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Papst Franziskus fehlt enger Vertrauter: „Hat sich offenbar negativ auf Behandlung ausgewirkt“

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Wenig ist über die Privatsekretäre von Papst Franziskus bekannt. Fehlt dem Pontifex ein Privatsekretär wie Georg Gänswein an seiner Seite?

Rom – Der Vatikan informiert mit täglichen Gesundheitsupdates über den Zustand von Papst Franziskus. Der 88-Jährige wird seit fast zwei Wochen in der Gemelli-Klinik in Rom behandelt. Das katholische Kirchenoberhaupt hat bereits vor Monaten für den Fall seines Todes vorgesorgt. Doch wer im Vatikan steht dem kranken Papst in dieser Zeit zur Seite? Franziskus wechselte schon mehrmals in seiner Amtszeit seine Privatsekretäre aus. Einen dauerhaften Privatsekretär, der ihn von allen abschirmt oder Dinge anordnet, gibt es keinen. Dieser Weg hat nun offenbar Konsequenzen.

Privatsekretär als enger Vertrauter – Papst Franziskus bricht mit der Tradition

„Auf die medizinische Behandlung hat sich das Fehlen eines langjährigen und mit Vollmachten ausgestatteten Vertrauten offenbar bereits negativ ausgewirkt“, schreibt die katholische Nachrichtenagentur KNA. Im Vatikan wären bis zum Amtsantritt von Franziskus 2013 die Privatsekretäre der Päpste die wichtigsten Vertrauten gewesen. Sie galten oft als Strippenzieher im Hintergrund und dazu noch gut vernetzt. Papst Franziskus brach mit dieser Tradition.

„Franziskus ist grundsätzlich gegen Personenkult.“

Vatikanjournalistin Christa Langen-Peduto

„Franziskus ist grundsätzlich gegen Personenkult“, sagte Vatikanjournalistin Christa Langen-Peduto in einem Interview mit katholische.de. In ihrem Buch „Im Schatten der Päpste“ (erschienen 2016) hat sich die Autorin mit der Geschichte der engsten Papstmitarbeiter befasst. Offiziell gibt es das Amt eines päpstlichen Privatsekretärs übrigens nicht. Sie werden laut dem Pressebüro des Vatikans als Mitarbeiter des Staatssekretariats geführt. Ihr Amt endet mit dem Tod des Papstes. Einige hält das jedoch davon ab, in die Öffentlichkeit zu treten.

Chemietechniker, Türsteher, Hausmeister: Eine Krankheit brachte Papst Franziskus zur Kirche

Das Konklave im Vatikan hat den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Argentinier hat sich den Namen Franziskus gegeben. Er folgt auf den zurückgetretenen und emeritierten Papst Benedikt XVI. (85).
Das Konklave im Vatikan hat 2013 den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Weg bis dahin war lang. © dpa/AP
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die Eltern des Papstes sind Regina Maria Sivori and Mario Jose Bergoglio. Das Hochzeitsfoto stammt aus dem Jahr 1935. Ein Jahr später wurde Bergoglio geboren. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Mario Jose Bergoglio (Mitte) mit seinen Eltern, Juan und Magarita Vasallo in Buenos Aires (Foto undatiert). © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio (rechts, zusammen mit zwei Klassenkameraden) ging in den frühen 50er-Jahren in eine Schule in Buenos Aires. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Hier posiert er (hintere Reihe, 2. v. l.) mit seiner Familie. (Foto undatiert) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
In diesem Gebäude in Buenos Aires, einst eine technische Schule, machte Bergoglio seinen Abschluss als Chemietechniker. Davor arbeitete er eine lange Zeit als Türsteher und Hausmeister. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Nach einer schweren Krankheit fühlte er sich 1958 dazu inspiriert, dem Jesuitenorden beizutreten. 1969 wurde Bergoglio zum Priester geweiht. Von 1973 (wie hier auf dem Foto) bis 1979 war er Provinzoberer der Jesuiten in Argentinien. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Bereits als Priester leitete Bergoglio (r., Foto aus dem Jahr 1973) viele Messen. © ap/dpa
Das Archivfoto vom 06.04.2005 zeigt Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Bischof von Buenos Aires (Argentinien). Er ist heute Papst Franziskus
1998 wurde Bergoglio zum Erzbischof von Buenos Aires. (Foto von 2005) © epa efe Telam/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Diesen Slum von Buenos Aires besuchte Bergoglio zu seiner Zeit als Erzbischof oft. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Papst Johannes Paul II. ernannte Bergoglio 2001 zum Kardinal. Er leitete die argentinische Kirche während der Unruhen im Dezember 2001 in Argentinien. © ap/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio war Anhänger des Fußballteams von San Lorenzo de Almagro. (Foto aus dem Jahr 2011) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio war auch Mitglied des Fanclubs. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die einstige Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernandez, soll ein eher kühles Verhältnis zu Papst Franziskus gehabt haben. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
Papst Benedikt Papst Franziskus (Archivbild)
Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit Kardinal Bergoglio im Jahre 2007. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Erzbischof Bergoglio bei einer Messe für Drogenabhängige und Arme aus dem Jahr 2008. © dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio beim Heiligen Abendmahl (Foto aus dem Jahr 2009). © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio bei einer Messe (Foto aus dem Jahr 2009). © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio einen Tag vor Beginn des Konklaves, bei dem er zum neuen Papst gewählt wurde. © dpa
Das Konklave im Vatikan hat den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Argentinier hat sich den Namen Franziskus gegeben. Er folgt auf den zurückgetretenen und emeritierten Papst Benedikt XVI. (85).
Nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. am 28. Februar 2013 wählte ein päpstliches Konklave am 13. März Bergoglio zu seinem Nachfolger. © dpa/AP
Das Konklave im Vatikan hat den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Argentinier hat sich den Namen Franziskus gegeben. Er folgt auf den zurückgetretenen und emeritierten Papst Benedikt XVI. (85).
Am 15. März 2013 rief Franziskus das Kardinalskollegium im Apostolischen Palast mit „Liebe Brüder, los!“ zur brüderlichen, geeinten Verkündigung des Evangeliums auf: „Die christliche Wahrheit ist anziehend und gewinnend, denn sie antwortet auf die tiefen Bedürfnisse des menschlichen Daseins.“ © dpa/AP
Das Konklave im Vatikan hat den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Argentinier hat sich den Namen Franziskus gegeben. Er folgt auf den zurückgetretenen und emeritierten Papst Benedikt XVI. (85).
Laut Vatikan haben 150.000 bis 200.000 Menschen an der Messe zur Amtseinführung teilgenommen. Nicht alle passten auf dem Petersplatz, auch auf den angrenzenden Straßen wurde gefeiert. © dpa/AP
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Als Papst nannte er sich Franziskus – nach dem Heiligen Franz von Assisi. © AP/dpa
Bild zeigt Papst Franziskus (links) und Papst Benedikt XVI. (rechts) bei einem Treffen am 23.02.2013 in Castel Gandolfo
Am 23. März 2013 traf sich Franziskus (links) privat mit Benedikt XVI. (rechts) in Castel Gandolfo. Gesprächsinhalte gaben sie nicht bekannt. Ein solches Päpstetreffen hatte es seit über 700 Jahren nicht gegeben. © Osservatore Romano/Handout/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die Volksnähe hatte er sich bewahrt: Bergoglio trank Mate, das Nationalgetränk Argentiniens. (Foto aus dem Jahr 2013) © AP/dpa
Papst Franziskus steigt bei seiner Ankunft am Yangon International Airport in Yangon, Myanmar, am 27.11.2017 aus dem Flugzeug
Im November 2017 besuchte er Myanmar und betonte die Bedeutung des Friedens und der Versöhnung. © Andrew Medichini/dpa
Dieses von Ministry of Presidential Affairs zur Verfügung gestellte Bild zeigt Papst Franziskus (l) und Scheich Ahmed al-Tajjib, Großimam der Al-Azhar-Universität in Kairo, nach der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung. Aufnahmedatum: 04.02.2019
2019 wurde von Papst Franziskus (links) und Sheikh Ahmed el-Tayeb (rechts), dem Scheich der Azar-Universität und damit einem der angesehensten Vertreter des sunnitischen Islam, das „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ unterzeichnet. © Eissa Al Hammadi/dpa
Papst Franziskus (M) besucht am Karfreitag Bedürftige und Gesundheitspersonal im Corona-Impfzentrum des Vatikans, Aufnahmedatum: 02.04.2022
Papst Franziskus besuchte am Karfreitag 2022 Bedürftige und Gesundheitspersonal im Corona-Impfzentrum des Vatikans. © dpa
Papst Franziskus nimmt an einem gemeinsamen Gebet mit Christen im Kolosseum in Rom teil, das den Abschluss der internationalen Friedenskonferenz "Cry for Peace" bildet, die von der Gemeinschaft Sant‘Egidio organisiert worden ist, Aufnahmedatum: 25.10.2022
2022 nahm Papst Franziskus an einem gemeinsamen Gebet mit Christen im Kolosseum in Rom teil, das den Abschluss der internationalen Friedenskonferenz »Cry for Peace« bildete. © Evandro Inetti/dpa
Papst Franziskus empfängt Bundeskanzler Olaf Scholz zu einer Privataudienz. Scholz überreichte dem Papst den offizielle Ball der UEFA EURO 2024 und eine Bärenfigur aus Porzellan mit dem Wappen der Bundesrepublik Deutschland. Aufnahmedatum: 02.03.2024
Papst Franziskus (links) empfing Bundeskanzler Olaf Scholz (rechts) zu einer Privataudienz. Scholz überreichte dem Papst den offiziellen Ball der UEFA EURO 2024 und eine Bärenfigur aus Porzellan mit dem Wappen der Bundesrepublik Deutschland. © Vatikan Media/dpa
Papst Franziskus öffnet am 24. Dezember 2024 die Heilige Pforte des Petersdoms und leitet damit das Heilige Jahr 2025 ein, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ steht.
Papst Franziskus öffnete am 24. Dezember 2024 die Heilige Pforte des Petersdoms und leitete damit das Heilige Jahr 2025 ein, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ stand. © Alberto Pizzoli/IMAGO
Pilger reisen zu Papst Franziskus, der im Krankenhaus liegt. Vatikan, 26.03.2025.
Der Papst lag ab Februar 2025 mehr als fünf Wochen wegen einer schweren, beidseitigen Lungenentzündung im Krankenhaus. Pilger reisten zu ihm, um für seine Genesung zu beten. Er konnte entlassen werden – Von einem „Wunder“ war die Rede. (Auf dem Bild Pilger auf dem Petersplatz, 3 Tage nach seiner Rückkehr in den Vatikan). © Gregorio Borgia/AP/dpa
Der Papst spricht den Segen Urbi et Orbi am 20. April 2025.
Papst Franziskus bei seinem letzten Auftritt kurz vor seinem Tod auf der Empore des Petersdoms. Er erteilte den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „der Stadt und der Welt“) zum Ostersonntag, 20. April 2025. © Andrew Medichini/AP/dpa
Papst Franziskus in schwarz-weiß.
Papst Franziskus verstarb in den frühen Morgenstunden des Ostermontags, am 21. April 2025. © Andrew Medichini/AP/dpa

Benedikt XVI. hatte Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein – Papst Franziskus geht anderen Weg

Prominentestes Beispiel ist wohl Erzbischof Georg Gänswein – Privatsekretär von Benedikt XVI. (2005 bis 2013). Inzwischen Vatikanbotschafter für Litauen, Estland und Lettland. Der in Rom auch als „George Clooney des Vatikans“ bekannte Deutsche folgte dem emeritierten Papst Benedikt nach seinem Rücktritt in den Alterssitz.

Im Februar 2020 beurlaubte Franziskus Gänswein als „Präfekt des Päpstlichen Hauses“, mit der Bitte ausschließlich den damals 92-jährigen Papst zu betreuen. Ein Affront gegen Gänswein, der diese Zuweisung eigenen Angaben zufolge als Strafe empfand. Inzwischen wird über einen Papst-Rücktritt spekuliert.

Papst Franziskus und Erzbischof Georg Gänswein bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz im Oktober 2018.

Papst Franziskus enttäuscht von Ex-Privatsekretär Gänswein

Nach dem Tod Benedikts war seine Zukunft ungewiss. Im Buch „Nient‘altro che la Verità“ (Nichts als die Wahrheit) schildert Gänswein unter anderem intime Details, wie Spannungen zwischen dem Papst Emeritus und dem amtierenden Papst Franziskus. Mit scharfen Worten kritisierte Papst Franziskus in einem Interviewbuch den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Er warf dem ehemaligen Papst-Privatsekretär Gänswein „einen Mangel an Anstand und Menschlichkeit“ vor.

Papst Franziskus wechselt Privatsekretäre aus

Papst Franziskus wechselt seine Privatsekretäre regelmäßig aus. Zuletzt ernannte Franziskus im Juli 2023 den argentinischen Priester, Daniel Pellizon, zu seinem neuen Sekretär. Der Pfarrer war in einem Stadtteil Flores von Buenos Aires tätig, wo Papst Franziskus aufgewachsen war. Die Ankündigung wurde damals von der Erzdiözese auf der Plattform X gemacht. Pellizon wurde am 3. November 2018 zum Priester geweiht und war lange Zeit als Diakon tätig. Doch es gibt noch eine weitere Verbindung zwischen dem heute 42-Jährigen und Papst Franziskus.

Pellizon hatte in Buenos Aires in den Jahren 2011 und 2012 mit dem damaligen Erzbischof Jorge Mario Bergoglio sein persönliches Archiv angelegt. Im März 2013 wählt das Konklave im Vatikan den damals 76 Jahre alten Argentinier Jorge Mario Bergoglio zum Papst. Elf Jahre später wurde Pellizon in einer neuen Mission nach Rom berufen.

Gläubige aus der ganzen Welt beten für die Genesung von Papst Franziskus. Münchens Kult-Pfarrer verrät, wie sich die Kirchen auf den Ernstfall vorbereiten. (ml)

Rubriklistenbild: © Giuseppe Ciccia/imago

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