Corona-Impfstoffe

Wann die Omikron-Impfung für BA.5 nach Deutschland kommt – Zulassung in USA beantragt

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Ein wirkungsvoller Impfstoff gegen die Omikron-Variante vor dem Herbst wird in Europa von vielen erwartet. In den USA hat Biontech jetzt die Zulassung beantragt. Wann das angepasste Vakzin hier auf den Markt kommen könnte.

New York/Mainz – Bald wird es wieder Herbst in Deutschland und in Europa. Die Sorgen, wie es in der kälteren Jahreszeit mit der Pandemie weitergeht, wachsen. Ein neues Infektionsschutzgesetz wurde heute vorgestellt, denn das Coronavirus greift weiterhin um sich. Vor allem die Omikron-Variante des Virus sorgt durch seine hohe Übertragbarkeit weiterhin für hohe Infektionszahlen. Umso mehr wünschen sich viele, dass ein angepasster Omikron-Impfstoff in den Deutschland schnellstens auf den Markt kommt. Wann könnte es so weit sein?

Wann kommt der Omikron-Impfstoff? In USA hat Biontech/Pfizer bereits die Zulassung beantragt

Die neue Meldung aus dem Hause Biontech und seinem US-amerikanischen Partner Pfizer stimmt da etwas hoffnungsvoll: Die beiden Unternehmen erklärten am Dienstag, den 23. August, dass sie in den Vereinigten Staaten die Notfallzulassung für einen speziell auf die derzeit kursierenden Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 zugeschnittenen Corona-Impfstoff beantragt haben. Der entsprechende Antrag liege der US-Arzneimittelbehörde FDA bereits vor.

Omikron-Impfstoff:Ab September könnte Biontech/Pfizer mit der Auslieferung in den USA starten – auch in Europa?

Wie Pfizer in einer Pressemitteilung erklärte, hätten sie ihre Produktion so hochgeschraubt, dass sie unmittelbar nach der Zulassung des Omikron-Impfstoffes mit der Auslieferung der ersten Dosen beginnen könnten. Auch in Europa könnte es bald so weit sein: Bei der Europäische Arzneimittelbehörde EMA sei die Zulassung ebenfalls beantragt. Es werde in den kommenden Tagen mit einem Abschluss gerechnet. Im September könne dann auch hier schon mit der Auslieferung begonnen werden.

EMA arbeitet bereits an der Prüfung des Omikron-Impfstoffes für Europa

Ein Sprecher der EMA bestätigte am Mittwoch, den 24. August, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass der Impfstoff derzeit geprüft werde. Man werde den Zulassungsantrag mit Blick auf eine möglichst rasche Entscheidung im Herbst evaluieren. Es handele sich dabei um ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren, bei dem Ergebnisse bereits bewertet werden, wenn noch keine vollständigen Studiendaten vorliegen und noch keine Zulassung des Vakzins beantragt wurde.  

EMA will „möglichst rasche Entscheidung“ – Deutschland muss dann beim Omikron-Booster nachziehen

In Deutschland muss der Impfstoff nach erfolgter Zulassung durch die EMA dann noch vom Paul-Ehrlich-Institut auf nationaler Ebene genehmigt werden – dessen Entscheidungen sich in der Regel mit der EMA decken, da es selbst aktiv daran beteiligt ist. Die EMA werde das Gesuch mit Blick auf eine möglichst rasche Entscheidung im Herbst evaluieren. 

Biontech hat die Zulassung für einen an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff in den USA beantragt – auch für Europa wird er geprüft. (Symbolbild)

Bei dem Vakzin handelt es sich um einen Booster für Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachse, der „bivalent“, also zweiwertig, aufgebaut ist. Das bedeutet, dass die Impfung sowohl gegen die Urform des Virus als eben auch gegen die jüngst aufgetretenen Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 wirken soll. Zuvor hatten die beiden Firmen bereits Anträge für einen auf den Omikron-Subtyp BA.1 angepassten Impfstoff eingereicht. In Deutschland spielt diese Variante allerdings keine wichtige Rolle mehr, da hier inzwischen die Variante BA.5 dominant ist.

Omikron-Impfstoff: Booster wirkt laut Studien gegen Urform und Varianten des Coronavirus

Zu dem aktuellen Vakzin liegen laut Unternehmen noch keine klinischen Studien vor – daher auch der Antrag auf Notfallzulassung in den USA. Bislang gebe es hier nur präklinische Daten. Die für den Antrag nötigen Daten stützen sich auf die Studien zu dem auf BA.1 angepassten Mittel. Das aktuelle Vakzin zeige laut dem Unternehmen eine „starke neutralisierende Antikörper-Antwort“ auf die Omikron-Varianten BA.1, BA.2, BA.4 und BA.5, aber auch gegen das ursprüngliche Virus. Wie viele Infektionen, schwere Verläufe oder Todesfälle durch die neuen Impfstoffe künftig tatsächlich verhindert werden können, lässt sich mit dem derzeitigen Wissensstand noch nicht zuverlässig sagen.

Omikron-Impfstoff von Moderna bereits in Großbritannien zugelassen

In Großbritannien wurde derweil in der vergangenen Woche die weltweit erste Zulassung für einen Omikron-Impfstoff gegen verschiedene Varianten des Coronavirus erteilt. Wie das britische Gesundheitsministerium in London am Montag, 15. August, mitteilte, schütze das Präparat des US-Pharmaunternehmens Moderna sowohl gegen die ursprüngliche Corona-Variante als auch gegen Omikron. Die Nebenwirkungen seien mild, so wie beim ersten Moderna-Impfstoff. Ernste Sicherheitsbedenken gebe es keine.

Viel schneller als im restlichen Europa wird es auf der Insel aller Voraussicht nach aber trotzdem nicht gehen: Auch im Vereinten Königreich soll erst ab September mit dem Boostern gegen Omikron begonnen werden – zunächst bei Risikogruppen und Über-50-Jährigen.

Rubriklistenbild: © Andrea Ronchini via www.imago-images.de

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