wir jetzt psychisch angeschlagen sind“, schreibt ein Mann. Eine weitere Betroffene berichtet ähnliches: „Es ist zu einem Albtraum geworden … seit dem 20. Mai kann man schon kaum noch schlafen!“