Update vom 20. April, 12.28 Uhr: Franziskus wurde am Sonntag in seinem Rollstuhl sitzend auf den Balkon des Petersdoms gefahren, tausende Gläubige auf dem Petersplatz empfingen ihn mit Applaus. Daraufhin wünschte der Pontifex, der ohne Beatmungskanülen zur Sauerstoffzufuhr erschien, der Christenheit auf Italienisch „Frohe Ostern“.
Doch seine Botschaft hatte einen Haken: Franziskus trug sie nicht persönlich vor, ließ sie in Vertretung vorlesen. Später jedoch spendete er selber den Segen „Urbi et orbi“ (der Stadt und dem Erdkreis). Zuvor war aufgrund der lebensbedrohlichen Atemwegserkrankung des Pontifex und seines langen Krankenhausaufenthalts fraglich gewesen, in welcher Form Franziskus an den Osterfeierlichkeiten teilnehmen würde. Auf dem Balkon des Petersdoms wirkte der Pontifex weiterhin sichtlich geschwächt. Er sprach sehr leise und undeutlich. Der persönliche Segen wurde von den zahlreichen Zuschauenden auf dem Petersplatz dennoch mit großem Jubel aufgenommen.
Update vom 20. April, 12.04 Uhr: Bis zum letzten Moment war unklar, ob Papst Franziskus den Ostersegen verkünden kann. Um kurz nach 12 Uhr erschien das Kirchoberhaupt jedoch auf der Benediktionsloggia. Hunderte Katholikinnen und Katholiken bejubelten den 88-Jährigen, der sich derzeit noch von einer gefährlichen Lungenentzündung erholt. Zuvor klatschten und riefen die Teilnehmenden nach ihm. Für Gläubige ist der Ostersegen der Höhepunkt der Osterfeiertage.
Wird der Papst Franziskus den Ostersegen verkünden? Noch ist es unklar
Erstmeldung vom 18. April: Rom – Ostern ist für Katholikinnen und Katholiken der wichtigste Feiertag. Für viele gehört der Segen „Urbi et Orbi“ zum Höhepunkt der Osterfeiertage – der Papst spendet ihn traditionell am Ostersonntag nach dem Gottesdienst auf dem Petersplatz in Rom und grüßt die Gläubigen in vielen verschiedenen Sprachen.
In diesem Jahr hat dieser Segen noch einmal mehr Bedeutung, weil die katholische Kirche 2025 zum „Heiligen Jahr“ erklärte. Eigentlich wäre der Papst in diesen Tagen im strapaziösen Dauereinsatz: Fußwaschung im Gefängnis, Kreuzweg, mehrere große Messen und dann der Segen. Dabei lässt er sich bereits mehrfach vertreten. Ob der gesundheitlich angeschlagene Franziskus in diesem Jahr selbst segnen kann, ist daher noch offen, so die dpa.
Wird es einen Ostersegen von Papst Franziskus geben? Gesundheitszustand unsicher
Derzeit existieren dazu recht unterschiedliche Ansichten. Einige Menschen empfinden es als ein Wunder, dass der Argentinier sich überhaupt erholt hat. Nach 38 Tagen im Krankenhaus, in denen er an einer schweren Lungenentzündung und einem beginnenden Nierenversagen litt, schwebte er zwischen Leben und Tod. Chefarzt Sergio Alfieri erklärte, man habe Franziskus beinahe aufgegeben. Auch er sagte, dass ein „Wunder geschehen“ sei. Bei seinen öffentlichen Auftritten, die er mittlerweile nur noch im Rollstuhl absolviert, wirkt Papst Franziskus immer noch schwach. Bisher sagte er nicht mehr als wenige Sätze in schwacher Stimme.
Seit seiner Entlassung aus der Gemelli-Klinik lebt Franziskus wieder im Gästehaus Santa Marta im Vatikan, wo seine Wohnung pflegegerecht umgebaut wurde. Der Zugang wird streng überwacht, sodass kaum Informationen über seinen Alltag bekannt sind. Selbst bedeutende Kardinäle haben keinen Zutritt.
Franziskus-Nachfolge: Die Favoriten unter den Papst-Kandidaten – Deutscher mischt mit
Papst Franziskus besuchte Gefängnis – lässt sich bei wichtigen Terminen aber trotzdem vertreten
Den Besuch im Gefängnis, wie jedes Jahr am Gründonnerstag (dieses Jahr am 17. April), ließ er sich dennoch nicht nehmen. In Roms größter Haftanstalt Regina Coeli wurde er von etwa 70 ausgewählten Insassen mit Applaus begrüßt, wie die dpa berichtet. Die Demutsgeste, ihnen nach Christi Vorbild auch die Füße zu waschen, musste er jedoch ausfallen lassen. „Dieses Jahr kann ich das nicht“, entschuldigte er sich. „Aber ich kann und will Euch nahe sein. Ich bete für Euch und Eure Familien.“
Andere wichtige Aufgaben zu Ostern übernehmen bereits Vertreter. Die Kreuzweg-Andacht im Kolosseum und die Messen mit Tausenden Gläubigen im Petersdom halten verschiedene Kardinäle. Die wichtigste Messe in der Osternacht zelebriert der Italiener Giovanni Battista Re, der Dekan des Kardinalskollegiums, der noch älter ist: 91. Die Messe am Ostersonntag hält Kardinal Angelo Comastri (81).
Päpstlicher Ostersegen „Urbi et Orbi“: Schickt Franziskus dafür erstmals einen Vertreter ans Mikrofon?
Aber dann, so die allgemeine Erwartung, soll Franziskus selbst den Segen „Urbi et Orbi“ sprechen. Darauf warten vermutlich Zehntausende auf dem Petersplatz und Kameras aus aller Welt. Dem Vatikan zufolge hängt sein Erscheinen auch vom Wetter ab. Die Vorhersage: bis zu 22 Grad und bedeckt. Für die Kirche wäre es ein absolutes Novum, wenn der Ostersegen nicht vom Papst selbst erteilt würde.
Die Überlegungen dazu sind allerdings nicht neu: 2005 kam es unter dem schwerkranken Papst Johannes Paul II. zu einer ähnlichen Situation. Dieser machte mit der Hand das Kreuz, dann versagte ihm die Stimme und er schaffte den Ostersegen nicht mehr. Ein Stöhnen, eine hilflose Geste, das Gesicht vor Schmerzen verzerrt.
Ostersegen: Vertretung „grundsätzlich möglich“ – Doch Experten glauben an Erscheinen des Papstes
Grundsätzlich wäre eine Vertretung aber möglich, sagte der Kirchenhistoriker Roberto Regoli in der Ö1-Sendung Religion aktuell. Eigentlich handelt es sich zwar um einen päpstlichen Segen, doch auch jeder Diözesanbischof könne ihn nach einem Antrag bis zu dreimal pro Jahr den Segen anstatt des Papstes erteilen, so der Experte. Das komme zwar kaum vor, aber so sei die Bestimmung. Die Wirksamkeit bleibe gleich – Ob Papst oder Bischof.
Die meisten Stimmen gehen aber davon aus, dass der Papst zumindest „in der einen oder anderen Art und Weise präsent sein wird“. So formuliert es der Rektor der deutschsprachigen Kirche Santa Maria dell’Anima in Rom, Priester Michael Max, bei Vatican News. Aus seiner Sicht sei „Urbi et Orbi“ ohne den Heiligen Vater „schwer vorstellbar“. Er ist der Meinung: „Wenn es irgendwie möglich ist, wird Papst Franziskus die Segensformel selbst sprechen“.