VonFabian Hartmannschließen
Ein zweites Erdbeben binnen weniger Tage hat Italien erschüttert. Nach Kampanien traf es nun die Toskana. Verletzte oder Tote hat es durch das Beben nicht gegeben.
Siena – Infolge eines Erdbebens der Stärke 5,8, das Ende März Griechenland erschütterte, wuchs auch in Italien die Sorge vor einer Serie schwerer Erdbeben. Nach dem Erdbeben nahe Neapel ist am Dienstag (16. April) erneut ein vergleichsweise starkes Erdbeben in Italien registriert worden. Diesmal lag das Epizentrum rund vier Kilometer entfernt von der toskanischen Kleinstadt Poggibonsi in der bei Touristen beliebten Provinz Siena, wie der italienische Sender Sky TG24 ausgehend von Daten des Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia (INGV) berichtete.
Dem Bericht des Geophysik-Institutes zufolge soll ein Erdbeben der Stärke 3,4 auf der Richterskala erfasst worden sein. Es habe sich am Dienstagabend gegen 19.49 Uhr (Ortszeit) in einer Tiefe von rund acht Kilometern ereignet. „Das Beben war sehr gut zu spüren. Es gibt keine besonderen Berichte und keine Schäden an Menschen oder Eigentum“, schrieb der Bürgermeister von Poggibonsi, David Bussagli, in einem Post bei Facebook.
Auch in den Großstädten Florenz und Siena war das Beben spürbar – Anwohner reagierten panisch
„Überprüfungen sind im Gange“, schrieb der Präsident der Region Toskana, Eugenio Giani, in einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter). Zwar wurden keine größeren Schäden im Zusammenhang mit dem Erdbeben gemeldet, es herrsche aber „Panik unter den Menschen“. Auch nach Erkenntnissen des italienischen Zivilschutzes gab es keine Verletzten oder Todesopfer.
⚠️Scossa di terremoto avvertita distintamente nella zona di #Siena. In corso verifiche, al momento non riferiti danni ma panico tra le persone.
— Eugenio Giani (@EugenioGiani) April 16, 2024
Angst in Italien: Infolge des ersten Erdbebens kam es zu weiteren Erschütterungen in der Toskana
Das Epizentrum liegt in einem Gebiet mit offener Landschaft zwischen Poggibonsi und Castellina in Chianti. Das Beben war in den Gebieten zwischen Siena und Florenz deutlich zu spüren, sowohl in den beiden Hauptstädten als auch vor allem in den umliegenden kleineren Ortschaften, berichtet der Nachrichtendienst Ansa. Nachdem sich das erste Beben ereignet hatte, wurden dem INGV zufolge weitere Beben geringerer Stärke mit ähnlichem Epizentrum aufgezeichnet: mit einer Stärke von 1,4 wenige Minuten nach 19.56 Uhr, mit 0,8 um 20.01 Uhr und mit 2,2 um 20.11 Uhr.
Immer wieder kommt es in Italien zu Erschütterungen und Erdbeben. Wie Il Meteo im Januar 2023 berichtete, wurden etwa im Jahr 2022 auf italienischem Staatsgebiet und in den angrenzenden Gebieten 16.302 Erdbeben vom Nationalen Erdbebennetz Italiens aufgezeichnet: Durchschnittlich ergibt das eine Quote von rund 44 Erschütterungen und Erdbeben pro Tag. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es sich dabei größtenteils um Erschütterungen von vergleichsweise geringerer Stärke handelt, als es bei den jüngsten Erdbeben von Neapel oder Poggibonsi der Fall war. (fh)
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