Papst Franziskus gestorben: Ähnlichkeiten zum Tod von Papst Johannes Paul II.
VonMarcus Giebel
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Papst Franziskus stirbt am Ostermontag. Bei der Betrachtung der letzten Wochen seines Lebens sind viele Parallelen zu denen von Johannes Paul II. festzustellen.
Vatikanstadt – Die Nachricht war spätestens seit seiner Klinik-Einweisung Mitte Februar befürchtet worden. Doch nach der Behandlung einer Lungenentzündung konnte Papst Franziskus das Krankenbett wieder verlassen. Sogar die traditionelle Verkündung des Ostersegens vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz ließ sich das gesundheitlich angeschlagene Oberhaupt der katholischen Kirche an diesem Sonntag nicht nehmen.
Doch es sollte sein letzter kompletter Tag auf dieser Erde sein. Am Vormittag des Ostermontag musste der Vatikan den Tod des Pontifex im Alter von 88 Jahren verkünden. Die weltweite Trauer ist groß – nicht nur unter Katholiken. Immerhin war Franziskus mehr als zwölf Jahre lang im Amt.
Papst Franziskus stirbt am Ostermontag: Letzter Auftritt wie bei Johannes Paul II. am Ostersonntag
An Johannes Paul II. reichte er damit aber nicht annähernd heran. Der mittlerweile heilig gesprochene Pole stand der Kirche mehr als 26 Jahre vor. Der jeweils letzte Auftritt der beiden Päpste weist dabei überraschende Parallelen auf. Denn dieser fand jeweils am wichtigsten Fest der Christenheit statt: an Ostern, wenn die Auferstehung Christi gefeiert wird.
Dagegen hatte sich Franziskus‘ direkter Vorgänger Benedikt XVI. – womöglich bald nicht der mehr der einzige deutsche Papst – mit 85 Jahren freiwillig vom Heiligen Stuhl zurückgezogen und war bis zu seinem Tod fast zehn Jahre danach kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen. Die anderen beiden Päpste dieses Jahrtausends zeigten sich bereits sichtlich geschwächt letztmals an einem Ostersonntag der Menge, um Zuversicht zu verbreiten.
Papst Franziskus‘ letzter öffentlicher Auftritt – die Bilder vom Ostersegen auf dem Petersdom
Johannes Paul II., der bürgerlich Karol Woytila hieß, starb sechs Tage nach seinem Auftritt im Alter von 84 Jahren. In den Wochen zuvor war er mehrmals in die Klinik eingewiesen worden, kehrte erst wenige Tage vor Ostern zurück in den Vatikan. Der Ostermesse musste er fernbleiben, wurde von Helfern im Apostolischen Palast ans Fenster geschoben. Nachdem er mit der Hand das Kreuz nachgezeichnet hatte, versagte ihm beim Ostersegen jedoch die Stimme.
Tod von Papst Franziskus: Bei letztem Auftritt spricht er noch den Ostersegen „Urbi et orbi“
Auch Franziskus verbrachte einige Wochen vor dem Osterfest viele Tage im Gemelli-Krankenhaus, sein Gesundheitszustand ließ wie bei Johannes Paul II. eine Teilnahme an der Ostermesse nicht zu. Danach zeigte er sich im Rollstuhl auf der Mittelloggia des Petersdoms. Den 35.000 Menschen unter sich rief Jorge Mario Bergoglio, wie er bürgerlich hieß, zu: „Liebe Brüder und Schwestern, frohe Ostern.“
So sehr sich die letzten Auftritte der beiden Päpste auch ähneln, hinsichtlich der letzten Ruhestätte gibt es einen großen Unterschied. Johannes Paul II. liegt im Petersdom begraben, Franziskus entschied sich für die Basilika Santa Maria Maggiore unweit des Römer Hauptbahnhofs. Im Gegensatz zu seinem Vor-Vorgänger und auch Benedikt XVI. wird er den Vatikan also für immer verlassen – für seine Lieblingskirche. (mg mit dpa)