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Die an Omikron-Varianten angepassten Impfstoffe können nun auch zur Erstimpfung gegen das Coronavirus verwendet werden. Bisher waren sie nur als Booster zugelassen.
Amsterdam – Die angepassten Corona-Impfstoffe, die gegen die zuletzt dominanten Omikron-Varianten des Coronavirus wirksam sind, können jetzt auch zur Erstimpfungen gegen das Virus eingesetzt werden und nicht mehr nur als Booster gegen Subtypen wie Omikron BQ.1.1, Omikron XBB oder aber die neu entdeckte Variante Omikron BF.7. Die Vakzine seien von nun an nicht mehr nur als Booster, sondern auch zur erstmaligen Immunisierung von Kindern und Erwachsenen geeignet.
Diese Entscheidung teilte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) in dieser Woche in Amsterdam mit.
Impfungen gegen Omikron BQ.1.1 und Co: Sie bieten auch gute Grundimmunisierung gegen Corona bei bisher Ungeimpften
Neue Daten konnten demnach zeigen, dass die Impfstoffe bei bisher ungeimpften Menschen, die sich auch noch nicht mit dem Coronavirus infiziert hatten, eine gute Immunantwort hervorriefen. Es handelt sich dabei um die sogenannten bivalenten mRNA-Impfstoffe von Moderna und von BionTech/Pfizer, die sowohl vor dem ursprünglichen Sars-CoV-2-Virus als auch vor den Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 schützen sollen. Bisher durften die angepassten Vakzine nur als Auffrischungsimpfung verwendet werden, damit Menschen auch vor den inzwischen dominanten Omikron-Varianten geschützt sind.
Angepasste Omikron-Impfstoffe: Wirkung gegen Varianten wie Omikron BQ.1.1 oder XBB noch nicht ganz klar
Noch ist nicht klar, wie die Impfung gegen die zuletzt aufgetretenen neuen Virusvarianten Omikron BQ.1.1, XBB oder BF.7 wirkt. Experten gehen aber davon aus, dass die Impfung auch gegen diese neueren Typen einen gewissen Schutz bietet. Über den Ursprung des Omikron-Virusstamms gab es in der Fachwelt viele Vermutungen. Nun scheint die Frage geklärt: Auf dem afrikanischen Kontinent konnte das Virus über einen längeren Zeitraum „ungestört mutieren“, da die Entwicklung der hochansteckenden Subvariante wegen fehlender Diagnosen lange übersehen wurde.
Angepasste Omikron-Impfstoffe sind laut EMA genauso sicher wie die ursprüngliche Impfung
Laut der Aufsichtsbehörde seien die angepassten Impfstoffe genauso sicher wie die ursprünglichen Corona-Impfstoffe von BionTech/Pfizer und Moderna. Die EU-Länder könnten nun selbst entscheiden, ob sie die modifizierten Vakzine als Basisimpfung verwenden wollen. In der EU sind sie seit September 2022 zugelassen. Die mRNA-Technologie kam erstmalig bei Impfungen gegen das Coronavirus zum Einsatz. Wissenschaftler erhoffen sich künftig dadurch auch Erfolge in der Bekämpfung anderer Krankheiten wie HIV oder Krebs.
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