Mehrere Festnahmen

Flammen-Inferno in Griechenland: Alarmstufe „Rot“ und „Wetter besonders gefährlich“

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    Kilian Bäuml
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Unweit von Athen liegen bereits Häuser in Schutt und Asche. Die Waldbrandgefahr in Griechenland ist aktuell extrem hoch. Der Zivilschutz warnt für weite Teile des Landes.

Update vom 10. August, 9.05 Uhr: In einigen Regionen Griechenlands bleibt das Risiko von Bränden weiterhin extrem hoch. Der Zivilschutz gibt eine Warnung heraus. Patrouillen überwachen die Situation aus der Luft.

Die Feuerwehr kämpft zusammen mit Anwohnern gegen die Flammen in Griechenland.

Die schweren Waldbrände in Süd-Attika und nahe Athen lassen nach. Dennoch besteht in vielen Teilen Griechenlands weiterhin eine erhebliche Waldbrandgefahr. Der staatliche Sender ertnews.gr warnt: „Am Sonntag wird das Wetter besonders gefährlich“. Die Temperaturen könnten bis auf 40 Grad steigen, und in der Ägäis wird ein gefährlicher Wind mit Sturmböen bis zu 8 Beaufort erwartet. Der griechische Zivilschutz hat für die Regionen Attika, Euböa und Böotien die höchste Alarmstufe „Rot“ ausgerufen.

Es gibt mehrere Festnahmen wegen Brandstiftung: Ein 50-jähriger Mann soll am Samstag (9. August) in der Nähe eines Waldgebiets in einem Vorort von Athen mit zwei Trennschleifern Holz und Metall bearbeitet haben, obwohl eine Warnung wegen „extremer Brandgefahr“ bestand. In Attika wurde laut Medienberichten ein 41-Jähriger wegen eines Feuers auf seinem Privatgrundstück festgenommen wurde. Die Flammen breitete sich auf ein Waldstück aus. Laut der griechischen Nachrichtenagentur amna.gr wurde er zudem zu einer Geldstrafe von 4125 Euro verurteilt.

Verheerendes Flammen-Inferno in Griechenland-Regionen: Höchste Alarmstufe – Orte evakuiert

Update vom 9. August, 9.30 Uhr: Der große Wald- und Buschbrand im Südosten von Athen lodert weiter. Zwar hat die Feuerwehr die Lage weitgehend im Griff, wie griechische Medien berichten, doch der Einsatz ist enorm. Seit 6 Uhr morgens sind wieder zahlreiche Löschhubschrauber und -flugzeuge im Einsatz. Das Problem ist der starke bis stürmische Wind, der immer wieder für ein Aufflammen und neue Brandherde sorgt.

Der Brand nahe Athen sei auf Brandstiftung zurückzuführen, sagte der Bürgermeister einer der betroffenen Ortschaften gegenüber dem Sender ERTnews. Dort, wo das Feuer ausgebrochen sei, habe man eine Gasflasche gefunden. Zudem hätten Bürger eine verdächtige Person auf einem Motorrad beobachtet.

Zahlreiche Ortschaften wurden evakuiert, rund 400 Menschen mussten aus gefährlichen Situationen gerettet werden. Ein Mann kam bereits am Freitag ums Leben; sein abgelegenes Haus war offenbar von den Flammen umzingelt worden. Viele Häuser brannten komplett aus, über die genauen Schäden ist jedoch noch nichts bekannt.

Waldbrandgefahr auch in weiteren griechischen Regionen hoch

Auch in Mittelgriechenland und im Nordwesten der Halbinsel Peloponnes gibt es größere Brände. Die Waldbrandgefahr bleibt wegen der anhaltenden Trockenheit und der starken Winde in vielen Teilen des Landes extrem hoch, heißt es beim griechischen Zivilschutz. Tiefrot eingefärbt sind auf der entsprechenden Karte weite Teile der Peloponnes, die Region rund um Athen und die Insel Euböa. Auch für Kreta, die Kykladen-Inseln und die Halbinsel Chalkidiki gelten sehr hohe Warnstufen.

Update vom 8. August, 17.54 Uhr: Im Südosten Athens verstärken heftige Winde den verheerenden Waldbrand. Die Flammen haben bereits ihr erstes Todesopfer gefordert: Ein Mann starb in seinem entlegenen Wohnhaus, wie Feuerwehrsprecher Vassilis Vathrakogiannis bestätigte. Rettungskräfte entdeckten den Leichnam des Opfers.

Ein Hubschrauber fliegt durch den Rauch eines Brandes in Keratea, einem Außenbezirk von Athen.

Aufgrund der Flammen mussten mehrere Orte evakuiert werden. Dutzende Gebäude fielen den Flammen zum Opfer und brannten vollständig aus. Der Zivilschutz warnt, dass in großen Bereichen der Ägäis nach wie vor die maximale Waldbrandwarnstufe herrscht.

Waldbrand zerstört Häuser in Griechenland: Orte evakuiert

Erstmeldung: Athen – Seit Freitagnachmittag, dem 8. August, tobt ein schwerer Waldbrand etwa 35 Kilometer südöstlich der griechischen Hauptstadt. Aufgrund starker Winde hat sich das Feuer schnell ausgebreitet. Die Feuerwehr vor Ort sah sich gezwungen, mehrere Gemeinden in der Nähe von Athen vorsorglich zu evakuieren, da die Flammen zunehmend außer Kontrolle gerieten. Der griechische Zivilschutz informierte darüber, dass in der gesamten Ägäis-Region derzeit die höchste Brandgefahr besteht.

Zur Brandbekämpfung sind momentan drei Löschflugzeuge und fünf Hubschrauber im Einsatz, die aus der Luft gegen die Flammen vorgehen. Die Ursache des Feuers ist bisher unbekannt. Der staatliche Rundfunk ERT berichtete, dass zusätzliche Einsatzkräfte aus anderen Teilen des Landes zur Unterstützung unterwegs sind.

Verheerende Waldbrände wüten nahe Griechenland-Hauptstadt: Evakuierungen laufen

Die Feuerwehr konzentriert sich darauf, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Laut Berichten von Reportern vor Ort sind touristische Einrichtungen bisher nicht bedroht. ERT meldete jedoch, dass bereits erste Häuser in Flammen stehen. Etwa 190 Einsatzkräfte sind derzeit vor Ort. Bisher gibt es keine Berichte über Verletzte.

Das Wetter in Griechenland könnte die Löscharbeiten erschweren. Das meteorologische Amt in Athen warnte vor stürmischen Winden in der Ägäis, die Geschwindigkeiten von bis zu Stärke neun erreichen könnten. Auch in den kommenden Tagen werden starke Winde erwartet. Meteorologen warnten zudem, dass aufgrund der anhaltenden Trockenheit selbst kleine Funken innerhalb kürzester Zeit einen Großbrand entfachen könnten. Vor kurzem wütete ein Waldbrand im Süden Frankreichs, bei dem zahlreiche Häuser teilweise vollständig zerstört wurden. (kiba/kas/dpa)

Rubriklistenbild: © Marios Lolos/dpa

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